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Vorschau
21.06.2013
Die neue Wohnungsnot
Nachdem Deutschlands Immobilien-preise viele Jahre hinter anderen Ländern zurückgeblieben sind, holen sie jetzt kräftig auf. Der Grund: Das Niedrigzinsumfeld treibt viel Geld in Sachwerte.
Navigationselement
© reuters Lupe
Chongqing - Superstadt im Herzen Chinas
Chongqing ist die größte Stadt der Welt. 33 Millionen Menschen leben bereits in dieser Megacity, die so groß ist wie ganz Österreich. Und die Stadt wächst ungebremst weiter, denn mit seinen Chancen und Verlockungen ist Chongqing ein wahrer Menschenmagnet.
Auch Gan Xiaocheng ist vom Land in die Stadt gezogen, wo er als Bangbang arbeitet, als Lastenträger. Mit der Bambusstange schleppt er Lasten durch die Stadt: Koffer einer Reisegruppe, Motorenteile oder Möbelstücke. Ein Knochenjob mit dem er hier mehr verdient, als zuhause.

Das Versuchslabor der Regierung
Menschen wie Gan sollen Chongqing zum Prototyp eines neuen Wirtschaftsbooms machen. Die Megacity ist ein planwirtschaftlicher Feldversuch: Aus bettelarmen Bauern sollen besser verdienende Städter werden. An der Uni von Chongqing wird dieses gigantische Projekt von Hu Wen, Professor für Stadtplanung, begleitet.


Neben neuen Fabriken baut die Regierung dafür auch Tausende Sozialwohnungs-Silos. Hier erhalten Familien mit geringem Einkommen eine staatlich finanzierte Wohnung.

Die dunkle Seite der Macht
© ap Lupe
Der ehemalige Gouverneur Bo Xilai
Die politische Führung hatte in Chongqing viele Jahre lang Gouverneur Bo Xilai, einer der mächtigsten Männer Chinas. Medienwirksam regierte er die Stadt in einer Mischung aus Modernisierung und kommunis-
tischer Tradition. Bisweilen mit bizarren Zügen. Überall trällerten Chöre alte Mao-Gassenhauer. Im örtlichen Fernsehsender liefen Partei-Kompositionen statt Werbespots.

Im Kampf gegen die Mafia griff der Gouverneur hart durch. Mehr als 1000 Verdächtige ließ er verhaften, zum Teil foltern und sogar hinrichten. Der kriminelle Sumpf sollte ausgetrocknet werden. Ein Sumpf, in dem Bo und seine Frau selbst bis zur Halskrause steckten, und der seine steile Karriere in diesem Jahr abrupt beendete. Bos Frau wurde wegen Mordes an einem britischen Geschäftsmann verurteilt, gegen den ehemaligen Gouverneur laufen Verfahren wegen Machtmissbrauch und Korruption. Nun droht auch ihm die Todesstrafe. Die Partei greift durch, so das unmissverständliche Signal. Auch, um das Vertrauen der Bürger in die Regierung wieder zu festigen.

Zukunft ohne Vergangenheit?
Für Menschen wie Lastenträger Gan ist das Treiben der Polit-Elite und deren Reichtum unfassbar. Statt in Luxus, lebt er mit 19 anderen Bangbangs in einem kleinen Zimmer. Von den umgerechnet 150 Euro, die er monatlich verdient, spart er zwei Drittel, denn seine Kinder sollen es einmal besser haben und später die Universität besuchen. Gan ahnt, dass sein traditionsreicher Beruf kaum Zukunftschancen hat, in Chinas neuer Boomtown Chongqing.

Sendedaten
makro
"Chinas neue Mitte"

Freitag, 12. Oktober 2012,
21.00 Uhr

Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung
© ZDF Kerstin BänschChinas neue Mitte
"Chengdu" heißt Chinas neue Wirtschaftsmetropole. Sie liegt fernab der Küste im Hinterland. Doch 200 der 500 weltweit führenden Unternehmen sind bereits vor Ort und lassen dort produzieren und montieren.