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Vorschau
Sendung am 20. Oktober
Knappe Medikamente
Antibiotika, Impfstoffe oder Krebsmedikamente - Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind immer häufiger. Viele Medikamentenhersteller sind von einzelnen Zulieferern abhängig.
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Rückblick
Sendung vom 6. Oktober
Schöne neue Landwirtschaft?
Der Kauf des Gentechnikspezialisten Monsanto ist für die Bayer AG ein zweischneidiges Schwert: schlechte Reputation gegen gute Gewinne. Trotzdem: Der Mega-Deal könnte die Zukunft der Landwirtschaft erheblich verändern.
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Enttäuschte Hoffnungen
Den Ausweg aus der Jobmisere sucht Präsident Obama da, wo Amerika früher immer war: in innovativer Technik, die erst den amerikanischen Markt revolutioniert und dann die Welt erobert.
Washington pumpte Milliarden-Subventionen in die Förderung von alternativen Energien. Die Solarindustrie sollte die Abhängigkeit vom Öl verringern und gleichzeitig zum Jobmotor werden. Fünf Millionen grüne Jobs würden so entstehen, hatte Obama seinen Landsleuten versprochen. Das sonnenverwöhnte Kalifornien sollte es vormachen, zur Speerspitze des Öko-Jobwunders werden. Doch das blieb bislang weitgehend aus.

Richmond lebt von der Hoffnung. Die stolze Industrie-Stadt, die mit ihren Kriegsschiffen einst Hitler besiegen half, liegt am Boden. Die Kaiser-Werft, die Zehntausenden Arbeit gab, musste geschlossen werden. Die ungelernten Arbeiter fielen ins Nichts. Und mit ihnen ganz Richmond. Die hiesige Raffinerie ist Kaliforniens größter Luftverpester. Arbeitsplätze bietet sie kaum. Nun setzen die Menschen alle Hoffnungen auf die grüne Revolution. Sie wollen teilhaben an Obamas Energiewende, träumen von grünen Jobs.

Umschulen auf Solar
Michele McGeoy weiß das. Ihre Organisation "Solar Richmond" knüpft an die alten, ruhmreichen Zeiten an. Im Werbeplakat ist die Raffinerie noch zu sehen. Doch die sauberen Technologien treten in den Vordergrund. Die Zukunft thront auf den Dächern der Stadt, glaubt "Solar Richmond"-Gründerin McGeoy: "Wir sind eine Non-Profit-Organisation, und wir schulen die Leute hier, damit sie einen Job in der Solar-Industrie finden", erklärt sie. "Sie lernen, wie man Solarzellen installiert. Und wie man andere von der Solarenergie überzeugen kann."

DeShaun Sweet-Webb ist einer von ihnen. Der 19-jährige war bis vor kurzem noch Drogendealer - wie viele Jugendliche hier. Seine Rasta-Locken hat er gerade erst abrasiert. Sein erster Job bei "Solar Richmond" ist auch eine kleine persönliche Wende. Nun erklärt er den Leuten hier, wie die Solartechnik funktioniert und wie sie damit Energiekosten sparen können.

Praktisch geschenkt
Überall in Richmond sehen wir Solar-Dächer. Auch auf dem Haus von DeShauns Eltern. Die Nachbarschaft hat zusammengelegt und Schülern aus DeShauns Kurs haben die Anlage installiert. Dank Solartechnik ist jetzt Geld für so etwas da.

"Das Programm wird von der Stadt und vom Land bezuschusst", erklärt Michele McGeoy. "Die Hausbesitzer bekommen im Prinzip eine Solaranlage geschenkt und sparen über die nächsten 30 Jahre 75 Prozent ihrer Stromkosten ein. Für sie ist das natürlich ein Super-Geschäft und unsere Auszubildenden können so wunderbar Erfahrungen sammeln."

Produziert wird in China
Die Montage der Solarzellen ist schnell gelernt. Es sind solche einfachen Jobs, die Richmond bleiben. Denn produziert werden die Solarzellen im billigeren China und immer seltener - wie von Obama erhofft - im sonnigen Kalifornien. Immerhin: 40 Menschen haben so schon Arbeit gefunden.

Auch der Staat profitiert. Kalifornien hat sich die Energiewende ins Gesetz geschrieben, will auf erneuerbare Energien umsteigen. Die ehrgeizigen Klimaziele können nur erreicht werden, wenn alle mit ins Boot kommen. Auch ärmere Menschen wie die von Richmond.

Doch es bleibt noch viel zu tun. Deshalb geht DeShaun für "Solar Richmond" von Haus zu Haus und erklärt das Konzept. Viele Einwohner haben resigniert und kennen das Solarprogramm gar nicht.

DeShaun glaubt fest an sonnigere Zeiten für Richmond. und daran, dass sein Job Zukunft hat. Er hat nun ein Ziel: "Ich hoffe, dass hier irgendwann mal die ganze Straße voller Solardächer ist", sagt er. "Nur Solardächer und glückliche Familien, die Geld sparen und es für ihre Kinder ausgeben. Ein Meer von Solarzellen überall in Richmond. Das ist meine Vision!"

An diese Vision, diese Hoffnung auf Arbeit, klammert sich ganz Richmond. Bis zu den Wahlen im Herbst werden hier aber wohl keine Job-Wunder mehr geschehen.

Sendedaten
makro
"USA - Ende einer Weltmacht?"

Freitag, 17. Februar 2012, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr
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Thema der Sendung
USA - Ende einer Weltmacht?
Die größte Gemeinsamkeit aller Weltmächte ist ihr Ende. Das lehrt die Geschichte. Die USA vermitteln den Eindruck, als sei es bald soweit. Eine paralysierte politische Klasse steht den gewaltigen Herausforderungen hilflos gegenüber.
Schwerpunkt
© Diliff, GNU FDL, CC-BY-3.0Nordamerika
Schwerpunkt
Umwelt - Nachhaltigkeit - Greentech