Freitag 21.00 Uhr
Kalender
Oktober 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
25
26
27
28
29
30
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
1213
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
03
04
05
Vorschau
Sendung am 20. Oktober
Knappe Medikamente
Antibiotika, Impfstoffe oder Krebsmedikamente - Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind immer häufiger. Viele Medikamentenhersteller sind von einzelnen Zulieferern abhängig.
Navigationselement
Rückblick
Sendung vom 6. Oktober
Schöne neue Landwirtschaft?
Der Kauf des Gentechnikspezialisten Monsanto ist für die Bayer AG ein zweischneidiges Schwert: schlechte Reputation gegen gute Gewinne. Trotzdem: Der Mega-Deal könnte die Zukunft der Landwirtschaft erheblich verändern.
Navigationselement
© colourbox Lupe
Hühnerbeine für Afrika
Auf den Märkten in Ghana landet seit Jahren immer mehr billiges, halbgefrorenes Hühnerfleisch aus Europa. Es sind Reste vom Huhn, die hier keiner mehr haben will und die dort die lokale Geflügelbranche ruinieren.
In Europa zählt nur noch das weiße Brustfleisch. Damit macht die Geflügelindustrie ihr Geld. Und deshalb können die restlichen Teile des Huhns billig abgegeben werden. So kauft in Ghana kaum noch jemand die teuren einheimischen lebenden Hühner und die Hühnerzucht in Ghana ist fast vollständig zum Erliegen gekommen. Hühnerfarmer wie der 78-jährige Welbek Assante verlieren die Existenzgrundlage für sich und ihre Familien.

"Jetzt beten wir zu Gott, dass die Regierung und die Behörden dafür sorgen, dass uns geholfen wird. Dass keine Hähnchen aus Europa mehr hierher kommen", erzählt der Farmer. "Wir müssen für die Zucht doch schon die Küken aus Europa importieren. Und jetzt schicken sie uns die zerteilten Schlachthühner. Ich bete dafür, dass uns die Behörden helfen."

Boomendes Geschäft
Der Flut von billigem Hühnerfleisch steht auch die Regierung hilflos gegenüber. 2003 wollte sie die Einfuhr eindämmen - durch die Erhöhung von Importzöllen. Prompt setzten internationale Kreditgeber wie IWF und Weltbank sie unter Druck: Entweder die Importzölle wieder abzuschaffen und die Märkte zu öffnen - oder auf neue Finanzspritzen zu verzichten. Die Regierung lenkte ein.

Aus der EU kamen im Jahr 2000 bereits fast 9000 Tonnen gefrorene Hühnerteile nach Ghana. Bis 2010 hat sich die Menge mehr als vervierfacht. Und Zahlen vom September 2011 lassen erkennen, dass auch im letzten Jahr die Menge erneut gestiegen ist.

Unterbrochene Kühlkette
Das Fleisch aus Europa ist subventioniert. Gleichzeitig ist es Ziel der EU mit Entwicklungshilfe die lokale Hühnermast weiter aufzubauen.

Doch die billigen Hühnerteile vernichten nicht nur Arbeitsplätze. Die Kühlkette der tiefgefrorenen Stücke wird oft unterbrochen. 2004 wurden in Kamerun Stichproben untersucht. Das Ergebnis: 84 Prozent waren "für den Verzehr ungeeignet". Zum Teil lag der Mikrobenbesatz bis zu 180fach über den EU-Höchstwerten.

Sendedaten
makro
"Die Ware Tier"

Freitag, 20. Januar 2012, 21.30 Uhr
Thema der Sendung
Die Ware Tier
Im Laufe seines Lebens verspeist jeder Deutsche vermutlich mehr als 1000 Tiere. Darunter vier Kühe, 46 Schweine und 945 Hühner. makro zeigt, welche Bedeutung der Faktor Tier heute in der Wirtschaft einnimmt und welche Folgen dies für Mensch, Tier und Umwelt hat.
Schwerpunkt
Agrar