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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Lupe
Putin hat nichts zu verschenken. Zypern wird keinen neuen Milliardenkredit aus Moskau erhalten. Dort ist man schon froh, wenn Zypern den laufenden Kredit zurückzahlt.
Abgeblitzt
Nachdem man den Europäern die kalte Schulter gezeigt hat, hoffte Zypern auf Milliarden aus Moskau. Daraus wird jetzt erstmal nichts. In Russland kann man nämlich auch rechnen. Finanzminister Sarris reist mit leeren Händen wieder ab.
Eisiges Klima in Moskau - nicht nur beim Wetter. Tagelang suchte Zyperns Finanzminister Sarris russische Geldgeber - im Gepäck Zyperns Gasvorkommen. Doch die Russen blockierten. Die Hilflosigkeit stand dem Bittsteller aus Zypern ins Gesicht geschrieben. Heute Morgen dann kam das Aus. Sarris reiste ab.

Zypern: Wo bleibt Plan D? - Reden Sie mit!

Lange hatten Bürger und Regierung gehofft, ihre Gaskarte würde stechen. Ihre Wahl war klar: "Leck mich Europa" und "We have Gas" - Wir haben Gas. Es ist wohl das einzige Pfund, mit dem Zypern in diesen Tagen wuchern kann - und muss, wenn es auf Betteltour geht. Denn die Vorkommen vor Zyperns Küste könnten bis zu 600 Milliarden Euro wert sein - genug, um die vom Finanzkollaps bedrohte Insel zu sanieren.

Gas gegen Geld
Zyperns verzweifeltes Angebot: Eine Wette auf die Zukunft. Ein Tausch Gas gegen Geld. Die Insel wollte eine Firma gründen, um die Vorkommen zu erschließen. Russland sollte beteiligt werden. Im Gegenzug sollte Moskau neue Milliardenkredite lockermachen. Auf den ersten Blick eine schöne Idee. Denn der russische Staatskonzern Gasprom ist seit Jahren auf Expansionskurs in Europa und will nun auch die Mittelmeerländer beliefern.

Erst im Dezember startete Präsident Putin am Schwarzen Meer den Bau der Pipeline South Stream. Sie soll Südeuropa versorgen. Gasprom ist zu 50% an der Mammutröhre beteiligt. Die Gasleitung soll dem westeuropäischen Konkurrenzprojekt Nabucco die Kunden wegschnappen. Das Gas vor Zyperns Küste könnte South Stream dann zugeführt werden - oder aber direkt nach Süditalien exportiert werden. So der Plan der Zyprer.

Doch das macht für das ohnehin gasreiche Russland wenig Sinn - und wäre auch keinesfalls mehrere Milliarden an Hilfsgeldern wert, meinen russische Energie-Experten: "Ernsthaft diese Felder zu erschließen bedeutet doch, mit sich selbst zu konkurrieren", formuliert Nikolai Iwanow vom Institut für Energetik die russischen Vorbehalte. Und selbst mit Partnern könnte Gasprom nicht beides stemmen. Wozu auch? Die Preise für das eigene Gas drücken und den gleichen Markt doppelt bedienen? Das macht keinen Sinn.

Russland bangt um 2,5-Milliarden-Kredit
Der ungedeckte Wechsel auf Zyperns Gas ist den Russen offenbar weniger wert als die Rettung der russischen Gelder auf der Insel. Russlands zweitgrößte Bank WTB hat mehrere Dutzend Millionen Euro in Zypern investiert. Die wären vielleicht ganz verloren - zumindest aber bis zu einer Lösung der Zypernkrise eingefroren. Ähnlich geht es auch anderen russischen Geldinstituten.

Wesentlich schlimmer aus russischer Sicht wäre aber ein anderes Szenario: Wenn Zypern doch noch pleite ginge, wären ein laufender russischer Kredit in Höhe von 2,5 Milliarden Euro wohl ebenfalls verloren. Obendrein wären Milliarden von Einlagen vieler reicher Russen gefährdet. Die von der EU geforderte Zwangsabgabe sei eine Enteignung fremder Staatsbürger, beschwerte sich Medwedew.

Pokert der Kreml bloß?
Im russischen Staatsfernsehen zeigte er sich denn auch verärgert, dass Moskau nicht früher in die Krisen-Beratungen einbezogen wurde. Die EU benehme sich im Fall Zypern wie der Elefant im Porzellanladen, ließ er verkünden. Und setzte hinzu: Der gesamte Banksektor müsse neu organisiert werden.

Hinter den Kulissen heißt es, der Kreml wolle nun pokern: ein größeres Stück vom zyprischen Gaskuchen abhaben. Oder von der EU mehr Entgegenkommen fordern, gerade wenn es um die anstehende Neuordnung des Energiesektors geht. Eins hat Russland aber schon jetzt erreicht. Der Kreml sitzt nun bei den Verhandlungen über eine Lösung der Zypern-Krise mit im Boot.

Sendedaten
makro
"Zitterpartie Zypern"

Freitag, 22. März 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung: Zypern
Zitterpartie Zypern
Das zyprische Geschäftsmodell mit niedrigen Steuern, hohen Zinsen und laxer Aufsicht ist tot. Das EU-Rettungspaket zwingt erstmals eine Pleite-Bank in die Insolvenz. Kleinsparer werden geschützt. Zahlen müssen die Großen.
Schwerpunkt
Finanzkrise
Das Platzen der amerikanischen Immobilienblase brachte ein gewaltiges Kredit-Kartenhaus zum Einsturz. Die folgende Pleite der Investmentbank Lehman Brothers führte das Weltfinanzsystem an den Rand des Kollaps. Bis heute zahlen wir an den Folgen.
Schwerpunkt
Europa
makro-Blog