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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Bislang wurde kein Schiff entführt, das bewaffnete Sicherheitskräfte an Bord hatte.
Reeder rüsten auf
Um ihre Schiffe zu schützen, greifen Reeder auf bewaffnete Sicherheitsleute zurück. Dennoch: Alle Sicherheitsmaßnahmen verursachen Kosten, die bei den aktuell extrem niedrigen Frachtraten kaum gedeckt werden können.
Der Reeder geht an Bord. Ernst Peter Komrowski leitet in dritter Generation seine familieneigene Reederei in Hamburg. Versteckt im Rumpf der Tongan hat Komrowski eine sogenannte Zitadelle, einen geheimen Sicherheitsraum, einbauen lassen. Wir dürfen ihn zwar drehen aber nicht zeigen wo er sich genau im Schiff befindet. Denn hierhin soll sich im Falle eines Piratenangriffs die Besatzung retten. Von hier kann sie die Schiffs-Maschine steuern, Notrufe absetzen, und das Licht an Bord ausschalten.

Der Sicherheitsraum, Stacheldraht an der Reling - Piraterie verursacht Zusatzkosten, die Komrowski bei einem mittelgroßen Containerschiff auf rund 150.000 Dollar pro Jahr beziffert.

Blühendes Geschäft für Versicherer
Hier in Bremen wird mit der Piraterie Geld verdient. Das Versicherungsunternehmen Lampe und Schwartze sichert Reedereien aus aller Welt auch gegen das Risiko von Piratenangriffen ab. Seit mehr als 150 Jahren ist das Unternehmen weltweit tätig. Policen für Piraten-Überfälle und Lösegelder gehören seit langem dazu und laufen gut. Die Bremer Firma gehört zu den zehn größten deutschen Versicherungsvermittlern. Doch Mehreinnahmen hier bedeuten Mehrkosten für die Reeder.

Um die Kosten für die Schiffsversicherungen zu reduzieren und ihre Schiffe zu schützen nehmen immer mehr Reedereien die Dienste von Sicherheitsunternehmen in Anspruch. Für bis zu 20.000 Dollar Sold am Tag. Mit Erfolg. Bislang wurde kein Schiff entführt, das bewaffnete Sicherheitskräfte an Bord hatte.

Allerdings gibt es juristische Probleme. Deutschland hat den Einsatz bewaffneter Söldner auf Schiffen unter deutscher Flagge bislang verboten. Zu unsicher, zu gefährlich und damit zu heikel, so heißt es. Die Reeder zieht es - auch deshalb - ins Ausland.

Bewaffnete Sicherheitsleute, Sicherheitsraum, Stacheldraht an der Reling - Piraterie verursacht Zusatzkosten. © apLupe
Diese Reise endet hier: Soldaten der internationalen Militärmission bringen Piratenschiff auf. © dpaLupe
In den Piratengebieten wird aufgerüstet. Auf allen Seiten. © dpaLupe
Die "aufgemotzte" Reling dieses Schiffes soll Sichtschutz gewährleisten und Piraten das Entern erschweren. Das klappt nicht immer. © dpaLupe

Bodyguards für Handelsschiffe
Die deutschen Reeder wie der Hamburger Ernst Peter Komrowski sorgen sich vor allem um ihre Schiffe und ihre Besatzung. Er und seine Mitarbeiter haben bereits hautnah Erfahrung mit Piraten gemacht, können sich noch gut erinnern: Vor drei Jahren wurde das Schwesterschiff der Tongan die Taipan vor der Küste Somalias von Piraten gekapert.

Niederländische Spezialeinheiten befreiten das Schiff und nahmen die Seeräuber fest. In einem monatelangen Mammutprozess, der den deutschen Steuerzahler Millionen gekostet hat, wurden die Somalis schließlich zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Zum Schutz vor Piraten, sollen die deutschen Reeder in Zukunft auf ihren Schiffen auch unter deutscher Flagge private Sicherheitsfirmen einsetzen dürfen. Die Genehmigungen dafür lassen allerdings auf sich warten. Bis es soweit ist, macht es Reeder Komrowski wie die meisten seiner Berufskollegen: Er lässt sein Schiff unter ausländischer Flagge fahren und setzt private bewaffnete Sicherheitskräfte ein - mit Erfolg. Schon mehrfach haben sie Piraten in die Flucht geschlagen.

Sendedaten
makro
"Die 'Piraten AG'"

Freitag, 8. Februar 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung
Die "Piraten AG"
Die Piraten sind zurück. 5000 Angriffe gab es weltweit seit 1984. Damit erlebt ein lukratives Verbrechen Renaissance, das längst als überwunden galt. Mit erheblichen ökonomischen Folgen. Freie Beute statt freier Handel!
Archiv (06.07.2012)
Die "Piraten AG"
Das Hase-und-Igel-Spiel vor Somalias Küste zwischen Nato und lokalen Habenichtsen geht ins fünfte Jahr. Ein Ende ist nicht absehbar, denn die Habenichtse sind Somalias einzige echte Devisenbringer.
Schwerpunkt
Schifffahrt