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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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© getty Lupe
Diamanten werden auf ihre Reinheit geprüft.
Der Musterstaat
Botsuana ist so, wie man sich Afrika wünscht: demokratisch und weitgehend frei von Korruption. Die Einnahmen aus dem Diamantengeschäft sprudeln reichlich und werden umsichtig eingesetzt.
Botsuana, die Schweiz Afrikas, ist der weltweit größte Diamantenförderer. Die im Norden gelegene Orapa-Mine, die älteste des Landes, ist nur eine von den drei Produktionsstätten des weltgrößten Diamantenproduzenten DeBeers. Das Unternehmen ist damit ein wichtiger Arbeitgeber für die rund 2 Millionen Einwohner Botsuanas.

Masego Keleadile ist die jüngste Mineningenieurin des Landes. Seit vier Jahren arbeitet sie in der Orapa-Mine und ist für die gesamte Logistik zuständig. "Diesen Diamanten verdanke ich meine Ausbildung und vielleicht auch die meiner Kinder", erzählt sie. Sie seien die Zukunft ihres Landes. "Ich wurde von diesem Unternehmen zur Uni geschickt und dann haben sie mich eingestellt. Die Diamanten bewirken eine Menge Positives in diesem Land.“

Wichtigster Wirtschaftszweig
Lupe
Die Förderung der Diamanten hat Botsuana zu relativem Wohlstand verholfen.
Der Bergbau ist Botsuanas wichtigster Wirtschaftszweig. 40 Prozent der Staatseinnahmen kommen aus dem Abbau der Rohstoffe. Der Staat und das Unternehmen DeBeers teilen sich zu jeweils 50 Prozent die Orapa-Mine, wobei die Minen in Botsuana die ertragreichsten des Unternehmens sind. Ab 2013 will DeBeers Botsuana zum zentralen Handelsplatz für Rohdiamanten machen. Dann sollen die Edelsteine anstatt von London, dem Sitz der DeBeers Zentrale, von der Hauptstadt Gaborone aus verkauft werden.

In Gaborone sieht man den rasanten Aufstieg des Landes. Seit der Unabhängigkeit hat sich Botsuana von einem der ärmsten Länder zum Musterland Afrikas gewandelt. Die Wirtschaft wächst mit mehr als 4 Prozent, die demokratische Regierung Botsuanas ist stabil. Das Land gilt als weitgehend frei von Korruption, dem afrikanischen Grundübel, woran die Diamanten sicherlich nicht ganz unbeteiligt sind.

Diamantendollar für Aids-Medikamente
Lupe
Die Prüfung der Diamanten ist nur etwas für Profis.
Die Regierung holt Betriebe ins Land und schafft damit weitere Arbeitsplätze für Einheimische. So auch für Seeto Seile, Mutter von drei Kindern. Sie arbeitet als Schleiferin und verdient rund 200 Euro im Monat, mehr als in den meisten anderen Branchen.

Mit den Einnahmen aus den Diamanten finanziert der Staat auch die Gesundheitsversorgung des Landes, in dem ein Viertel der Bevölkerung mit HIV infiziert ist. Seit einigen Jahren verteilt die Regierung kostenlos Medikamente. Neben der Aidsproblematik ist die größte Herausforderung des Landes, die Wirtschaft unabhängiger vom Geschäft mit Diamanten zu machen.

Buhlen um Investoren
Der Bauunternehmer Lesang Magang, einer der erfolgreichsten Geschäftsleute Botsuanas, will Investoren für das Land werben: “Unsere botsuanische Kundschaft sind Architekten, Ingenieure, Anwälte, die Geschäftsführer einiger großen Banken und Diamantengesellschaften. Wenn immer mehr Leute Unternehmer werden, wird mein Land in ein paar Jahren bald seine eigenen Dollarmillionäre produzieren.“

Magang kommt aus einer wohlhabenden Familie und hat in England Wirtschaft studiert. Nun will er Botswana in ein Mekka für Touristen und Investoren verwandeln. Einen Golfplatz für solvente Gäste gibt es jedenfalls schon, auf dem Magang in seiner Freizeit selbst am liebsten ein paar Bälle schlägt.

Sendedaten
makro
"Anschluss für Afrika"

Freitag, 29. September 2011,
21.30 Uhr
Thema der Sendung
© caroAnschluss für Afrika
In Afrika passiert etwas Merkwürdiges. Es gibt dort Länder, die erleben seit rund 10 Jahren ein geradezu asiatisches Wirtschaftswachstum. Steht der afrikanische Löwe vor dem großen Sprung?
Diamantenkrösus DeBeers
Mit seinen mehr als 16.000 Mitarbeitern ist das südafrikanische Unternehmen De Beers, das bereits im Jahr 1888 gegründet wurde, der größte Diamantenhändler und -produzent weltweit. Doch die Monopolstellung bekommt Kratzer, denn immer mehr Händler aus dem asiatischen Raum drängen auf den Markt. De Beers gehört zu 45 Prozent dem britischen Bergbaukonzern Anglo American und zu 40 Prozent der Gründerfamilie Oppenheimer, die durch den Aufsichtsratschef Nicky Oppenheimer das Unternehmen auch heute noch lenkt. Die verbleibenden 15 Prozent gehören dem Staat Botsuana.

Durch die Finanzkrise hatte De Beers 2009 Verluste in Höhe von 220 Millionen Dollar zu verzeichnen. Mittlerweile sind die Preise für Rohdiamanten wieder deutlich gestiegen. Doch durch die verweilende Unsicherheit auf den globalen Märkten, haben Produktion und Umsatz noch lange nicht wieder das Vorkrisenniveau erreicht.
Schwerpunkt
Afrika
Gold in Südafrika, unfairer Welthandel, Chaos in Simbabwe und Auslandsinvestitionen, Tourismus und Armut: Afrika steckt voller Gegensätze.