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Vorschau
Sendung am 20. Oktober
Knappe Medikamente
Antibiotika, Impfstoffe oder Krebsmedikamente - Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind immer häufiger. Viele Medikamentenhersteller sind von einzelnen Zulieferern abhängig.
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Rückblick
Sendung vom 6. Oktober
Schöne neue Landwirtschaft?
Der Kauf des Gentechnikspezialisten Monsanto ist für die Bayer AG ein zweischneidiges Schwert: schlechte Reputation gegen gute Gewinne. Trotzdem: Der Mega-Deal könnte die Zukunft der Landwirtschaft erheblich verändern.
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Lupe
Firmenchefin Sabine Fremerey in der Werkstatt.
Das Autohaus und seine Chefin
Sabine Fremerey übernahm das Unternehmen ihres Vaters - ein Autohaus, ausgerechnet! - und hat ihm ihren Stempel aufgedrückt. Seit 13 Jahren schon. Und zwar mit Erfolg.
Sabine Fremerey hätte sich auch von ihrem Bruder auszahlen lassen können, ihr Mann verdiente genug für die Familie. Doch sie blieb, zahlte statt dessen den Bruder aus und leitet heute eins der erfolgreichsten Autohäuser im Rhein-Main-Gebiet.

Im Mittelstand sind Frauen viel stärker vertreten als in deutschen Großkonzernen. Dass Frauen hier ihren Mann stehen, sieht man schon auf den ersten Blick. Im hessischen Hüttenberg gilt das auch für des Mannes Liebling. Im örtlichen Autohaus gibt eine Frau den Ton an: Sabine Fremerey ist Marketingleiterin und Chefin. Die 42jährige führt den Familienbetrieb seit 13 Jahren - und das sehr erfolgreich: "Wir haben einen Marktanteil jenseits der 50 Prozent im Vertrieb, wir haben top Kundenzufriedenheitswerte, und wir gehören zu den zehn umsatzstärksten Unternehmen hier im Rhein-Main-Gebiet", erzählt sie. "Und darauf können wir stolz sein."

Morgendlicher Rundgang im wichtigsten Teil des Betriebes: der Werkstatt. Dass die Männer mehr von Motoren verstehen und eher kumpelhaft miteinander umgehen, stört Sabine Fremerey nicht. 52 Männer und nur acht Frauen arbeiten im Autohaus. Angesichts dieser Übermacht musste sie erst lernen, auch als Chef Frau zu sein. Dass sie besonders taff auftreten muss, um sich durchzusetzen, glaubt sie mittlerweile nicht mehr.

Eigenverantwortung und Transparenz
Wie fühlt sie sich so allein unter Männern? "Gut!", sagt Fermerey. Wenn man verstehe, wie Männer denken, habe man einen ganzen Blumenstrauß an Möglichkeiten, "und deshalb finde ich es sehr schön, in dieser Männerwirtschaft zu arbeiten."

Im Führungsstil baut Sabine Fremerey typisch weiblich auf Eigenverantwortung und Transparenz. Auch deshalb hat sie ihr Büro vom oberen Stock in einen eigens gebauten Glaskasten verlegt. So sitzt sie mittendrin und ist immer ansprechbar. Sie setzt vor allem auf gute Kommunikation, damit alle wissen, wo die Reise hingeht. Teamarbeit und Transparenz sind für sie ganz wichtig: "Transparenz schafft Verantwortung."

Zehnkampf im Yukon
Lupe
Tranzparenz und flache Hierarchien sind der Firmenchefin wichtig. Das erziehe zur Verantwortung.
Ihre ganz persönliche Herausforderung sucht die ehemalige Handballerin im Extremsport. 2010 machte sie bei einem Zehnkampf in den Eislandschaften des Yukon mit. Eisige Temperaturen bis zu minus 39 Grad, zwei Wettkämpfe pro Tag und ein Halbmarathon - das alles bei nur neun Wochen Vorbereitungszeit. An manchen Tagen stand Fremerey schon um fünf Uhr früh für ihre Trainingseinheit auf.

Doch am Ende gewann die Powerfrau. Disziplin und Positives Denken sind für sie der Schlüssel zum Erfolg: Sie habe einmal eine Karte bekommen mit einem Eisbären auf einer Eisscholle weit weg vom Festland, und da stand drauf: "Es ist ein Zeichen von Intelligenz, in jeder Situation auch das Positive zu sehen" - und da sei wirklich etwas dran."

Organisation, Organisation, Organisation
Dass Sabine Fremerey so erfolgreich ist, ist für ein mittelständisches Unternehmen nicht ungewöhnlich. Jeder fünfte Betrieb wird von einer Frau geleitet. Gründe sind flexiblere Arbeitszeiten, Kinderbetreuungsangebote, und mehr Akzeptanz. Von den im DAX gelisteten Konzernen vertraut dagegen kein einziger auf eine Vorstandsvorsitzende. Sabine Fremerey sieht hier einen großen Nachholbedarf: Wenn sie zum Beispiel bei externen Konferenzen frühzeitig geht, um einen privaten Termin wahrzunehmen, merkt sie schon, dass die Männer dann gucken und denken: "Ja will sie jetzt Businessfrau sein oder vielleicht doch wieder in den Kindergarten gehen?"

Auch Sabine Fremerey muss gut organisieren, um Job und Familie unter einen Hut zu bekommen. Fest im Terminkalender eingeplant ist jeden Dienstag ein Mama-Nachmittag mit Tochter Victoria. Eine Tante und eine Freundin helfen bei Bedarf aus. Die Doppelrolle der Chefin respektieren mittlerweile alle im Autohaus.

Ladys-Night im Autohaus
Auch ihren eigenen Verantwortungsbereich, das Marketing, geht die Chefin betont weiblich an. Nach Durchforstung ihrer Kundenkarteien fand die Unternehmerin heraus, dass 19.000 Autos auf Männer zugelassen sind aber auch 3.000 auf Frauen. So wurde die Idee einer Damen-Nacht im Autohaus geboren. Die bringt nicht nur neue Kundinnen, sondern auch viel Spaß ins Autohaus.

Männer dürfen ausnahmsweise mal nur als Barkeeper rein. Die Weiblichkeit im PS-Tempel kommt an. Und so lassen sich 300 Frauen die Haare legen und Schminktipps geben - und probieren ganz nebenbei das neue Cabrio aus. Highlight des Abends ist eine Modenschau, natürlich auch die mit besonderen Reizen für die versammelte Damenwelt. Frauen suchen sich eben längst nicht mehr nur Autofarben aus. Sabine Fremerey weiß das und betreibt ihr Marketing mit Sinn für den weiblichen Blick.

Sabine Fremerey hat ihre Führungsrolle gefunden. In ihrem mittelständischen Unternehmen hat sie die Flexibilität, die sie für Job und Familie braucht und bringt damit auch ihr Autohaus auf die Erfolgsspur.

Sendedaten
makro
"Frauen vor!"

Freitag, 24. Juni 2011, 21.30 Uhr
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Thema der Sendung
© DaimlerFrauen vor!
In deutsche Vorstandsetagen hat sich bis heute kaum eine Frau verirrt. Das System hält dicht. Warum ist das so? Andere Länder zeigen, wie es gehen kann: In Frankreich führt eine Frau den Atomkonzern Areva, in Indien die größte private Bank.
Schwerpunkt
Auto