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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Lupe
Parade der Pasdaran.
Die Mullah AG
Ohne die Billigung der Pasdaran läuft in Iran nichts. Die Elitetruppe des obersten Religionsführers Ajatollah Khamenei kontrolliert heute tausende Firmen an den Schlüsselstellen der Wirtschaft: Öl, Rüstung und Atomprogramm.
Gerade einmal 125.000 Mann ist Irans Revolutionsgarde, die Pasdaran, stark. Dennoch ist die Volksmiliz überall in Irans Wirtschaft, Gesellschaft und Politik präsent. Oberster Befehlshaber der Pasdaran ist Religionsführer Ajatollah Khamenei. Sie bekleiden Spitzenämter in der Regierung. Präsident Ahmadinejad kommt aus ihren Reihen. Von 22 Ministern gehören 13 den Pasdaran an - ebenso wie fast alle 30 Provinzgouverneure. Auch etwa ein Drittel der Parlamentsabgeordneten sind ehemalige Revolutionswächter.

Sie bilden eine religiös zementierte politische Übermacht. Seit den Unruhen im Land setzen die religiösen Führer noch stärker auf ihre Miliz. Sie wollen über die Revolutionsgarden auch die Wirtschaft Irans lenken. Unter dem Vorwand der Privatisierung schanzen die Mullahs den Pasdaran Schlüsselpositionen zu.

Das Imperium der Revolutionsgarden umfasst tausende von Firmen im In- und Ausland - von großen Industriekonzernen bis zu unauffälligen Tochterfirmen, die die wahren Eigentümer verschleiern helfen. Es ist ein unübersichtliches, mafia-ähnliches Firmengestrüpp.

Waffen, Drogen, Schmuggel
Auch der größte Autohersteller des Landes Khodro gehört vermutlich dazu. Der Konzern dient zudem mutmaßlich als Deckfirma für den Schmuggel von Waffen und Drogen, um Geld für die Garden zu beschaffen. Erst 2011 wurden im Senegal 130 Kilogramm Heroin beschlagnahmt, die in Autoteilen versteckt waren.

Waffen produzieren die Pasdaran gleich mit: Denn auch den wichtigen Rüstungs-Sektor dominieren sie. Die iranischen Mittel- und Langstreckenraketen unterstehen von der Produktion bis zum Einsatz den Pasdaran. Sollte der Iran in den Krieg ziehen, werden Revolutionswächter und reguläre Armee Seite an Seite kämpfen. Das Geschäft mit den Waffen aber machen die Pasdaran.

Außerdem kontrollieren die Revolutionswächter das brisanteste Wirtschaftsprojekt des Landes - das geheime Atomprogramm: Ihnen untersteht die gesamte Produktionskette – von der Urananreicherung bis zur Leitung des Projekts. Den Schmuggel verbotener Fertigungsteile organisieren sie ebenfalls weitgehend.

Staat im Staate
Besonders lukrativ sind staatliche Aufträge. Die Pasdaran sind der größte Bauunternehmer im Land: Allein der einflussreiche Baukonzern Chatam beschäftigt 55.000 Pasdaran und andere Milizen - und baut längst nicht mehr nur Straßen. Chatam errichtet U-Bahnstrecken und Brücken, fördert Öl- und Gas, betreibt Einkaufszentren und Krankenhäuser. Mit über 800 Beteiligungen macht der mächtige Mischkonzern geschätzte 7 Milliarden Dollar Jahresumsatz.

Angesichts dieser Übermacht haben private Firmen kaum noch Chancen. Die Revolutionswächter bekommen Vorzugspreise und dürfen zollfrei importieren. Sie verdrängen erfahrene Manager aus Schlüsselpositionen und sind in allen Branchen präsent. Verlässliche Daten gibt es nicht. Experten schätzen aber, dass die Pasdaran etwa ein Drittel der iranischen Wirtschaft direkt kontrollieren. Von der einstigen Schutzmiliz der Mullahs sind die Pasdaran zum Staat im Staate geworden.

Sendedaten
makro
"Showdown in Iran?"

Freitag, 16. März 2012, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung
© apShowdown in Iran?
Der Streit um das iranische Atomprogramm schwelt schon seit Jahren. Nun wagt die EU einen Showdown: Mit der Blockade aller Ölimporte will der Westen Iran wirtschaftlich in die Knie zwingen.
Schwerpunkt
© Diliff, GNU FDL, CC-BY-3.0Naher Osten