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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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© ap Lupe
Gute Qualität hat ihren Preis. Echter Parmaschinken muss zehn bis zwölf Monate reifen.
Made in Italy
Egal ob Pasta oder Prosciutto: Lebensmittel aus Italien sind ein Exportschlager. Und so locken sie nicht nur Verbraucher, sondern auch Betrüger. Produktfälscher haben Konjunktur.
Nicht überall wo Italien drauf steht ist auch Italien drin: Die Sondereinheit der italienischen Carabinieri meldet einen rasant Anstieg bei Lebensmittelfälschung. Auch die Mafia hat ihre Finger mit im Spiel, geschätzter Umsatz: 12,5 Milliarden Euro. "Es gibt eine Agromafia, die sowohl im Ausland als auch bei uns in Italien gefälschte Produkte benutzt, um immer mehr zu verdienen", erzählt Rosario Trefiletti vom Verbraucherschutz Federconsumatori.

Italien - Angst vor Stillstand

Gute Qualität hat ihren Preis. Beispiel: Parmaschinken. Selbst der Geruch wird ständig kontrolliert. Nach dem Einsalzen muss der Schinken zehn bis zwölf Monate reifen. Doch gerade Parmaschinken wird häufig gefälscht. Billige Produkte werden unter dem gleichen Namen teuer verkauft, wie Paolo Tanara, der Vorsitzende der Parmaschinken-Hersteller erzählt: "Wenn es viel Ruhm gibt, gibt es eben auch Fälschungen und Nachahmungen. Das schadet uns vor allem im Ausland, wo man nicht so genau weiß, wie unsere Produkte eigentlich schmecken müssten, was unsere Qualität und Einzigartigkeit ausmacht."

Balsamico oder Balsamessig?
Geschätzter Schaden durch Betrüger für die italienische Wirtschaft: über 113 Millionen Euro. Fälscher sparen inzwischen nicht nur an Qualität, sondern kopieren sogar die Gütesiegel. Was nach Italien aussieht, dass muss nicht unbedingt auch in Italien hergestellt sein. Das schadet traditionsreichen Herstellern. Beispiel: Aceto Balsamico. Der Originalessig aus Modena reift monatelang in Holzfässern, das ist teuer und zeitintensiv.

Im Supermarkt findet der Kunde auch Balsamessig, der wenig mit dem Original zu tun hat. "Uns bleibt natürlich unsere Tradition aus Modena, auf die wir sehr stolz sind", erzählt Claudio Stefani Giusti vom Traditionsunternehmen Aceto Balsamico. "Wir machen gerne Qualität. Aber es schadet uns sehr, dass man auf dem Markt alles andere auch finden kann."

Dem Verbraucher bleibt nur der Blick aufs Gütesiegel IGP. Nur hier weiß man, dass der Essig in Italien hergestellt wurde.

Strenger Kündigungsschutz verhindert neue Jobs
Echt italienische Tradition ist auch der Limoncello, die Produktion rollt in der 138 Jahre alten Destillerie Pallini, selbst in der Wirtschaftskrise. Der Markt in Italien ist zwar eingebrochen, doch das macht das Wachstum der Auslandsmärkte mehr als wett. Die Juniorchefin, Micaela Pallini, ist jedenfalls hochzufrieden, ein selten gewordenes Bild in Italien. "Wir bewegen uns in einem Marktsegment für Produkte von hoher Qualität, die vor allem beim Limoncello anerkannt wird. Der Bekanntheitsgrad wächst von Tag zu Tag, so dass wir in den USA inzwischen Marktführer sind."

Das Unternehmen hat 26 Angestellte, gerne würde Signora Pallini mehr einstellen, doch sie verzichtet. Die Regierung Monti hat zwar das Arbeitsrecht leicht reformiert, doch selbst bei betriebsbedingten Kündigungen muss eine Firma bis zu 24 Monatsgehälter weiterbezahlen. "Der Kündigungsschutz ist noch immer zu restriktiv", erzählt Micaela Pallini. "Es gibt weiterhin Einschränkungen, die es mir nicht erlauben, je nach Wirtschaftslage jemanden flexibel einzustellen oder zu entlassen."

Italiens Firmen bleiben wegen der starren Arbeitsmarktregeln oft lieber klein. Der Bestand des Familienunternehmens Pallini ist nicht gefährdet, auch in Zukunft wird die Destillerie an die hundert verschiedene Liköre produzieren. Schade nur, dass Vater und Tochter nicht auf neue Arbeitsplätze anstoßen können.

Sendedaten
makro
"Italien vor der Wahl"

Freitag, 22. Februar 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung: Italien
Italien vor der Wahl
Italien steht vor einer Schicksalswahl. Mario Monti hat zwar einige Wirtschaftsreformen auf den Weg gebracht, vieles ist aber auch im politischen Gestrüpp stecken geblieben. makro unterwegs im Krisenland Italien.
Archiv (30.03.2012)
Bella Italia?
Italiens Wirtschaft ist alles andere als in Bestform. Doch es sieht so aus, als würde Berlusconi-Nachfolger Mario Monti die Wende gelingen.
Schwerpunkt
Finanzkrise
Schwerpunkt
Europa