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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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© reuters Lupe
Überleben in Ruinen
Eine Vergangenheit mit 20 Jahren Bürgerkrieg, Terroristen, Attentaten: Hunger und Zerstörung prägen den Alltag in Somalia. Doch seit die islamistischen Terroristen aus Mogadischu vertrieben sind, regt sich leiser Optimismus.
Seit vierzig Jahren hält das Land den Spitzenplatz in der Liste der gescheiterten Staaten. Terroristen und rivalisierende Clans bekriegen sich, die Regierung ist macht- und hilflos - doch seit die islamistischen Terroristen zumindest die Hauptstadt Mogadischu freigegeben haben, wächst manchenorts zarte Hoffnung.

Die somalische Küstenwache hat in einer Ruine ihr "Hauptquartier". Mann und Material sind gezeichnet von Bürgerkrieg und Piratenkämpfen, von Mangel und Improvisation - wie das gesamte Land. Doch jetzt, da die islamischen Terroristen aus der Hauptstadt Mogadischu herausgedrängt sind, schöpfen die Soldaten Hoffnung. Mit ihrer "Mini-Flotte", den Einsatzbooten 1 und 2, fahren sie täglich Streife, um Hafen und Küste zu "sichern". Ohne Bordkanonen und mit wenig Sprit. Denn der ist knapp.

In der Stadtmitte Mogadischus: Ruhe statt Gewehrsalven. Friedenssoldaten der Afrikanischen Union sichern die zerschossene Stadt. Noch vor einem Jahr verlief die Front mitten durch Mogadischu. Bewohner kehren in die Hauptstadt zurück, seit die Terroristen weg sind. Die Stadt versucht den Normalzustand, doch das Ausmaß der Zerstörung ist brutal: Es gibt keine Infrastruktur, keinen Strom, keine Müllabfuhr - 2,5 Millionen Menschen leben in Ruinen und Zelten.

Im Schatten der Angst
Immer mehr Menschen auf dem Land retten sich vor dem Terror, der im Süden nach wie vor herrscht, in die Hauptstadt. Sie erhoffen sich einen Neuanfang - und stranden in Flüchtlingscamps und Notunterkünften. Hier erhalten sie ein Minimum an Versorgung, mehr nicht. "Das Essen reicht nicht aus", sagt eine geflohene Mutter aus Bay. "Meine Kinder brauchen Milch, doch die ist zu teuer. Reis, Nudeln, Mehl - das kann ich mir nicht leisten."

Als wäre das Chaos nicht groß genug, erschüttern wöchentliche Terrorakte den Alltag: Kürzlich zerstörte eine Selbstmord-Attentäterin das Nationaltheater am Tag seiner Wiedereröffnung nach 21 Jahren Bürgerkrieg. 2000 Menschen wollten hier den Neuanfang feiern - zehn von ihnen starben. Von einem normalen Alltag ist Somalia weit entfernt. Die Bevölkerung protestiert gegen Hunger und Chaos. Und gegen eine korrupte Regierung, die 90 Prozent des Staatshaushalts in die eigene Tasche steckt. Ein funktionierendes Parteiensystem, eine politische Führung gibt es nicht.

Zarte Hoffnungspflänzchen
Nur selbst ist der Mann. So nehmen die Fischer an der Küste den Hammer in die Hand. Sie bessern ihre Boote aus und trauen sich wieder rauszufahren, seit die islamistische Terrorgruppe Al Shabaab von der Küste verschwunden ist. Ein Fischer sagt: "Unser Leben ist plötzlich einfacher geworden, und vielleicht wird ja irgendwann alles besser. Jedenfalls schießt Al Shabaab schon mal nicht mehr auf uns, wenn wir rausfahren und fischen wollen."

Auch die Küstenwache fährt wieder raus und hofft, dass sie irgendwann, in einem sicheren, souveränen Staat ihren Dienst tun.

Sendedaten
makro
"Die Piraten AG"

Freitag, 6. Juli 2012, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung
© apDie "Piraten AG
Das Hase-und-Igel-Spiel vor Somalias Küste zwischen Nato und lokalen Habenichtsen geht ins fünfte Jahr. Ein Ende ist nicht absehbar, denn die Habenichtse sind Somalias einzige echte Devisenbringer.
Schwerpunkt
Afrika
Gold in Südafrika, unfairer Welthandel, Rückzugsraum für Despoten wie Mugabe in Simbabwe. Der letzte verkannte Binnenmarkt, Aufbruch, Tourismus und Armut: Afrika steckt voller Gegensätze.