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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Hörsaal an der Universität Danzig.
Wir bleiben hier
Kaum sind die Grenzen auf, wird Deutschland von polnischen Billiglöhnern überflutet - ein Klischee. Die Wirklichkeit: Polens Jugend ist modern, gut ausgebildet und sieht die besten Chancen im eigenen Land.
Breslau, die Schlesiermetropole: 630.000 Menschen leben hier, die Arbeitslosigkeit ist niedrig, denn Breslau boomt. 25.000 Studenten machen hier jedes Jahr einen Hochschulabschluss, viele in Ingenieurstudiengängen. Deutsche Arbeitgeber haben deshalb längst einen Blick auf Breslau geworfen.

Bei der Arbeitsvermittlung Significa gibt es viel zu tun: Jahrelang hatte Deutschland seinen Arbeitsmarkt für Polen blockiert, aus Angst vor Billigarbeitern, jetzt hat man gemerkt, das es in Breslau viele Ingenieure gibt. Doch, so muß Agnieszka Schubert den deutschen Firmen immer wieder beibringen, nach Deutschland wollen die gar nicht.

"Die deutschen Kunden sind nicht gerade erfreut", erzählt die Arbeitsvermittlerin, "denn sie stellen sich immer vor, dass viel mehr Leute zu ihnen kommen wollen."

Deutschland? - Nein Danke.
Auch Pawel Zubkiewicz will sich nicht überzeugen lassen: Mehrere Angebote macht ihm Frau Schubert heute, als Ingenieur in Berlin zu arbeiten, aber Pawel sagt "Deutschland? - Nein Danke": "Geld ist nicht alles, und wenn das Gehalt doppelt so hoch wäre wie hier, so verführerisch ist das auch nicht. Hier irren sich die Deutschen gewaltig, wenn sie das glauben!"

Die Deutschen seien verschlossener, formeller, reservierter als die Polen, meint Agnieszka Schubert. "Wir hören auch von Leuten, die nach Jahren zurückkommen aus Deutschland, die dort Führungspositionen hatten, dass sie sich doch immer fremd gefühlt haben."

Es geht um Aufstiegschancen
© reuters Lupe
25.000 Studenten machen in Breslau jedes Jahr einen Hochschulabschluss. Hier das historische Stadtzentrum.
Die technische Universität Breslau ist nagelneu und todschick: Hier investiert ein Land, das gezielt Ingenieurstudien fördert, weil das die Zukunft ist. Karol und Zygmunt studieren Informationstechnologie. In Polen studieren mittlerweile mehr Menschen an technischen Unis als an den anderen, Karol und Zygmunt wissen, dass nicht alle jungen Leute in Polen ihre Chancen haben, aber dass die globalisierte Welt auf sie wartet.

"Natürlich arbeitet man für Geld", meint Zygmunt. Geld sei wichtig. "Aber was mich in ein anderes Land locken könnte, das sind Entwicklungsmöglichkeiten, wenn ich bessere Aufstiegschancen hätte als hier."

Und wie schätzen sie die Chancen für Polen in Deutschland ein?

"Ich weiß nicht, ob ein Pole in Deutschland Chef sein kann", fragt sich Karol. "Ich denke schon. Aber die Frage ist, ob die Deutschen damit klarkämen."

Neues Selbstbewusstsein
Im Studentenwohnheim treffen wir die Beiden am Abend wieder. Sie spielen Counterstrike - ein Computerspiel, bei dem der Starke überlebt. Die Studenten hier wissen, dass sie als gut ausgebildete Akademiker zu den Gewinnern zählen, bei jungen Polen schafft das ein neues Selbstbewusstsein.

"Ich habe nicht das Gefühl, dass wir sowas wie der kleine Bruder der großen EU Länder sind, auch wenn wir nicht zur Eurozone gehören", findet IT-Student Zygmunt. "Ich sehe nicht, dass die anderen besser wären als wir, wir sind Europäer und somit auf einem Level."

Boomtown Breslau
Breslau wird schon das Silicon Valley des Ostens genannt. Es gibt Industrieparks, soweit das Auge reicht, Hier wird produziert, aber längst auch entwickelt, gerade wegen der vielen Studenten.

Die deutsche Firma NetworkedAssets entwickelt hier Software-Lösungen: Die Dependance wurde eröffnet, weil hier die Spezialisten sitzen und wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, dann muß der Berg zum Propheten. "Breslau ist eine Stadt von vielen, die für das neue Polen steht", sagt Grzegorz Kopij, Geschäftsführer der Software-Schmiede.

Jung, qualifiziert, und vor allem ehrgeizig - auch in diesem Jahr soll die Wirtschaft wieder wachsen wie fast nirgends sonst in Europa, so dass Polens Jugend selbstbewusst an ihrer Zukunft arbeiten kann. An einer Zukunft in Polen.

Sendedaten
makro
"Plan B für Europas Jugend"

Freitag, 3. Februar 2012, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonnatg, 6.15 Uhr
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Thema der Sendung
Plan B für Europas Jugend
Mit sparen allein kommt Europa nicht auf die Beine. Die Menschen in den Krisenländern brauchen eine Wachstumsperspektive, um nicht in Depression zu versinken. Ganz besonders gilt das für Europas Jugend.
Viel Bock, null Chance
Europas Jugend ohne Zukunft?
Europa soll der dynamischste Wirtschaftsraum der Welt werden. Das klingt nach vielversprechenden Aussichten für Europas Jugend. Tatsächlich aber sind junge Leute auf dem Arbeitsmarkt der EU die großen Verlierer. Ein Blick in die Zukunft Europas aus Sicht derer, die es am meisten betrifft: der Jugend.
Schwerpunkt
Europa
Schwerpunkt
Finanzkrise
Das Platzen der amerikanischen Immobilienblase brachte ein gewaltiges Kredit-Kartenhaus zum Einsturz. Die folgende Pleite der Investmentbank Lehman Brothers führte das Weltfinanzsystem an den Rand des Kollaps. Bis heute zahlen wir an den Folgen.