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Vorschau
07.06.2013
Chinas Vasallen
Jenseits der chinesischen Grenzen wächst ein Kordon aus Vasallen. Die Staaten Südostasiens können sich der neuen Supermacht nicht entziehen. Durch wirtschaftliche Kolonialisierung sichert China seinen Einfluss.
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© ap Lupe
Streit um ein paar Felsbrocken
Zwischen China und Japan kriselt es. "Stein des Anstoßes" sind zwar nur ein paar Felsbrocken - dahinter steckt aber viel mehr. Diplomatische Lösungsversuche - Fehlanzeige.
Tagelang entlädt sich der Volkszorn in Dutzenden von chinesischen Städten. Die Demonstrationen werden von der Regierung in Beijing nicht nur geduldet, sondern wohl auch orchestriert.

"Krieg ist die einzige Möglichkeit, das Problem zu lösen", johlt ein Demonstrant Richtung Kamera. "Es gibt nur einen Weg: Krieg! Wir haben keine Angst vor Japan. China ist sehr stark. Handelssanktionen oder Protest werden die Japaner nicht vertreiben. Nur durch Krieg können wir die Inseln zurückerobern."

Senkaku-Inseln als Objekt der Begierde
Zankapfel sind ein paar unbewohnte Felsen im Ostchinesischen Meer: die Senkaku-Inseln. Es geht um Rohstoffe, die in den Gewässern vermutet werden, um Öl- und Gasvorkommen - aber auch um Fische, und vielleicht vor allem um nationales Prestige. Und letzten Endes darum, wer in der Region das Sagen hat: China oder Japan. Es ist ein Kampf um die politische und wirtschaftliche Vorherrschaft.

Umstritten sind die Inseln schon lange. Immer wieder besetzten Aktivisten die unbewohnten Felsen. China macht Ansprüche aus der Ming-Zeit geltend, Japan hält dagegen. Eskaliert ist der Dauerstreit aber erst, seit China immer aggressiver seine wirtschaftlichen Interessen durchsetzt - und dabei seine Nachbarn brüskiert. Denn das Land der Mitte fühlt sich nach rasantem Wachstum nun stark genug, dem Erzfeind Japan die Stirn zu bieten. Peking nutzt die selbst inszenierten Proteste als Wirtschaftswaffe.

Handelskrieg: Reden Sie mit!

Wirtschaftswaffe: Boykott!
Ganz offen rief das Staatsfernsehen zum Boykott japanischer Waren auf. Chinesische Sanktionen würden Japan viel schlimmer treffen als China. Daraufhin plünderten aufgestachelte Chinesen japanische Supermärkte, Fabriken und Geschäfte. Der Handelskonzern Aeon mußte 30 seiner 35 Supermärkte in China schließen. Auch Elektronik- und Autokonzerne wie Sony und Toyota machten ihre Fabriken dicht. Für Japan ein Schock.

Das Handelsvolumen mit China beträgt 345 Milliarden Dollar im Jahr. Für die lahmende japanische Wirtschaft ist der Export in das Nachbarland ein wichtiger Hoffnungsträger. Die Chinesen kaufen vor allem Elektronik- und Konsumgüter bei ihnen ein. Andererseits ist China ein wichtiger Lieferant von Seltenen Erden. Ein Boykott würde Japans High-Tech-Industrie schwer treffen, denn ohne diese Rohstoffe geht es nicht. Sie stecken in allen modernen Bildschirmen und Handys, ebenso wie in vielen Metall- und Autoteilen.

Japans Autobauer als Leidtragende
Ohnehin würden Japans Autobauer wohl am schlimmsten unter einem Handelskrieg leiden. Allein Toyota musste schon 30 Prozent Umsatzeinbußen in China hinnehmen. Hunderttausende Chinesen könnten ihre Montage-Jobs verlieren. Ein Handelskrieg würde deshalb letzlich auch China treffen.Chinesische Autobesitzer leiden ebenso. Die Krawalle schaden allen.Das dämmert nun auch den Randalierern. Doch noch sind vielerorts japanische Geschäftsfassaden verhängt.

Und auch in Tokio gab es Proteste. Japan will sich von den Boykottdrohungen nicht einschüchtern lassen. Die Fronten sind verhärtet.Der Zankapfel im Ostchinesischen Meer bleibt – die wirtschaftliche Verflechtung beider Länder aber auch. Bluten müssen beide Volkswirtschaften, wenn der Streit nicht beigelegt wird. Und danach sieht es momentan nicht aus.

Sendedaten
makro
"Globaler Handelskrieg"

Freitag, 28. September 2012,
21.00 Uhr

Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung
Globaler Handelskrieg
Jeder gegen jeden. Im globalen Handelskrieg gibt es keine klaren Fronten. Europäer, Chinesen und Amerikaner kämpfen um Wettbewerbsvorteile für die jeweils eigene Industrie.