Trotzdem: Premier David Cameron legt sich nicht ernsthaft mit der Finanzwirtschaft an. Keine Finanztransaktionssteuer und nur wenige Gesetzesverschärfungen muss die Branche fürchten. London sei der führende Finanzplatz der Welt, begründet Cameron seine Zurückhaltung. "Der Finanzsektor trägt den Rest der britischen Wirtschaft und im weitesten Sinne auch die Wirtschaft Europas."
Keiner weiß das so genau wie die Branche selbst, sagt der ehemalige Investmentbanker und City-Aussteiger Geraint Anderson: "Immer wenn von strengeren Gesetzen die Rede ist, sagen die Banker und Fondsmanager: Wenn ihr uns stärker reguliert oder besteuert, ziehen wir nach Zürich oder Dubai. Sie setzen der Politik die Pistole auf die Brust. Ihr dürft uns nicht anrühren, sonst hauen wir ab und ihr verliert eure Steuereinnahmen."
Die Politik als Geisel der City? Lockere Regeln und laxe Staatskontrollen in der Vergangenheit haben die Finanzindustrie mächtig gemacht, übermächtig so scheint es.