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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Das gelobte Land
Während woanders die Jobs knapp sind, herrscht in Deutschland Fachkräftemangel. Unternehmen stellen immer mehr gut qualifizierte, junge Arbeitssuchende aus dem Ausland ein. So auch Siemens.
Bauingenieur Christos Kotanidis ist im Erdbeben-Team bei Siemens in Erlangen. Er macht Strom-Stationen erdbebensicher, zusammen mit Ingenieuren aus aller Welt. Vor einem halben Jahr ist der Grieche nach Deutschland gekommen, weil hier Fachkräfte händeringend gesucht und gut bezahlt werden. „Die Löhne sind hoch. Es gibt viel Arbeit hier, ein großes Arbeitsangebot. Alles ist gut organisiert. Man kann hier gut leben“, freut sich Kotanidis.

Der Bauingenieur hat in Thessaloniki seinen Doktor gemacht, ist hoch spezialisiert. Trotzdem hätte er in seiner Heimat keinen Job gefunden. So geht es in Griechenland vielen Berufsanfängern, die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 45 Prozent, also ist fast jeder zweite arbeitslos. Dazu Kontanidis: „Die Situation in Griechenland ist wirklich tragisch für hochqualifizierte junge Leute. Es gibt eine riesige Arbeitslosigkeit und die Zukunft sieht schlecht aus.“

Multikulturalität erwünscht
Der Industrie-Riese Siemens ist in mehr als 140 Ländern vertreten, mit 360.000 Mitarbeitern. Vor allem für die Forschung und Entwicklung braucht Siemens gut ausgebildete Spezialisten. Dafür, diese zu finden, ist Kerstin Wagner zuständig. Sie leitet die Personalrekrutierung bei Siemens, ist weltweit unterwegs auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Über 3.000 Ingenieursstellen sind derzeit bei Siemens in Deutschland frei. „Wir sind als Arbeitgeber natürlich interessiert an Talenten, vorrangig im Ingenieurbereich, und freuen uns nach wie vor über qualifizierte Bewerbungen aus den verschiedenen Ländern“, sagt Wagner.

Auch aus dem Krisenland Spanien stammen diese Bewerber, wie Raquel de la Penja. Sie ist bei Siemens als Materialforscherin beschäftigt, entwickelt hitzebeständige Keramiken, mit denen zum Beispiel Turbinen beschichtet werden. Die Spezialistin hat ihre Heimat verlassen, weil sie in Deutschland mehr Chancen sieht: „Deutschland ist ein Land, dem es wirtschaftlich sehr gut geht, mit tollen Perspektiven. Das ist auch in den Unternehmen so und gut für die Mitarbeiter.“

Der Wechsel nach Deutschland war für die Spanierin nicht leicht. Sie musste Familie und Freunde in der Heimat zurücklassen, eine neue Sprache erlernen, sich in einer fremden Kultur zurechtfinden. Doch so wie Raquel de la Penja verlassen immer mehr junge, hochqualifizierte Leute die Krisenländer, weil sie keine Perspektive mehr sehen.

Ende der Krise nicht absehbar
© siemens Lupe
Forschung bei Siemens
„Ich sehe das Risiko, dass Spanien eine ganze Generation von Spezialisten und Fachkräften verliert. Das wird in der Zukunft für das Land ein großes Problem sein. Aber am Ende muss sich jeder selbst entscheiden, was mit seiner eigenen Zukunft passiert“, meint Raquel de la Penja. Seine Zukunft sieht auch der Grieche Christos Kotanidis bei Siemens. Deutsch hat er schon in der Schule gelernt, hat sich deshalb schnell eingelebt.

Achim von Seck, Teamleiter von Siemens Energy, erzählt über seinen Mitarbeiter: „Unser Team ist sehr international, weniger Deutsche, mehr Ausländer. Christos hat sich gleich sehr gut zurecht gefunden. Er hat auch sprachlich überhaupt keine Probleme. Einige Besprechungen sind auf Englisch oder Deutsch, Christos beherrscht diese Sprachen alle.“

In einigen Jahren will Kotanidis vielleicht wieder nach Griechenland zurückzukehren, sagt er - wenn sich die Wirtschaft in seiner Heimat wieder erholt hat. Aber wann das sein wird, ist noch offen. Deshalb ist er pessimistisch: „Ich glaube, sie wird noch dauern, die Krise in Griechenland.“ So lange die Wirtschaftslage in den Ländern Südeuropas schlecht ist, werden immer mehr junge hochqualifizierte Ingenieure ihre Zukunft in Deutschland suchen.

Sendedaten
makro
"Plan B für Europas Jugend"

Freitag, 3. Februar 2012, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonnatg, 6.15 Uhr
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Thema der Sendung
Plan B für Europas Jugend
Mit sparen allein kommt Europa nicht auf die Beine. Die Menschen in den Krisenländern brauchen eine Wachstumsperspektive, um nicht in Depression zu versinken. Ganz besonders gilt das für Europas Jugend.
Viel Bock, null Chance
Europas Jugend ohne Zukunft?
Europa soll der dynamischste Wirtschaftsraum der Welt werden. Das klingt nach vielversprechenden Aussichten für Europas Jugend. Tatsächlich aber sind junge Leute auf dem Arbeitsmarkt der EU die großen Verlierer. Ein Blick in die Zukunft Europas aus Sicht derer, die es am meisten betrifft: der Jugend.
Schwerpunkt
Europa
Schwerpunkt
Finanzkrise
Das Platzen der amerikanischen Immobilienblase brachte ein gewaltiges Kredit-Kartenhaus zum Einsturz. Die folgende Pleite der Investmentbank Lehman Brothers führte das Weltfinanzsystem an den Rand des Kollaps. Bis heute zahlen wir an den Folgen.