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Vorschau
Sendung am 20. Oktober
Knappe Medikamente
Antibiotika, Impfstoffe oder Krebsmedikamente - Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind immer häufiger. Viele Medikamentenhersteller sind von einzelnen Zulieferern abhängig.
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Rückblick
Sendung vom 6. Oktober
Schöne neue Landwirtschaft?
Der Kauf des Gentechnikspezialisten Monsanto ist für die Bayer AG ein zweischneidiges Schwert: schlechte Reputation gegen gute Gewinne. Trotzdem: Der Mega-Deal könnte die Zukunft der Landwirtschaft erheblich verändern.
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© reuters Lupe
Preise für Lebensmittel sind drastisch gestiegen.
Die Macht des Mangels
Die Sanktionen von USA und EU treffen Iran hart. Lebensmittelpreise steigen drastisch, der Schmuggel blüht und ab Sommer droht der Finanz-Infarkt. Für Irans Atomprogramm zahlt die Bevölkerung einen hohen Preis.
Das Neujahrsfest steht vor der Tür, die wichtigste Familienfeier in Iran - Geschenke müssen gekauft, das Festmahl vorbereitet werden. Nach Feiern ist aber den Wenigsten zumute. Mehl, Reis, Speiseöl, Zucker: Grundnahrungsmittel sind seit Jahresanfang um ein Drittel teurer geworden. Die iranische Wirtschaft, die vor zehn Jahren noch beachtliche Wachstumsraten von sechs Prozent verzeichnete, geht in die Knie.

Dabei interessiert die Verbraucher wenig, ob die Sanktionen oder die verfehlte Wirtschaftspolitik der Regierung schuld sind: Sie müssen irgendwie über die Runden kommen. "Die Kunden haben kaum noch Geld", sagt ein Verkäufer auf dem Basar. "So kann man nicht leben und arbeiten." - "Wenn man sich allein die Preise für Dollar und Gold anschaut, dann weiß man, was hier los ist. Wir stehen doch schon kurz vor der Pleite. Und die Menschen darben", ergänzt eine Kundin.

Währung unter Druck
Der Kurs des iranischen Rial gegenüber dem US-Dollar geriet nach Ankündigung der jüngsten Sanktionen dermaßen unter Druck, dass die Zentralbank eingreifen musste. Der Rial wurde offiziell um acht Prozent abgewertet. Ein Hinweis darauf, wie sehr die Wirtschaft unter Druck ist.

"Zahlreiche Wirtschaftsexperten, auch Parlamentarier des Regierungslagers und viele andere Anhänger des islamischen Regimes kritisieren die Politik Ahmadinedschads", erklärt Sadegh Zibakalam, Professor für Politik an der Universität Teheran. "Warum unternimmt er nichts, fragen sie."

EU friert Zahlungsverkehr ein
Vor allem der Beschluss der EU, den Zahlungsverkehr mit der iranischen Zentralbank ab Sommer einzustellen, bereitet iranischen Unternehmen große Sorgen. Händler, die europäische Ware importieren, sehen ihre Existenz bedroht. "Unsere Lage ist schwierig", klagt ein Bahrmaschinenhändler. "Die Ware wird wegen der Devisenkurse täglich teurer. Und jetzt können wir auch kaum noch ordern, weil wir nicht wissen, wie die Bezahlung ablaufen soll."

Am Sinn der Sanktionen zweifelt der Händler. Denn während seine deutschen Geräte für iranische Kunden unerschwinglich werden, überschwemmt chinesische Billigware den Markt. Und nicht nur Geräte aus China. Auch gängige westliche Unterhaltungselektronik findet weiter den Weg nach Iran.

Blühender Grenzschmuggel
Ob legal oder halblegal: Sie kommen über die Grenzen der Nachbarländer Irak, Türkei und aus Dubai. "Wir spüren noch keinen großen Druck", wiegelt ein Händler für Unterhaltungselektronik ab. "Selbst wenn die Importe langsam schwieriger werden. aber wir können die Geräte auch in Einzelteilen herschaffen und dann hier zusammenbauen."

Zumindest den Benzinpreis hält die Regierung mit hohen Subventionen stabil. Knapp 30 Eurocent je Liter. Teurer Sprit würde die sozialen Spannungen noch weiter verschärfen.Zwei Millionen neue Jobs hatte Staatspräsident Ahmadinedschad im letzten Jahr versprochen. Zu sehen ist davon nicht viel. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt offiziell bei 25 Prozent. Die Dunkelziffer vermutlich weit darüber.

"Diese Regierung ist ein völliger Ausfall"
Es ist vor allem die einst florierende Mittelschicht, die unter Druck steht, deren Wohlstand zwischen Sanktionen und desaströser Wirtschaftspolitik der Regierung wegschmilzt. "Wenn ein Land ordentlich geführt wird, geschieht so etwas nicht", klagt eine Kundin auf dem Basar. "Diese Regierung ist ein völliger Ausfall. Unsere Hoffnung ruht nur noch auf Gott. Sonst hilft uns keiner mehr."

Vor dem Parlament musste der Präsident diese Woche Rechenschaft ablegen. Von Misswirtschaft sprachen die Abgeordneten. Bislang blieb diese Kritik ohne Folgen.

Sendedaten
makro
"Showdown in Iran?"

Freitag, 16. März 2012, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
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Thema der Sendung
© apShowdown in Iran?
Der Streit um das iranische Atomprogramm schwelt schon seit Jahren. Nun wagt die EU einen Showdown: Mit der Blockade aller Ölimporte will der Westen Iran wirtschaftlich in die Knie zwingen.
Schwerpunkt
© Diliff, GNU FDL, CC-BY-3.0Naher Osten