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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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© dpa Lupe
Im Geldwäscheparadies
Der aufgeblähte zypriotische Finanzsektor hat ein einfaches Geschäftsmodell: die Geldwäsche. Abertausende von Briefkastenfirmen haben nur den Zweck, als steuergünstiger Durchlauferhitzer dubioser Kapitalströme zu fungieren.
Die Steueroase Zypern dient vielen ausländischen Investoren zur Geldwäsche. Rund 25 Milliarden Euro sollen allein die Russen auf der Mittelmeer-Insel geparkt haben. Das würde reichen, um die Insel zu sanieren.

Russlands Reiche lieben Zypern. Sie sind die besten Kunden der Boutiquen, Luxushotels und Immobilienhändler. Auch der zyprische Anwalt Andreas Neocleous ist mit russischem Geld reich geworden. Das Russland-Geschäft ist profitabel für alle, die ihr Geld verstecken wollen. Niemand wird jemals erfahren, auf welchen Konten in Zypern wie viel Geld liegt.

Zypern: Wo bleibt Plan D? - Reden Sie mit!

Briefkastenfirmen mit anonymem Bankkonto
Anwälte wie Andreas Neocleous helfen, das zu organisieren. Schon für 3500 Euro lässt sich eine zyprische Firma gründen - Treuhänder und anonymes Bankkonto inklusive. Diese Firmengründungen machen häufig keinen betriebswirtschaftlichen Sinn. Sie haben allein ein steuerrechtliches Motiv. Es geht darum, mit einer Firmengründung in Zypern Steuern zu sparen.

Die Intransparenz im Steuerparadies bietet Möglichkeiten, die ursprüngliche Eigentümerschaft des Geldes zu verschleiern. Ein maßgeschneidertes Konzept für Steuerhinterzieher und Geldwäscher. Deshalb fließen auch Milliarden aus Drogen und anderen kriminellen Geschäften nach Zypern.

Das wird jetzt zum ersten Mal wissenschaftlich belegt, von Ökonomen des amerikanischen Global Financial Integrity Instituts (GFI) in Washington. Die Statistiken zeigen massive Geldströme zwischen Zypern und Russland. Allein zwischen 1994 und 2011 seien 211 Milliarden US-Dollar kriminelles Geld aus Russland verschoben, hat Dev Kar vom GFI herausgefunden - ein großer Teil davon in die Steueroase Zypern. Diese kriminellen Gelder, so die Studie, stammen vor allem aus dem Rohstoff- und Ölgeschäft.

Durchlauferhitzer für russische Milliarden
Der Geldtransfer funktioniert nach folgendem Prinzip: Unternehmen A in Russland exportiert das Öl weit unter Weltmarktpreisen zu seinem Tochterunternehmen B in den Niederlanden. Die Rechnung dafür geht an Unternehmen C auf Zypern, ebenfalls ein Tochterunternehmen von A. Unternehmen B verkauft dann das Öl zu Weltmarktpreisen weiter. Der so erzielte enorme Gewinn fließt wieder auf ein Konto von C auf Zypern, wird dort nur gering oder gar nicht versteuert. Irgendwann später fließt das Geld wieder zurück nach Russland, als so genannte Direktinvestition.

"Aus Zypern kommen etwa 150 Milliarden US-Dollar pro Jahr als Direktinvestitionen nach Russland", sagt Dev Kar von Global Financial Integrity. Die Insel hat aber nur ein Bruttoinlandsprodukt von 23 Milliarden Dollar (rund 18 Mrd. Euro). Da liege die Vermutung nahe, dass es sich bei den Investitionen um illegales russisches Geld handele. Dafür leistet sich Zypern aber den niedrigsten Steuersatz in der EU mit der Folge, dass sich über 250.000 Unternehmen, die meisten davon Briefkastenfirmen, auf der Insel niedergelassen haben.

Sendedaten
makro
"Zitterpartie Zypern"

Freitag, 22. März 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung: Zypern
Zitterpartie Zypern
Das zyprische Geschäftsmodell mit niedrigen Steuern, hohen Zinsen und laxer Aufsicht ist tot. Das EU-Rettungspaket zwingt erstmals eine Pleite-Bank in die Insolvenz. Kleinsparer werden geschützt. Zahlen müssen die Großen.
Schwerpunkt
Europa
Info
© AHKDie Russen-Milliarden
Im aktuellen Bericht "Russland in Zahlen" der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer findet sich auf Seite 8 unten und auf Seite 9 oben eine Aufschlüsselung der ausländischen Investitionen in Russland. Die ersten drei Plätze belegen hier tatsächlich Zypern, Niederlande und Luxemburg. Diese Staaten werden unter anderem von russischen Unternehmen aus steuerlichen Gründen als Standorte für Holding- und Offshorekonstruktionen genutzt. Von dort transferieren sie Mittel zurück.
makro-Blog