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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Lupe
Vorbild Singapur
Ruandas Präsident Paul Kagame wandelt auf den Spuren Lee Kuan Yews, der aus einem armen asiatischen Fischerdorf die wohlhabende Finanzmetropole Singapur formte: Von Demokratie hält er wenig, von Fortschritt viel.
Heute bauen selbst die verurteilten Täter des ruandischen Völkermords von 1994 mit an der Zukunft ihres Landes. Neue Wohnungen entstehen überall, auch auf dem Land. Das mit Abstand begehrteste Baumaterial ist Wellblech. Und das landet überall, selbst auf den traditionellen Hütten.

"Jeder Bürger in Ruanda soll künftig anständig wohnen. Soll Wasser haben, Strom, Schulen in der Nähe und damit Zugang zu Bildung und Versorgung", sagt Jean Claude Muheto, der Gemeindesekretär von Bwiza. Das Bauprogramm sei ein wichtiger Teil von Ruandas Vision 2020.

Fortschritt durch Internet
Lupe
Ein Land geht online: Verlegung von Glasfaserkabeln in Ruanda.
In der Hauptstadt Kigali wähnt man sich schon in einer anderen Zeit. Strohdächer sucht man hier vergebens. Dafür können Fahrgäste in Bussen bargeldlos zahlen und die Stadtreinigung ist stolz auf die sauberen Straßen. Doch selbst in Kigali soll die ehrgeizige Vision 2020 des Präsidenten Paul Kagame noch mehr verändern. Bis 2020 werden, wenn alles klappt, hochmoderne Wolkenkratzer in den Himmel ragen. Das Vorbild: Singapur.

Doch entscheidend für Ruandas wirtschaftlichen Aufstieg ist das, was unter der Erde liegt. Überall werden Breitbandkabel verlegt, bald soll das ganze Land ans Internet angeschlossen sein. Die Hauptstadt soll bis 2020 zum Technologiezentrum Ostafrikas aufsteigen.

Ingenieur Fidel Bucyana ist dafür verantwortlich, dass die Arbeiten gut vorangehen. Er glaubt fest an Ruandas Zukunft als IT-Standort. "Ich bin besonders stolz darauf, dass ich etwas Wichtiges für mein Land leisten kann", sagt Bucyana.

Seit der Jahrtausendwende ist Ruandas Wirtschaft um 7% per annum gewachsen. Verantwortlich dafür ist vor allem der Bau- und Dienstleistungssektor. Und das Internet hilft der Wirtschaft. Schon heute kann man in Kigali drahtlos surfen.

Die Stunde Null
Lupe
Ruandas Präsident Paul Kagame (r.) wirbt bei Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy um Investitionen.
Vor 17 Jahren hätte das wohl kaum jemand geglaubt. Damals, 1994, kam es zum Völkermord der Hutu an der Tutsi-Minderheit. Innerhalb von nur drei Monaten wurde beinah eine Million Menschen getötet. Für das Land eine Stunde Null.

"Nach dem Völkermord entschied die neue Regierung, aus den Trümmern etwas Neues aufzubauen", meint Patrick Nyirishema, der Entwicklungsbeauftragte der Regierung. "Wenn man die Entwicklung von Ruanda im regionalen afrikanischen Kontext betrachtet, dann ist es eine Geschichte der Hoffnung. Wenn es Ruanda schafft, dann kann es auch jedes andere afrikanische Land".

Autokratische Regierung
Unumstritten ist der Kurs von Präsident Kagame dennoch nicht. Trotz Aufschwung und Internet lebt noch immer mehr als die Hälfte der Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Viele ohne Zugang zu Wasser und Strom. Kritisiert wird Paul Kagame aber vor allem für seinen autokratischen Regierungsstil. Von Pressefreiheit und Demokratie hält er nicht viel. Die Opposition unterdrückt er massiv.

Kagames Auftritt auf dem internationalen Parkett behindert das kaum. Vor zwei Wochen traf er Nicolas Sarkozy in Paris. Der erste Besuch in Frankreich nach dem Ende des Völkermords. Gesprochen haben beide auch über ihre Wirtschaftsbeziehungen. "Frankreich ist als Investor in Ruanda sehr willkommen", erklärt Kagame. "Die Franzosen können gern im Energiebereich oder im Tourismus investieren. Und wir würden uns sehr freuen, in Frankreich Geschäfte zu machen."

Lupe
Seltenheit in Afrika: Schüler arbeiten am Laptop.
Für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung setzt Ruanda außerdem auf gut ausgebildeten Nachwuchs. Auch dabei hilft das Internet. 70.000 Schüler arbeiten schon an Laptops. Bestnoten erhält Ruanda vor allem dafür, dass 94% der Kinder zur Grundschule gehen. Und manchmal scheint es schon fast mühelos vereint, das alte und das neue Ruanda.

Sendedaten
makro
"Anschluss für Afrika"

Freitag, 29. September 2011,
21.30 Uhr
Thema der Sendung
© caroAnschluss für Afrika
In Afrika passiert etwas Merkwürdiges. Es gibt dort Länder, die erleben seit rund 10 Jahren ein geradezu asiatisches Wirtschaftswachstum. Steht der afrikanische Löwe vor dem großen Sprung?
Schwerpunkt
Afrika
Gold in Südafrika, unfairer Welthandel, Chaos in Simbabwe und Auslandsinvestitionen, Tourismus und Armut: Afrika steckt voller Gegensätze.