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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Lupe

Schlachten im Akkord
Der Norden Deutschlands ist das Herz der deutschen Fleischindustrie. Nirgendwo sonst in Westeuropa wird so billig produziert wie hier. Das geht nur mit Billigarbeitern aus Osteuropa.
Wir sind im Tönnies Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück bei Osnabrück. In Deutschlands größtem Schweine-Schlachtbetrieb ist rund um die Uhr Anlieferung. 7600 Beschäftigte arbeiten für den Konzern, schlachten in mehreren Schichten, sechs Tage die Woche. Vieles läuft bereits automatisch.

15 Millionen Tiere verarbeitet die Firma im Jahr. Mehrere Milliarden Euro setzt das Unternehmen damit jährlich um. Das bedeutet: Schlachten im Akkord - Fleisch ist hier ein Massenprodukt. Und die Zahlen steigen stetig, denn der Markt wächst.

Schweinefüße nach China
Einen Großteil davon essen wir Deutsche selbst: So beliefert Tönnies auch große Discounter wie Aldi und Lidl. Doch längst produziert die Industrie weit mehr, als wir selbst verzehren können. Die Hälfte der Fleisch-Produktion bei Tönnies geht ins Ausland.

"Wir verwenden von dem Schwein fast alles - auch die Nasen, die wir Steckdosen nennen oder die Pfötchen, die gehen in den Export hauptsächlich nach Asien. Dort ist das eine Delikatesse. Die lieben nicht das Filet, sondern die Nebenprodukte", erzählt Firmenchef Josef Tillmann.

In Deutschland werden die Schweine besonders billig geschlachtet. Grund dafür sind die niedrigen Löhne in der Branche. Im Schnitt verdienen die Zerleger sieben Euro pro Stunde. Einen Mindestlohn gibt es nicht. Tönnies-Firmenchef Tillmann ist stolz auf die günstigen Arbeitskräfte: "Tönnies ist in der Region der größte Arbeitgeber mit 4000 Mitarbeitern. Wir brauchen keine ausgelernten Metzger, das hier sind alles angelernte Kräfte."

Billigarbeiter aus Osteuropa
Die Dumpinglöhne in Deutschland locken sogar ausländische Firmen in die Region. So hat der dänische Fleischgigant Danish Crown einen Teil der Verarbeitung nach Deutschland verlegt. "Die Kosten für die Produktion von einem Schweine-Kotelett liegen in Dänemark bei 15 Euro in Deutschland bei 7-8 Euro", erzählt Stehen Sönnichsen von Danish Crown Deutschland.

Hinzu kommt: Viele Firmen beschäftigen über Subunternehmer Arbeitskräfte aus Osteuropa. Die Arbeiter aus Rumänien oder Bulgarien arbeiten oft für unter fünf Euro die Stunde, 16 Stunden am Tag. Auch der Schweineschlachter Tönnies beschäftigt nach Angaben der Gewerkschaft zu 90 Prozent Billigkräfte, überwiegend aus Osteuropa.

Nur so sind die niedrigen Fleischpreise, über die die Verbraucher sich so sehr freuen, wirtschaftlich darstellbar.

Sendedaten
makro
"Die Ware Tier"

Freitag, 20. Januar 2012, 21.30 Uhr
Thema der Sendung
Die Ware Tier
Im Laufe seines Lebens verspeist jeder Deutsche vermutlich mehr als 1000 Tiere. Darunter vier Kühe, 46 Schweine und 945 Hühner. makro zeigt, welche Bedeutung der Faktor Tier heute in der Wirtschaft einnimmt und welche Folgen dies für Mensch, Tier und Umwelt hat.
Schwerpunkt
Agrar
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