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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Lupe
Vor der Küste Angolas werden die zweitgrößten Ölvorkommen Afrikas vermutet. Geologisch ähnelt die Region der brasilianischen Küste jenseits des Atlantiks.
Öl und Korruption
Angola fördert täglich zwei Millionen Barrel Erdöl. Mit dem Öl gelang dem bürgerkriegsgebeutelten Land formal ein beachtlicher Aufschwung. Praktisch gewinnt vor allem der Präsident und seine Bande.
Vor neun Jahren war in Angolas Hauptstadt noch Bürgerkrieg - heute gehört Luanda zu den teuersten Städten der Welt. Die Wirtschaft wächst um acht Prozent pro Jahr. Davon profitieren hier wenige, die aber richtig. Ihr Geld haben reiche Angolaner im Ölgeschäft gemacht: Das Land ist Afrikas zweitgrößter Ölproduzent. Das Geschäft boomt - deshalb ziehen immer mehr Leute in die Stadt.

Die Nachfrage nach Wohnungen steigt enorm: Überall wird gebaut. Doch das Angebot reicht immer noch nicht, obwohl die Preise ins Unermessliche steigen. "Wir kriegen hier alles los", sagt ein Makler. "Die Nachfrage ist riesig, die Preise steigen weiter."

Das Öl des Präsidenten
Lupe
Joao Paulo, Präsident der Angolan Business Corporation, ist einer der Profiteure des neuen Reichtums.
Ein großer Teil der Bevölkerung ist von diesem Reichtum ausgeschlossen. Wer nicht am Öl mitverdient, führt einen harten Überlebenskampf in Dreck und Armut: 70 Prozent der Menschen in Angola leben von 1,70 Dollar am Tag. Die Hälfte der Bevölkerung sind Analphabeten. In den Slums von Luanda zeigt sich die Schattenseite es Öl-Booms. Menschenrechte und Wirtschaftsinteressen scheinen hier nicht vereinbar.

Öl aus Angola ist für Deutschland das wichtigste afrikanische Exportgut. Der Ausfall libyscher Lieferungen befeuert den Export noch. Angola liefert im Vergleich zu 2010 ein Vielfaches an Öl nach Deutschland. Die Öl-Milliarden versickern nach wie vor im Staatsapparat von Dauerpräsident Eduardo dos Santos. Der herrscht seit 32 Jahren, ist heute Milliardär und qua Verfassungsänderung Präsident auf Lebenszeit. So korrupt wie Angola ist, kann sich keine funktionierende Wirtschaft entwickeln.

Immer den Chinesen nach
Lupe
Täglich werden in Angola bis zu zwei Millionen Barrel Erdöl gefördert.
Ausländische Investoren profitieren von der Korruption: Die Chinesen waren die ersten und bauten, was für sie strategisch sinnvoll ist: Straßen, Häuser, Häfen. Öl gegen Beton. Afrika ist Chinas Einflusszone. Die schlechte Qualität chinesischer Bauarbeiten eröffnet Chancen für deutsche Firmen: Sie sind hier anerkannt für Know How, Technik und Qualität. Doch so ganz ohne die Chinesen geht es dann doch nicht: Ihr Einfluss ist enorm. China gibt Angola Kredite nur gegen öffentliche Aufträge. Deutsche Firmen arrangieren sich also mit den Chinesen und stemmen Projekte gemeinsam.

So ist die Strategie der deutschen Unternehmen ¬nachvollziehbar: immer den Chinesen nach. Angolas Wirtschaft wird weiter wachsen und seine Bedeutung als Rohstoff- und Absatzmarkt für den Rest der Welt ausbauen.

Sendedaten
makro
"Anschluss für Afrika"

Freitag, 29. September 2011,
21.30 Uhr
Thema der Sendung
© caroAnschluss für Afrika
In Afrika passiert etwas Merkwürdiges. Es gibt dort Länder, die erleben seit rund 10 Jahren ein geradezu asiatisches Wirtschaftswachstum. Steht der afrikanische Löwe vor dem großen Sprung?
Schwerpunkt
Afrika
Gold in Südafrika, unfairer Welthandel, Chaos in Simbabwe und Auslandsinvestitionen, Tourismus und Armut: Afrika steckt voller Gegensätze.