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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Die Schweinefabrik
Fleisch ist hierzulande ein Billigprodukt. Die Verbraucher zahlen weniger als in vielen anderen Ländern Europas. Das ist Folge eines gnadenlosen Preiskampfes, wie der Blick nach Niedersachsen zeigt, der Hochburg der Tiermäster.
Besuch auf dem Familienbetrieb Frahne. Seit 500 Jahren züchten die Frahnes Schweine. Und gehen mit der neuen Zeit: Ferkelzucht in intensiver Haltung. 300 Zuchtsauen stehen dicht an dicht. Spaltenböden, niemals Auslauf. Wer die Ausdünstungen nicht gewohnt ist, dem saust hier nach kurzer Zeit der Kopf. Dirk Frahnes Welt ist hochmodern und für ihn rund. Stolz ist er auf seine Effizienz, vom ersten bis zum letzten Schritt.

Für Besucher eine fremde Welt. Hier muss man seine Bilderbuchfantasien aus dem Kopf verjagen. Man darf das Schwein nicht vermenschlichen, lernt auch Reporterin Gesine Enwaldt. Ihre Vorstellungen von Auslauf und Suhlen für die Schweine sind für Ferkelzüchter Dirk Frahne Relikte aus alten Zeiten. "Das ist aber einfach wirtschaftlich nicht mehr darstellbar", erklärt er. "Wir können gar nicht die Bevölkerung mit solchen Lebensmitteln versorgen, zu solch günstigen Preisen, wie wir sie zur Zeit anbieten können oder müssen."

Friss oder stirb
Aber warum muss er das? "Weil es vorgegeben ist von der Wirtschaft, vom Verbraucher. Ich bin als Ferkelerzeuger das schwächste Glied in der Kette, das ganz unten steht", sagt Frahne. "Ich kann jetzt nicht sagen, ich brauche für meine Ferkel 10 Euro mehr. Das wird nicht bezahlt. Deshalb muss ich auch das Maximum an Produktivität aus den Sauen herausholen, denn wenn ich nicht zu den Besseren in der Sauenhaltung gehöre, kann ich vielleicht morgen nicht mehr existieren und meine Familie ernähren, und den Betrieb, der schon seit 500 Jahren in Familienbesitz ist, nicht mehr weiterführen und an meine Kinder weitergeben."

Der Bauer als Opfer. Immer mehr kleinere Familienbetriebe machen zu, werden von den Großen verdrängt.

Das Diktat der Discounter
Die Industrialisierung der Landwirtschaft - hier in Niedersachsen ist sie vollzogen. Rendite, Profit, der Euro rollt in der Region. Doch glückliche Schweine in freier Landschaft gibt es nur auf dem Plakat des mächtigen Bauernverbandes. Fürs billige, tägliche Schweinefleisch braucht es Ställe wie den wenige Kilometer entfernten von Bauer Roberg.

Anlieferung von Futtermittel per Tanklastwagen. Darin: Getreide und - was wenige wissen - genmanipuliertes Soja aus Übersee. Hier herrscht der Computer, automatisierte Schweinemast. Die gesamte Fütterungsanlage funktioniert auf Knopfdruck. Martin Roberg versorgt über 10.000 Tiere mit nur zwei Mitarbeitern. Doch ist diese Art der Haltung artgerecht für Schweinemäster Rohberg?

"Artgerecht? Was ist artgerecht? Da können wir jetzt drüber streiten", meint Rohberg. "Die Tiere fühlen sich wohl, warum sollen wir es nicht so tun. Wenn wir das anders tun sollen, müssen wir das europäisch regeln. Und dann muss der Verbraucher das auch bezahlen, das ist ja das ganz große Problem“, analysiert Roberg. Schweinemast, das ist auch für Roberg kein Idyll sondern ein Massengeschäft mit oft ruinösem Preisdruck auf Mäster wie ihn.

Perverser Größenwahn
Süd-Oldenburg ist reich geworden mit diesem Credo, aber es stößt an seine Grenzen. Die Karawane zieht weiter nach Mecklenburg-Vorpommern. Hier ist Platz, hier zieht es internationale Großmäster hin, das ganz große Geschäft. Der Niederländer Adrian Strathoff baut bei Alt Tellin eine gigantische Ferkelzucht, Europas größte Anlage. Ohne jeden wirtschaftlichen Bezug zur Region. 1o.5oo Muttersauen sollen hier jährlich 250.000 Ferkel werfen. In einen Schweinefleischmarkt, der längst völlig übersättigt ist.

Sendedaten
makro
"Die Ware Tier"

Freitag, 20. Januar 2012, 21.30 Uhr
Thema der Sendung
Die Ware Tier
Im Laufe seines Lebens verspeist jeder Deutsche vermutlich mehr als 1000 Tiere. Darunter vier Kühe, 46 Schweine und 945 Hühner. makro zeigt, welche Bedeutung der Faktor Tier heute in der Wirtschaft einnimmt und welche Folgen dies für Mensch, Tier und Umwelt hat.
Schwerpunkt
Agrar
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