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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Öl-Tanker © dpa Lupe
Tanker wie die Sirius Star geraten in den Fokus der Piraten im Golf von Guinea.
Neuer Brennpunkt
Piraten vor Westafrika
Im Golf von Guinea entsteht ein neuer Piraten-Hotspot. Dort wird, von Nigeria bis Ghana, immer mehr Öl und Gas gefördert. Das weckt Begehrlichkeiten. Anders als vor Somalia geht es hier weniger um Lösegeld als vielmehr um Beute.
Anders als in Somalia gibt es in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, eine Regierung und eine funktionierende Infrastruktur. Und: Das Land besitzt Bodenschätze - vor allem Öl und Erdgas. Im Golf von Guinea, den Gewässern vor Nigeria, weckt das Begehrlichkeiten.

Im September 2012, 30 Seemeilen vor der nigerianischen Küste, wird die "Abu Dhabi Star", ein Tanker beladen Erdgas, von Piraten überfallen. Sie kommen in vier Booten, insgesamt 20 Mann. Sie sind bewaffnet. Kapitän und Mannschaft retten sich in den Sicherheitsraum und senden einen Notruf.

Die nigerianische Marine kann das Schiff und die Besatzung schließlich befreien. Die Piraten fliehen. Der sichtbar erleichterte Kapitän Arun Chandran berichtet: "Die Piraten gelangten auf die Schiffsbrücke und brachen die Tür auf. Eigentlich sollte das Glas sehr stabil sein", erzählt der Kapitän. „Ich habe keine Ahnung wie sie es kaputt machen konnten." Dann übernahmen sie die Kontrolle über das Schiff. "Alle Piraten wussten genau, was sie zu tun hatten. Ich glaube, es waren Professionelle. Sie nahmen die Fahrtgeschwindigkeit zurück und stoppten den Motor."

Der neue Piraten-Hotspot
Lupe
Fette Beute in Form von Öl- und Gas lockt moderne Raubritter vor die Küste Westafrikas. Im Gegensatz zum failed state Somalia im Osten gibt es hier jedoch für afrikanische Verhältnisse gut funktionierende Staaten, die sich zu wehren wissen.
52 Mal schlugen die westafrikanischen Piraten im letzten Jahr im Golf von Guinea zu. Die Region entwickelt sich zum neuen Hotspot der Piraterie, seit die Angriffe vor Somalia zurück gehen. 2011 hat der Versicherer Lloyd's Nigeria, Benin und die benachbarten Gewässer in die höchste Gefahrenkategorie für Schifffahrt eingestuft.

Anders als an der Ostküste des Kontinents wird im Westen weniger auf Entführungen gesetzt, hier ist man auf Beute aus. Und Beute heißt in den Gewässern vor Nigeria vor allem Öl und Gas. 95 Prozent des Exports machen Rohöl und Rohölprodukte aus. Öl- und Gastanker findet man überall vor der Küste.

Obwohl Nigeria seit 1991 viel Geld mit Erdöl verdient, ist die Zahl der in Armut lebenden Menschen von 19 auf 90 Millionen gestiegen, das sind mehr als zwei Drittel der Bevölkerung. Wie so oft ist auch in Nigeria Armut Nährboden für Piraterie. Öldiebstahl spielt dort schon lange eine wichtige Rolle als Einnahmequelle - immer unterstützt durch die vielerorts herrschende Korruption.

Auf Beute aus
Die Piraten im Golf von Guinea gelten als besonders gewalttätig. 2009 etwa töteten sie den 1. Offizier des deutschen Tankers "Cancale Star" bei einem Überfall. Die Piraten stören den Handel in der Region. Die Küstenwachen der Anrainerstaaten sind zum Teil nicht stark genug. Nigeria, Benin und Togo haben sich jetzt zusammengetan, um die Piraten besser bekämpfen zu können - so wie im Fall der Abu Dhabi Star.

In diesem Fall konnten die Piraten kaum Beute machen. Die Besatzung wurde gerettet. Allerdings blieben auch die Piraten unversehrt und konnte fliehen. Der Einsatzleiter gab dafür eine sehr einleuchtende Erklärung: "Wir reden hier über ein Schiff, beladen mit 50 Tonnen entflammbaren Material. Das macht das Ganze schwieriger als du denkst. Wenn du zum Beispiel anfängst zu schießen, geht der Tanker in Flammen auf. Du kannst dir das Ausmaß eines solchen Feuers vorstellen."

Sendedaten
makro
"Die 'Piraten AG'"

Freitag, 8. Februar 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung
Die "Piraten AG"
Die Piraten sind zurück. 5000 Angriffe gab es weltweit seit 1984. Damit erlebt ein lukratives Verbrechen Renaissance, das längst als überwunden galt. Mit erheblichen ökonomischen Folgen. Freie Beute statt freier Handel!
Archiv (06.07.2012)
Die "Piraten AG"
Das Hase-und-Igel-Spiel vor Somalias Küste zwischen Nato und lokalen Habenichtsen geht ins fünfte Jahr. Ein Ende ist nicht absehbar, denn die Habenichtse sind Somalias einzige echte Devisenbringer.
Schwerpunkt
Schifffahrt
Schwerpunkt
Afrika
Gold in Südafrika, unfairer Welthandel, Rückzugsraum für Despoten wie Mugabe in Simbabwe. Der letzte verkannte Binnenmarkt, Aufbruch, Tourismus und Armut: Afrika steckt voller Gegensätze.