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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Video
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Zwischen Brandrodung und Umweltschutz
Im Kongo wird Rene Ngongo gefeiert wie ein Popstar. Er ist Träger des Alternativen Nobelpreises, ausgezeichnet für seinen Kampf um den Schutz der Wälder Zentralafrikas. Rene Ngongo nimmt uns mit in den Wald, in dem die deutsche Firma Danzer-Siforco eine Konzession hat.
Überall sind Sattelschlepper unterwegs. Sie transportieren riesige Tropenholzstämme Richtung Fluss. Mitten im Wald stoppt Ngongo einen dieser Transport. "Fährst Du für Siforco?" fragt er. "Ja klar." Ohne dass wir ihn danach gefragt hätten, beschwert sich der Fahrer über seine Arbeitsbedingungen: "Das Gehalt ist sehr mager. Sie zahlen schlecht. Und dafür müssen wir sehr viel arbeiten. Mir zahlen sie gerade mal 40.000 Kongo-Francs im Monat." Das sind 34 Euro für den Fahrer.

Lupe
Umweltschützer Rene Ngongo mit einem Transporteur von Tropenholzstämmen.
Rund 300 Euro pro Kubikmeter bringen die Stämme. Jeder der Bäume auf dem Laster ist mehrere tausend Euro Wert. Ein lohnendes Geschäft. "Das Holz geht den Kongo runter, über Kinshasa nach Matadi", erklärt Umweltschützer Rene Ngongo. "Von dort werden die Stämme verschifft nach Europa, nach Deutschland, in die Schweiz, nach Frankreich oder Belgien."

Spuren im Wald
Die Firma Danzer schlägt "selektiv", das heißt, pro Hektar werden nur wenige Bäume gefällt. Nur die wertvollen Tropenhölzer sind interessant.
Schneisen werden dafür in den Wald geschlagen, breit genug für das schwere Gerät, dass die Bäume entastet, zerlegt, auf die Zugmaschinen hievt.

Lupe
Der Waldboden im Kongo ist gezeichnet von umfangreicher Abholzung und Rodung.
Hunderte von Kilometern ziehen sich die Forststraßen durch den Regenwald. Auf ihnen kommen nicht nur die Maschinen, sondern auch die Menschen dringen immer tiefer in den Wald vor. Es zeigen sich Rauchwolken am Horizont. Ihren Ursprung finden sie in einer umfangreichen Brandrodung – denn die Menschen brauchen Platz für ihre Dörfer und Felder.

Die Stadt Bumba war einst ein Handelszentrum und Sitz der belgischen Kolonialverwaltung. Eine reiche Stadt – doch das ist lange her. Bürgerkriege, Korruption und Misswirtschaft haben der Stadt jeden Reichtum genommen.Vor zwei Jahren schickte die Regierung Samir Olembe Shongo als neuen Verwaltungschef nach Bumba. Er meint, den größten Schaden im Regenwald richten nicht die Holzfirmen, sondern seine Leute selbst an: "100.000 Familien leben hier von der Landwirtschaft. Jede hat wenigstens einen Hektar Land. Nach ein, zwei Jahren ist der Boden ausgelaugt – und dann werden wieder einhunderttausend Hektar Wald gerodet oder verbrannt."

Alternativen gesucht
Lupe
Auch die wachsende Bevölkerung trägt einen Teil zur Abholzung der zentralafrikanischen Wälder bei.
Fischerei und Landwirtschaft – damit verdienen die meisten Bürger in Bumba ihren Lebensunterhalt. Aber auch die Holzfirma spielt eine wichtige Rolle: Über tausend Kongolesen haben Jobs bei Siforco und ernähren ihre Großfamilien davon. Wenn der Holzeinschlag weniger werden soll, brauchen diese Leute Alternativen.

"Wir brauchen Lösungen für die Menschen", mahnt auch Rene Ngongo an. "Die Gemeinden müssen Alternativen zum Abholzen finden. Wir müssen der kongolesischen Regierung und den Geldgebern Vorschläge machen."Es ist das Dilemma vieler afrikanischer Staaten Sie brauchen die ausländischen Investoren. Es geht also um einen Kompromiss: Tropenholz schlagen, ohne den Wald zu zerstören. Nur so wird es funktionieren.

Sendedaten
Freitag, 2. September 2011
21.30 Uhr
Thema der Sendung
© caroDer Wert des Waldes
Jede Minute verschwinden weltweit 35 Fußballfelder Wald. Gleichzeitig erholen sich an anderer Stelle die Bestände. Zugegeben, keine Urwälder, aber Nutzwälder. Alleine in Deutschland ist knapp ein Drittel der Fläche von Wald bedeckt. Damit hat Deutschland den größten Holzvorrat Europas.
Schwerpunkt
Umwelt - Nachhaltigkeit - Greentech
Schwerpunkt
Holz