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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Lupe
Busserl-Gesellschaft
Österreich bläst zur Jagd auf die Korruption. Seit Jahren schon steckt die Alpenrepublik tief im Korruptionssumpf. Nun wird vor den möglichen Enthüllungen eines Untersuchungsausschusses gezittert.
Graf Alfons Mensdorff-Pouilly, genannt Graf Ali ist angeklagt wegen Geldwäsche. Der Unternehmer ist Dauer-Verdächtigter in vielen Schmiergeld-Affären. Zwar kamen vor Gericht saftige Details ans Licht, doch die Beteiligten mauerten. Und so endete Österreichs jüngster Korruptionsprozess wie so oft: mit Freispruch mangels Beweisen.

Graf Alis Wildhatzen waren legendär: ein Freilicht-Kontakthof für Geldadel, Politik und Industrie. Bei seinen Jagden vermittelte der Lobbyist ungeniert Geschäfte, vor allem für die Rüstungsindustrie. Jetzt zittert die Machtelite vor weiteren Enthüllungen. Österreich steckt tief in einem gigantischen Korruptionssumpf.

Ein Untersuchungsausschuss soll nun klären, wer bei wem die Hand aufgehalten hat. "Sie können eine Nadel in die Hand nehmen, irgendwo reinstechen, und es ist eine Korruptionsblase. Und das stinkt ganz fürchterlich", erzählt Peter Pilz vom Untersuchungsausschuss.

Überall floss Schmiergeld
Ob beim Kauf des Eurofighters für die österreichische Luftwaffe, bei der Privatisierung des staatlichen Immobilienimperiums BUWOG, oder bei Geschäften der staatsnahen Telekom - immer sollen Millionen an Schmiergeldern geflossen sein. Mit mysteriösen Beraterhonoraren, astronomischen Abfindungen, saftigen Parteispenden sollen sich gierige Amtsträger die Taschen gefüllt, Unternehmer sich lukrative Aufträge ergaunert haben.

In der Wiener Busserl-Gesellschaft kennt halt jeder jeden - gute Freunde fanden sich da schnell. Industrie und Politik im trauten Miteinander. Der Bestechungsreigen drehte sich immer schneller.

Besonders schlimm wurde das Mauscheln, als der Konservative Wolfgang Schüssel und sein Minister Jörg Haider das Land lenkten. 5 ehemalige Minister des Schüssel-Kabinetts stehen nun unter Korruptionsverdacht. Schüssel musste sein Abgeordnetenmandat aufgeben - und behauptet nun, von all dem dunklen Treiben nichts gewusst zu haben. "Das war Österreich unter Wolfgang Schüssel: ein einziger riesiger Sautrog, der mit Milliarden gefüllt war und dann plötzlich leer gefressen war", erzählt Peter Pilz.


Bestechung als Kavaliersdelikt
Ganz so leer war der Trog anscheinend aber noch lange nicht: Auch der amtierende Bundeskanzler Werner Faymann steht unter Korruptionsverdacht. Und gerade erst wurde der ehemalige Innenminister Ernst Strasser zu 4 Jahren Haft verurteilt - ebenfalls wegen Bestechlichkeit. Kein Wunder: Bis vor wenigen Monaten waren anonyme Geldgeschenke an die Parteien völlig legal, Bestechung nur ein "Kavaliersdelikt", frei nach dem Motto: Ein bisschen was geht immer. Erst im Sommer 2012 verabschiedete das Parlament ein Anti-Lobbyismus-Gesetz - auch das noch viel zu lasch, monieren Kritiker.

Die Korruption scheint in Österreich fest verankert. Satte 27 Milliarden Euro kostete die geschmierte Vetternwirtschaft die Österreicher allein 2012, schätzt die Universität Linz. Eine Milliarde mehr als noch im Vorjahr.

Neues Personal aus dem fernen Kanada?
Das gemeine Volk nimmt die Spezi-Wirtschaft und Skandale gelassen. Neues Personal auf der Politbühne ist sowieso kaum in Sicht. Nur aus dem fernen Kanada meldete sich unlängst ein Kandidat: Frank Stronach, in Deutschland eher bekannt als gescheiterter Opel-Retter. Der Unternehmer aus der Steiermark will nun die Heimat retten und tönt von Neuanfang. Doch auch Selfmade-Milliardär Stronach ist seit Jahren mit der Politik eng verbandelt und hat von Österreichs Vetternwirtschaft kräftig profitiert. Sein Konzern Magna ist Kaderschmiede für Minister und Auffangbecken für Geschasste. Auch Politneuling Stronach scheint Teil des alten Systems.

In diesem Jahr wird in Österreich ein neues Parlament gewählt. Mehrere Korruptionsprozesse stehen ebenfalls an. Ein politischer Neuanfang ist dennoch eher unwahrscheinlich.

Sendedaten
makro
"Wirtschaftswunder Österreich"

Freitag, 25. Januar 2013, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung: Österreich
Wirtschaftswunder Österreich
Wuchtig trotzt das Wiener Burgtheater den Unbilden der Zeit. Diese prüfen auch Österreichs Wirtschaft mit ungewohnter Härte. Die Handelspartner in Osteuropa wanken. Trotzdem läuft es nicht schlecht.
Schwerpunkt
Europa