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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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© dpa Lupe
Schwieriger Partner
Deutschlands Atomausstieg ist für Russland ein prima Geschäft, erhöht er doch die Abhängigkeit vom russischen Gas. Das soll ab Herbst durch die Nord-Stream-Pipeline nach Deutschland transportiert werden.
Unter den Weiten der Tundra bohrt Russlands größter Energiekonzern Gazprom nach Öl und Gas. Einer der wichtigsten Abnehmer ist Deutschland, Tendenz steigend. Der russische Förderer rechnet Dank deutschem Atomausstieg mit steigender Rohstoffnachfrage. "Gazprom hat sich bereits auf die neue Situation eingestellt", sagt Alexander Medwedew, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Gazprom. "Selbst bei einer höheren Nachfrage in Deutschland ist genug Gas für alle da."

Jochen Weise, Vorstand von Eon Ruhrgas, und sein Team sind auf dem Weg in den Gazprom-Turm, die Zentrale des russischen Konzerns. Weise kauft regelmäßig für den Energiekonzern Eon Gas von den Russen. Zurzeit ist das Verhältnis alles andere als freundschaftlich. Eon und Gazprom streiten um den Preis. Eon soll deutlich mehr zahlen, als das Gas am Markt derzeit wert ist. Ein Schiedsgericht soll jetzt schlichten.

Die insgesamt 76.000 Pipeline-Segmente fertigt die russische Firma OMK. Sie werden per Zug zur Weiterverarbeitung nach Kotka in Finnland transportiert. © Nord Stream AGLupe
Verlegung der Pipeline auf russischer Seite. © Nord Stream AGLupe
Ein weiteres 12 Meter langes Pipeline-Element wird angefügt. © Nord Stream AGLupe

Eon will selbst fördern
Aus der Leitzentrale steuert Gazprom den Export ins Ausland. 80 Prozent des russischen Erdgases wird von Gazprom gefördert. Das Unternehmen ist damit der größte Energiekonzern Russlands und wird vom Kreml kontrolliert. Die Rohstoffexporte machen die Hälfte der Haushaltseinnahmen des Landes aus. Das macht Russland extrem abhängig vom Energiesektor.

3500 Kilometer östlich von Moskau, in der wichtigsten Gasregion Russlands, liegt das Gasfeld Juschno Russkoje übersetzt "das Südliche". Es ist eine der modernsten Gasförder-Anlagen und erst seit zwei Jahren in Betrieb. Gaseinkäufer Jochen Weise ist zum ersten Mal hier und wird vom örtlichen Gazprom- Mann herumgeführt. Aus 142 Bohrlöchern strömt gleichzeitig das Gas, hochwertig und leicht zu fördern. Nach langjährigen Verhandlungen gehört Eon heute ein Viertel des Feldes.

"Die europäischen Gasreserven sind fast aufgebraucht", erläutert der Eon-Ruhrgas-Vorstand. "Wir müssen mehr und mehr Gas importieren. Das kann man auf der Basis langfristiger Importverträge tun. Wir wollen das aber auch durch Eigenförderung erreichen."

Bevor die Pipeline ins Meer abgesenkt werden kann, wird an Bord der Castoro Dieci das nächste Element angeschweißt.Bevor die Pipeline ins Meer abgesenkt werden kann, wird an Bord der Castoro Dieci das nächste Element angeschweißt. © Nord Stream AGLupe
Stück für Stück wird die neue Pipeline in die Ostsee herabgelassen. Dazu gibt es eigens ein Spezialschiff, die Castoro Dieci. © Nord Stream AGLupe
In Lubmin, Mecklenburg-Vorpommern, kommt die Nord-Stream-Pipeline an Land. © Nord Stream AGLupe

Ostsee-Pipline ab Herbst am Netz
Ab Herbst 2011 soll die Ostsee-Pipline Nord Stream ans Netz gehen. Vom russischen Wyborg führt die Leitung 1200 Kilometer durch die Ostsee bis ins deutsche Lubmin. Die Pipeline ist eines der wichtigsten Investitionsprojekte von Gazprom. 7,4 Mrd. Euro kostet der Bau, an dem auch deutsche Firmen beteiligt sind. Der erste von zwei Strängen ist bereits fertig. Bis zum Start muss die Unterwasser-Leitung jetzt noch getrocknet und getestet werden.

Inzwischen laufen auch die Arbeiten für den zweiten Strang. Die internationale Crew auf dem Verlegeschiff schafft rund drei Kilometer am Tag. Die tonnenschweren Stahlrohre müssen einzeln verschweißt werden, jede Naht muss sitzen. 2012 soll auch Strang zwei in Betrieb gehen. Dann kann die Pipeline 26 Millionen Haushalte mit Gas versorgen.

Ist die Pipeline erstmal gebaut, wird sie auch genutzt, soviel steht fest. Schließlich soll sich die Investition lohnen. Russland bleibt damit auch in Zukunft von der Gasnachfrage im Ausland abhängig.

Sendedaten
makro
"Russlands Masterplan"

Freitag, 19. August 2011, 21.30 Uhr
Thema der Sendung
© caroRusslands Masterplan
Die "Möchtegern"-Supermacht Russland ist ins wirtschaftliche Abseits geraten. Veraltete Industrien, fehlende Infrastruktur, marode Immobilien, korrupte Bürokratie. Einzig und allein die Öl- und Gasförderung floriert.
Schwerpunkt
Russland
Schwerpunkt
Öl & Gas
Kaum ein Thema ist von derart tiefgreifender Bedeutung wie die Versorgung mit Energie. Öl ist das Blut der Weltwirtschaft. Die entscheidende Frage dabei: Wer hat die meisten Reserven. Die großen westlichen Ölkonzerne verfügen übrigens nur über rund zehn Prozent.