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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Lupe
Im Steuerparadies Zypern verfinstert sich der Himmel. Die Zeiten, wo Zyperns Banken ihren Kunden selbst im heutigen Niedrigzinsumfeld noch über 4% Zinsen zahlen, sind vorbei. Man fragt sich eh, wie das auf Dauer funktionieren sollte.
In der Falle
Seit Beginn der Finanzkrise sollen sich nun zum ersten Mal auch Sparer an der Rettung beteiligen. Innerhalb der Bevölkerung Zyperns stößt das nicht unbedingt auf Gegenliebe.
Dimitris Pilavaikis hat eine kleine Autowerkstatt. Dafür hat er kürzlich einen Kredit aufgenommen und auf seinem Konto eingezahlt. Gemäß dem ursprünglichen Rettungsplan, auf den sich die EU-Finanzminister mit Zyperns Regierung geeinigt hatten, hätte er auch dafür eine Zwangsabgabe zahlen müssen.

Zypern: Wo bleibt Plan D? – Reden Sie mit!

"Eigentlich müsste ich neue Teile kaufen, um weiterzuarbeiten, aber ich weiß nicht, was finanziell auf mich zukommt", erzählt Dimitris Pilavaikis. "Vielleicht muss ich die Werkstatt schließen. Die Situation ist völlig unsicher."

Angst der Sparer
Zum ersten Mal in der Finanzkrise sollen sich auch die Sparer eines EU-Landes an der Rettung beteiligen. Aus Angst um die Ersparnisse bildeten sich diese Woche Schlangen an den Geldautomaten in Zyperns Hauptstadt Nikosia. Seit Tagen sind die Banken geschlossen. Cafés und Geschäfte bleiben fast leer - den Menschen geht das Bargeld aus. Zyperns Wirtschaft ist quasi lahmgelegt.

"Die Leute haben im Moment wirklich Angst. Sie horten ihr Geld und geben es nur für das Nötigste aus wie Essen", erzählt ein Schuhhändler auf der Straße. Dank niedriger Steuern und hoher Zinsen von über 4% sollen 68 Milliarden Euro auf den Konten der Zyprer lagern. Genug um das Land aus der Krise zu holen, sollte man meinen. Doch das meiste gehört nicht den einheimischen Privatkunden. Denn die Realität ist: Viele Zyprer sind selbst verschuldet.

In einem kleinen Dorf in der Gegend von Paphos im Westen der Insel haben viele in Immobilien investiert und davon profitiert. Doch jetzt ist auch hier die Krise angekommen. Der Markt ist eingebrochen.

Schulden in Millionenhöhe
Lenia Philippou betreibt hier ein kleines Restaurant mit ihrer Familie. Unter der Woche ist kaum noch etwas los. Eine Katastrophe, denn sie hat Schulden in Millionenhöhe. Sieben Häuser haben sie und ihr Mann in der Gegend gebaut. Das letzte Haus ist noch nicht einmal fertig. Und jetzt gibt es keine Käufer mehr. Früher haben britische Kunden rund 100.000 Euro für ein Haus bezahlt. Heute will auch zum halben Preis niemand mehr kaufen.

Ob für das neue Auto oder die Wohnung - rund 20 Milliarden Euro sollen sich die Zyprer bei den Banken geliehen haben.

Auch wenn die Zwangsabgabe für die Kleinsparer erst einmal vom Tisch ist - ohne Einschnitte wird es für die Bevölkerung wohl trotzdem nicht gehen.

Sendedaten
makro
"Zitterpartie Zypern"

Freitag, 22. März 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung: Zypern
Zitterpartie Zypern
Das zyprische Geschäftsmodell mit niedrigen Steuern, hohen Zinsen und laxer Aufsicht ist tot. Das EU-Rettungspaket zwingt erstmals eine Pleite-Bank in die Insolvenz. Kleinsparer werden geschützt. Zahlen müssen die Großen.
Schwerpunkt
Finanzkrise
Schwerpunkt
Europa
Warum müssen Sparer bluten?
Warum sollen erstmals in der Schuldenkrise Sparer zur Ader gelassen werden? Erstens: Weil viele der Kontoinhaber reiche, ausländische Steuerflüchtlinge sind. Und zweitens: Weil es anders nicht geht. Es fehlt den Banken an Eigenkapital und woanders ist nicht genug zu holen.

Eigentlich müssten Zyperns Banken Kapitalerhöhungen durchführen, was zu Verlusten bei den Altaktionären der Bank führt. Das Problem scheint zu sein, dass sich nicht genügend Käufer von neuen Anteilen an Zyperns Pleitebanken finden. Verständlich. Also keine Kapitalerhöhung.

Die nächste Option wäre, Anleihenbesitzer der Banken via Bail-in zwangsweise zu Aktionären zu machen. So würde aus Schulden der Bank (Anleihen) das dringend benötigte Eigenkapital. Problem hier: Zyperns Banken haben sich nur in geringem Maße über den Anleihemarkt Geld geborgt. Den Bail-in sollte man zwar auf jeden Fall durchführen. Aber viel kommt dabei nicht herum.

Bleiben die Sparer, die der Bank Geld geliehen haben. Die sind jetzt die Dummen.
makro-Blog