Zankapfel sind ein paar unbewohnte Felsen im Ostchinesischen Meer: die Senkaku-Inseln. Es geht um Rohstoffe, die in den Gewässern vermutet werden, um Öl- und Gasvorkommen - aber auch um Fische, und vielleicht vor allem um nationales Prestige. Und letzten Endes darum, wer in der Region das Sagen hat: China oder Japan. Es ist ein Kampf um die politische und wirtschaftliche Vorherrschaft.
Umstritten sind die Inseln schon lange. Immer wieder besetzten Aktivisten die unbewohnten Felsen. China macht Ansprüche aus der Ming-Zeit geltend, Japan hält dagegen. Eskaliert ist der Dauerstreit aber erst, seit China immer aggressiver seine wirtschaftlichen Interessen durchsetzt - und dabei seine Nachbarn brüskiert. Denn das Land der Mitte fühlt sich nach rasantem Wachstum nun stark genug, dem Erzfeind Japan die Stirn zu bieten. Peking nutzt die selbst inszenierten Proteste als Wirtschaftswaffe.