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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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© reuters Lupe
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Weltweit ausgebremst
Einst fürchtete sich die deutsche Autoindustrie vor der französischen Innovationsfreude. Doch diese Zeiten sind vorbei – heute befindet sich die französische Automobilbranche in der Krise. Die Gründe dafür sind vielfältig.
Das waren noch Zeiten! Die legendäre Ente machte Citroen weltbekannt. Solch internationale Erfolge vermisst Frankreichs größter Autokonzern PSA, Peugeot-Citroen, schmerzlich. Nicht mehr als ein Hoffnungsschimmer: der neue 208 von Peugeot. Damit will PSA dem Marktführer VW Paroli bieten und dem Polo Konkurrenz machen. Der 208 allein wird den Verfall der Marktanteile in Europa nicht stoppen. Denn die Hauptabsatzmärkte der Franzosen liegen ausgerechnet in den Krisenländern Italien, Spanien und Griechenland.

Strategische Allianzen
Schwer zu schaffen machen Peugeot und Citroen auch die Überkapazitäten. Bislang scheute PSA komplette Werksschließungen in Frankreich. Jetzt sollen strategische Allianzen das Überleben sichern. Die Opel-Mutter General Motors darf beim Familienunternehmen PSA mit einem Aktienanteil von 7 Prozent einsteigen.

"Diese Zusammenarbeit mit PSA ist zukunftsweisend", sagt Karl-Friedrich Stracke, Präsident von General Motors Europe. "Wir glauben, dass diese Allianz eine Möglichkeit ist, unsere Kostenstrukturen im Konzern wirklich zu verbessern Wir wollen ja intensive zusammenarbeiten im Bereich des Einkaufs und der Logistik. Auch wollen wir unsere Architekturen teilen und unsere Komponenten und Module entsprechend gemeinsam nutzen."

Die Angst der Arbeiter
Mit dem Einstieg von GM steigt die Angst vor Arbeitslosigkeit. In den letzten fünf Jahren fielen schon 55.000 Arbeitsplätze in der französischen Autoindustrie weg. Das war jede fünfte Stelle. Die Angst der Peugeot-Arbeiter steigt: "Es ist mehr als nur eine Krise. Peugeot wird das Gleiche tun wie Renault, Autos im Ausland bauen und nach Frankreich importieren. Peugeot war hintendran, weil es mehr Autos in Frankreich produzierte als im Ausland. Jetzt will Peugeot das ändern. Auf längere Sicht könnten nur noch 20 Prozent der Autos in Frankreich und 80 Prozent im Rest der Welt gebaut werden."

Im Krisenjahr 2009 machte sich Staatspräsident Sarkozy noch für die heimischen Fabriken stark und sagte: "Dass man ein Renault-Werk in Indien baut, um den Indern Autos zu verkaufen, ist gerechtfertigt. Doch dass man ein Werk in Tschechien baut, um Autos in Frankreich zu verkaufen, ist es nicht."

Globalisierung? Verschlafen.
PSA produziert auch in Tschechien und hier in der Slowakei wegen der niedrigeren Löhne. Doch von dieser Verlagerung nach Ost-Europa mal abgesehen haben die Franzosen die Globalisierung verschlafen. In den USA ist PSA überhaupt nicht vertreten und in China liegt der Marktanteil bei 3 Prozent. Konkurrent VW kommt auf 20 Prozent. "Das große Problem der französischen Hersteller PSA, also Peugeot-Citroen, oder eben Renault ist die Problematik, dass sie hauptsächlich auf dem europäischen Markt aktiv sind, und dieser europäische Markt ist hoch wettbewerbsintensiv – das heißt sie haben es teilweise verpasst, in die Wachstumsregionen wie etwa China zu gehen", meint Automobilexperte Stefan Bratzel.

Zumindest beim Elektroauto hat PSA den Anschluss nicht verpasst und profitiert von einer Allianz mit den Japanern, Vorreiter der Elektromobilität. Mitsubishi i-miev, Peugeot iOn und Citroen C-Zero sind baugleich, werden gemeinsam hergestellt. Ein Anfang. Denn nur mit solchen globalen Strategien kann Frankreich aus der Krise fahren.

Sendedaten
makro
"Vive la France?"

Freitag, 23. März 2012, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
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Thema der Sendung
© apVive la France?
Jahrelang hat Frankreich geprasst. Seine Wirtschaft mit Dauer- Konjunkturprogrammen auf Staatskosten gedopt, seinen Konsum auf Pump finanziert. Nun bekommt die "Grande Nation" die Quittung.
Schwerpunkt
© Diliff, GNU FDL, CC-BY-3.0Europa
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