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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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© reuters Lupe
Brennende Bohinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexico.
BP muss bluten
Knapp drei Jahre nach der Öl-Katastrophe im Golf von Mexico sieht auf den ersten Blick alles wieder normal aus. Tatsächlich hat sich das Geschehen in die Gerichte verlagert. Bisher musste BP 14 Mrd. Dollar zahlen.
Alles beim Alten im Golf von Mexiko. In Orange Beach Marina im US-Bundesstaat Alabama ist der Alltag zurückgekehrt. Das Öl scheint weg zu sein, die Touristen sind wieder da. Auch bei Hochseefischer Randy Boggs ist wieder was los. Schon sechs Monate nach der Havarie sind die Fangverbote wieder gelockert worden. Die Touristen wollen das Angeln wieder lernen. 400.000 Dollar Entschädigung hat Randy Boggs von der britischen Ölfirma BP bekommen.

Reden Sie mit: Rohstoffe aus dem Meer

Die Fische weisen angeblich keine Rückstände von Öl oder Chemikalien auf, halten alle Grenzwerte ein. Trotzdem macht sich der Fischer noch immer Sorgen um seine Zukunft. "Die Geschichte hat gezeigt, dass die Fischbestände erst vier bis fünf Jahre nach einer großen Ölpest zusammenbrechen", erzählt Randy Boggs. "Meine Zukunft ist immer noch in Gefahr."

Schadenersatz in Milliardenhöhe
Betroffene fordern deshalb höhere Entschädigungen von BP und den beteiligten Firmen. Der Staat USA und mehrere Bundesstaaten haben auf Schadenersatz in Milliardenhöhe geklagt. Vor wenigen Tagen begann in New Orleans der Zivilprozess. "Wir sind sehr besorgt über die aktuellen und zukünftigen Auswirkungen der Katastrophe", sagt Vogelschützerin Melanie Driscoll. "Der Prozess ist wirklich wichtig. Wir wollen, dass BP bezahlt. Wir wollen, dass sie die Verantwortung für ihr grob fahrlässiges Verhalten übernehmen."

Es geht um die größte Ölkatastrophe in der Geschichte der USA. Am 20. April 2010 explodierte die Ölplattform "Deepwater Horizon" des Drillingunternehmens Transocean, welches für den britischen BP-Konzern das Unglücksloch 1500 Meter tief im Golf von Mexico bohrte. Das Sicherheitsventil des sogenannten Blowout Preventers, der genau diese Art von Katastrophe verhindern sollte, hat versagt. Fast drei Monate lang strömt das Öl in den Golf von Mexiko. Insgesamt rund 800 Millionen Barrel.

Förderung ist wieder angelaufen
"Deepwater Horizon war ein Unfall, der passieren kann", versucht Prof. Carsten Drebenstedt von der Universität Freiberg das Geschehen einzuordnen. Es gebe eine ganze Reihe an technischen und menschlichen Versagensgründen, die unglücklich zusammengekommen seien. "Und wenn Sie bedenken, dass die letzte Havarie mit so einem Ausmaß 30 Jahre zurückliegt, so hoffe ich, dass wir so eine Havarie nicht wieder erleben werden."

Nur sechs Monate nach dem Unglück wurde das generelle Verbot von Tiefseebohrungen wieder aufgehoben. 5000 aktive Fördertürme zählt der Golf von Mexiko. Heute gelten strengere Sicherheitsauflagen. Notfallpläne sollen zukünftig Unglücksfälle verhindern. Trotz Entschädigungen in Milliardenhöhe macht BP wieder Gewinn.

Die Umwelt hat sich dagegen noch nicht erholt. BP hat mit schwerem Gerät die Strände gereinigt. Noch immer laufen zahlreiche Renaturierungs-Projekte, erforschen Wissenschaftler die Auswirkungen der Katastrophe. Und immer wieder spült das Meer kleine Ölklümpchen an den Strand. Das Ergebnis der Chemikalien, die eingesetzt wurden, um das Öl zu zersetzen.

Jedes vierte Barrel Öl kommt aus dem Meer
Der Fischer Randy findet im Sand noch immer eingesickertes Öl - der Preis für den weltweiten Energiehunger. Man müsse wissen, dass Bohrungen in der See keine Besonderheit sind, betont Prof. Drebenstedt. Etwa jedes vierte Barrel Öl bzw. jeder vierte Liter Sprit, den wir tanken, komme aus dem Meer. Dies sei eine Technologie, die schon seit Jahrzehnten existiert und sich bewährt habe. "Tausende Plattformen finden sich weltweit in Aktion." Bleibt da nur zu hoffen, dass sich so eine Katastrophe tatsächlich nicht wiederholt.

Sendedaten
makro
"Im Rausch der Tiefe"

Freitag, 8. März 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung: Tiefsee
Im Rausch der Tiefe
Der Trend geht abwärts. Tief am Meeresgrund lagern Rohstoffschätze noch unbekannter Größe. Die Förderung von Öl und Gas ist längst gängige Praxis - mit den bekannten Risiken. Aber auch Erze locken dort in extrem hoher Konzentration.
Schwerpunkt
Wirtschaftsfaktor Ozean
Schwerpunkt
Öl & Gas
Kaum ein Thema ist von derart tiefgreifender Bedeutung wie die Versorgung mit Energie. Öl ist das Blut der Weltwirtschaft. Die entscheidende Frage dabei: Wer hat die meisten Reserven. Die großen westlichen Ölkonzerne verfügen übrigens nur über rund zehn Prozent.