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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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© ap Lupe
Super-Mario als Krisenmanager
Kompetent, seriös, staatsmännisch und bescheiden: Er scheint alles das zu sein, was sein Vorgänger Berlusconi nicht war. Mario Monti wirkt wie eine vertrauensbildende Maßnahme.
Mario Monti schafft Vertrauen. Gegenüber den europäischen Nachbarn, seinen Landsleute und der Banken- und Finanzwelt. Kein Wunder, Mario Monti war zwei Mal EU-Kommissar. Er ist Professor an einer Mailänder Privatuniversität und war Berater der Investmentbank Goldman und Sachs. Das ist bitter nötig, denn er muss Italien retten. "Salva Italia" lautet der Name des Sparprogramms der Monti-Regierung. Rette Italien! Viele Maßnahmen waren schon wenige Wochen nach der Amtsübernahme Gesetz.

Es muss schnell gehen, denn Mario Monti bleibt nur Zeit bis zum nächsten Frühjahr. Dann sind in Italien Wahlen und Monti ist danach wieder Professor in Mailand und die Politiker übernehmen. Jedenfalls ist das der Plan.

Schmerzhafte Sparmaßnahmen
Milliarden Euro soll Monti sparen. Das geht nicht, ohne dass es weh tut. Mit der Reform der Renten traf es gleich fast Alle: Das Rentenalter wird für Frauen und Männer im Öffentlichen Dienst gleichermaßen auf 67 Jahre angehoben. Für Renten über 932 Euro gibt es keine Anpassung an die Lebenshaltungskosten mehr. Bei der Verkündung der Maßnahme brach die zuständige Ministerin aus dem Kabinett Monti in Tränen aus. Natürlich fehlt bei Mario Montis Rettung Italiens auch die Steuererhöhung nicht. Die 2008 abgeschaffte Grundsteuer wurde zum Beispiel wieder eingeführt. Eine Sondersteuer auf Luxusautos, Boote und Privatflugzeuge wird zukünftig erhoben. Auf eine Vermögenssteuer dagegen verzichtet die Regierung Monti.

Dafür soll niemand mehr ungestraft Steuern hinterziehen. 100 Milliarden Euro entgehen dem Staat jährlich auf diese Weise. Die Steuerfahndung hat derzeit in Italien Hochkonjunktur. Montis Ziel: Mehr Steuerehrlichkeit. Sparen allein kann Italien nicht retten. "Cresci Italia", "Wachse Italien" heißt daher der zweite Teil des Programm Montis. Er soll das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Eine Maßnahme: Der Handel soll liberalisiert, Lizenzen für Apotheken, Tankstellen, Notare und Taxis frei gegeben werden. Bisher galten sie an vielen Orten als "erblich" und waren klar begrenzt. Das hat zu massiven Protesten bei den Betroffenen geführt.

Reform des Arbeitsmarktes
Die größte Herausforderung hat sich Monti bis zu letzt aufgehoben. Er will den italienischen Arbeitsmarkt reformieren. Hier geht es vor allem um eine Aufweichung des Kündigungsschutzes. Der ist in Italien seit den 70er Jahren besonders stark - und besonders "heilig". Alle Änderungen auf diesem Gebiet sind bisher gescheitert. An den starken italienischen Gewerkschaften. Mit denen hatte Mario Monti bis vor kurzem verhandelt. Ohne Erfolg. Jetzt will er seine Reformen auch ohne ihre Zustimmung durchführen. Ob ihn dann immer noch wie bisher die Mehrheit seiner Landsleute unterstützt wird sich zeigen.

Sendedaten
makro
"Bella Italia?"

Freitag, 30. März 2012, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung
© apBella Italia?
Berlusconi ist Geschichte. Die Folgen seiner Politik nicht. Italiens Wirtschaft ist alles andere als in Bestform. Doch es sieht so aus, als würde Berlusconi-Nachfolger Mario Monti die Wende gelingen.
Schwerpunkt
© Diliff, GNU FDL, CC-BY-3.0Europa