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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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© adler Lupe
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Im 19. Jahrhundert
Russland prahlt mit seinem neuen Reichtum, hat große Pläne als Hightech-Nation. Doch in der Provinz ist davon nichts zu sehen. Die Rückständigkeit ist erschreckend. Teilweise gibt es nicht mal Strom und fließend Wasser.
Tatjana ist Bürgermeisterin von Marjino, einem typischen Dorf in Russlands Provinz. Gerade einmal sieben Einwohner sind geblieben. Tatjanas jährliches Budget für die gesamte Region beträgt rund sechs Millionen Rubel, das sind 15.000 Euro. Das reiche gerade mal für das Allernötigste, erzählt die Bürgermeisterin. Asphaltierte Straßen und eine vernünftige Infrastruktur gibt es nicht.

"Aber schauen Sie sich dafür diese Natur an!", sagt sie. Nur ja nicht klagen, denn wer den Kreml kritisiert, bekommt überhaupt kein Geld mehr. Dennoch, die ländliche Idylle trügt. Überall verfallene, leerstehende Häuser, die Jungen haben den Ort schon seit langem Richtung Stadt verlassen. Arbeit gibt es nicht, stattdessen Eintönigkeit und Alkoholismus. Wer es in Russland auf dem Land aushält, führt kein einfaches Leben.

Plumpsklo und Regenwasser
"Ich gebe Ihnen ein einfaches Beispiel", sagt Marina. "Ich habe drei Töchter - für mich heißt das, jeden Morgen und Mittag muss ich sie zur Schule bringen und wieder abholen. Busse gibt es seit Langem nicht mehr. Das nächste Krankenhaus ist zwei Stunden weit weg."

Marina besitzt drei Kühe und ein kleines Stück Land. Die nahe Kolchose ist schon vor Jahren Pleite gegangen, ihr Mann arbeitet in der Stadt als Bauarbeiter und kommt nur am Wochenende. Es sind bescheidenen Menschen, die in Russlands Provinz leben. Der Kreml hat sie nie verwöhnt, denn Wahlen werden in den großen Städten gewonnen.

Die Toilette ist ein Plumpsklo ganz hinten im Haus, eine Kanalisation gibt es bis heute nicht. Fließendes Wasser? Gibt es nur in den Städten, auf dem Land wird Regenwasser aufgefangen oder es gibt einen Brunnen.

Kein Gas, kein Licht, kein Bus
Etwa 80% der Bevölkerung auf dem Land lebt so wie Michail. 80 Jahre ist er alt, in Marjino geboren und muss nun noch erleben wie sein Dorf langsam stirbt. Die neue Zeit nimmt keine Rücksicht mehr und der Kreml schon gar nicht. Alles Geld fließt in die Hauptstadt. Hier gibt es nur einige Gurken und Tomaten. Von den sagenhaften Gewinnen, die Russland mit Öl und Gas erzielt, kommt in der Provinz nichts an.

Michails Nachbar sagt es deutlich: "Wir haben ja noch Glück, die nächste Stadt ist gar nicht so weit, aber dennoch: es gibt hier kein Gas, kein Licht, und noch nicht einmal der Bus fährt hier. Uns haben sie längst vergessen." Ein Leben, ruhig und beschaulich, fast wie vor hundert Jahren. Erst der Zar, dann die Kommunisten - nichts hat sich hier seitdem verändert.

Beeren-Verkauf am Straßenrand
Doch nun will Russland den Anschluss schaffen. Viel ist auf einmal von Modernisierung und Hightech die Rede. Und die Provinz? Auf unserem Rückweg treffen wir Marina. Am Straßenrand verkaufen sie Kirschen und Beeren, die sie im Wald sammelt. Jeder Tag ist ein Tag, an dem sie über die Runden kommen muss. "Mit Beeren ist das so eine Sache", sagt sie. "Eigentlich weiß ich nie, wie viele Autos halten und wie so der Tag läuft. Aber meistens hab ich bis abends soviel eingenommen, dass ich in den Laden kann um Lebensmittel zu kaufen."

Russlands Provinz - richtig gut gemeint hat es bislang noch nie jemand mit den Menschen auf dem Land. Erst recht nicht die heutige Regierung.

Sendedaten
makro
"Russlands Masterplan"

Freitag, 19. August 2011, 21.30 Uhr
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Thema der Sendung
© caroRusslands Masterplan
Die "Möchtegern"-Supermacht Russland ist ins wirtschaftliche Abseits geraten. Veraltete Industrien, fehlende Infrastruktur, marode Immobilien, korrupte Bürokratie. Einzig und allein die Öl- und Gasförderung floriert.
Schwerpunkt
Russland