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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Lupe
Amerikanischer Alptraum
Camden war früher eine blühende Industriestadt. Heute gilt sie als die gefährlichste Stadt der USA. Der größte Arbeitgeber, die öffentliche Hand, entlässt selbst Polizisten und Feuerwehrleute.
Die Stadt Camden liegt am Ufer des breiten Delaware. Früher war sie eine reiche Industriestadt, doch heute hat sich das Bild der einst blühenden Stadt gewandelt. Camden ist der Alptraum eines jeden Amerikaners. Bei Einsparungen der Regierung wurden 67 Feuerwehrleute und 180 Polizisten wegen der leeren Stadt-Kassen entlassen. Ein halbes Jahr später will makro herausfinden, was aus den Männern geworden ist, die an diesem Tag ihren Job verloren.

Pete und Andy hatten Glück. Sie wurden nur zurückgestuft und konnten ihre Jobs als Feuerwehrmänner behalten. Doch viele der anderen führen ein Leben auf der Straße. "Ein Drittel der gesamten Feuerwehr wurde stillgelegt", erzählen sie uns, "Wir haben von zwölf Einsatz-Fahrzeugen nur noch Acht im Einsatz."

Weniger Löschzüge in den Feuerwachen bedeuten längere Anfahrtswege, erklärt Andy, doch Zeit ist kostbar. Die Brände verdoppeln ihr Ausmaß im Minutentakt, die schnelle Bereitschaft der Feuerwehr ist unbedingt notwendig. "Wir erfüllen weder die nationalen Standards noch die von New Jersey, und wir verstoßen gegen Arbeits-Richtlinien, die unsere Sicherheit garantieren sollen."

Die Männer sind Profis, aber auch sie haben jetzt Angst um ihre Jobs. Die Stadt ist der zweitgrößte Arbeitgeber in Camden, wer auf der Straße sitzt hat so gut wie keine Chance hier.

Obdachlos - der amerikanische Alptraum
Lupe
Carlos und Damon haben alles verloren und keine Chance in Camden ein neues Leben zu beginnen.
Doch was geschah mit den Feuerwehrmännern, die ihre Jobs nicht behalten konnten? Carlos ist Diabetiker und hat mit dem Job auch ihre Krankenversicherung verloren."Ich bin so sauer, so wütend auf New Jersey, auf ganz Amerika" erzähl er, "Ich hatte doch endlich meinen amerikanischen Traum erfüllt, ein kleines Haus gekauft, wo meine Kinder sicher aufwachsen und zur Schule gehen sollten."

Doch jetzt wohnt er wieder hier, zwischen verlassenen Ruinen und Drogendealern, ohne Job konnte Carlos seine Hypotheken nicht mehr bezahlen.

Einst blühende Industriestadt, heute das Zentrum für Kriminalität.Lupe
Nur acht der zwölf vorhandenen Einsatzwagen können genutzt werden - es fehlt Geld und Personal.Lupe
Einige hatten Glück und konnten ihren Posten behalten, auch wenn die Arbeit kaum zu bewältigen ist.Lupe
Menschen suchen in den Trümmern eines Hauses nach wertvollem Metal und ZiegelsteinenLupe

Carlos hat vier Kinder. Sie waren so stolz auf ihn, erzählt er, und auf die Feuerwehr-Uniform. Jetzt hat eine Tankstelle ihm Arbeit angeboten - für den Mindestlohn von fünf Euro pro Stunde. "Die Zeiten, wo einer von einem Job leben konnte, Mittelklasse, das ist vorbei. Du kommst doch mit zwei Einkommen heute kaum noch klar. Die haben aus dem amerikanischen Traum einen amerikanischen Alptraum gemacht."

Small Government - ein Teufelskreis
Lupe
Menschen aus dem einstigen Mittelstand stehen hier für Essensmarken an.
Camden, die reiche Industriestadt - eine schöne Erinnerung. Das Wandgemälde an der Fassade der Stadtverwaltung wirkt fast zynisch, über der langen Warteschlange: Es sind viele Menschen unter den Wartenden, die zum ersten Mal im Leben Essensmarken beantragen, und jeden Tag werden es mehr.

Es gibt jetzt Tausende neuer Anträge, sagt der neue Leiter des Sozial-Referats, welcher sich als zupackender Krisenmanager beweisen muss. Sie kommen für Essensmarken, Sozialwohnungen, medizinische Hilfe - aber die Stadt musste ein Sechstel aller Angestellten entlassen, weil das Geld fehlt um die Institution aufrechtzuerhalten. "Small Gouvernment" - eine schlanke Regierung. Was die Republikaner auf Bundesebene fordern ist in Camden schon jetzt Realität. "Alle unsere Hilfsprogramme zeigen einen dramatischen Anstieg. Und wenn es weitere Budgetkürzungen gibt, werden wir wohl bald viermal so viele Leute hinter mir sehen", bemerkt der Leiter besorgt.

Jeder zweite in Camden gilt inzwischen als arm, aus eigener Kraft schafft es kaum einer zurück ins normale Leben. Hunderte verlassener Häuser - doch um sie abzureißen, fehlt der Stadt das Geld. Einem Brand in einer leeren Fabrik konnte die Feuerwehr nur noch hilflos zusehen, weil sie wieder einmal zu spät kam. Jetzt suchen Anwohner nach Altmetall, andere holen Ziegel aus der Ruine. Metallschrott sammeln - für viele der letzte Ausweg, und auch Hydranten sind kein Tabu mehr. Viele sind deshalb unbrauchbar.

Sendedaten
makro
"USA - Ende einer Weltmacht?"

Freitag, 17. Februar 2012, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
Thema der Sendung
USA - Ende einer Weltmacht?
Die größte Gemeinsamkeit aller Weltmächte ist ihr Ende. Das lehrt die Geschichte. Die USA vermitteln den Eindruck, als sei es bald soweit. Eine paralysierte politische Klasse steht den gewaltigen Herausforderungen hilflos gegenüber.
Schwerpunkt
© Diliff, GNU FDL, CC-BY-3.0Nordamerika