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Vorschau
Sendung am 20. Oktober
Knappe Medikamente
Antibiotika, Impfstoffe oder Krebsmedikamente - Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind immer häufiger. Viele Medikamentenhersteller sind von einzelnen Zulieferern abhängig.
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Rückblick
Sendung vom 6. Oktober
Schöne neue Landwirtschaft?
Der Kauf des Gentechnikspezialisten Monsanto ist für die Bayer AG ein zweischneidiges Schwert: schlechte Reputation gegen gute Gewinne. Trotzdem: Der Mega-Deal könnte die Zukunft der Landwirtschaft erheblich verändern.
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© dapd Lupe
Heute haben Deutschlands Fußballdamen ein eigenes Trikot. Und falls sie den Titel holen, bekommen sie 60.000 Euro. 1989 gab es noch ein Porzellanservice.
Das rothaarige Stiefkind
Im Fußball haben Frauen nichts zu lachen. Zumindest wenn sie selbst spielen wollen. Die alten Herren des DFB haben sich bis 1970 dem Frauenfußball verweigert. Aus ästhetischen Gründen! Gemessen daran gibt es Fortschritte.
Die Frauen der kanadischen Nationalelf geben sich erstaunlich locker kurz vorm Eröffnungsspiel gegen Deutschland. Dabei war lange unklar, ob sie überhaupt zur WM antreten. Mit Boykott aller Länderspiele hatten sie gedroht, vom Kanadischen Fußballverband mehr Mitspracherecht und Geld gefordert. Die Benachteiligung gegenüber Männern sei einfach zu groß. Denn sie würden nur bei einigen Spielen Prämien bekommen, während die weit erfolgloseren Männer für jedes Länderspiel kassierten.

Im Kampf für mehr Gleichheit hat das Team von Trainerin Carolina Morace sogar einen Anwalt eingeschaltet. "Die Männer haben eine Liga, und wir nicht", beklagt sie. "Wir sind das einzige Land, das keine Liga hat. Das ist ein Problem für uns!"

Zur WM ist der Konflikt ausgesetzt. Danach will die Trainerin mit dem Verband die Differenzen klären. Da sind die deutschen Frauen besser dran. Durchschnittlich verdient jede Topspielerin 4.000 Euro monatlich, schätzen Experten. Kein Vergleich zu den Millionengagen männlicher Kollegen. Viele brauchen ein zweites berufliches Standbein - das war schon früher so. Beim ersten Titelgewinn zur EM 1989 gab es gar kein Geld. Nur eine hausfrauengerechte Prämie: 40 Teile Porzellan.

Bis 1970 verboten
Lupe
Die deutsche Nationalmannschaft im Training.
Den Frauen war das Fußballspielen sogar bis 1970 verboten. Aus ästhetischen Gründen, so der DFB. Doch seither sind sie auf Erfolgskurs: Siebenmal Europameister und zweifacher Weltmeister. Trotzdem mangelt es noch an Sponsoring- und Werbeverträgen, Zuschauerresonanz und Medieninteresse. Immerhin würde der DFB jeder Spielerin für den WM-Sieg erstmals 60.000 Euro zahlen. Die Jungs von Jogi Löw hätten das Fünffache gekriegt. Aber Frauen klagen nicht.

"Besser als gar nichts", meint Alexandra Popp. "Man muß den Stellenwert des Frauenfußballs relativieren. In den 20 Jahren, wo es Frauenfußball gibt, sind wir auf einem sehr guten Weg."

Die Spielerinnen seien zufrieden, dass sie eine ordentliche Prämie bekommen würden, meint auch Ariane Hingst. "In erster Linie spielen wir, weil wir den Titel gewinnen wollen. Dass eine Prämie abfallen kann, ist eine schöne Sache." Viel wichtiger aber sei der Titel.

Darum kämpfen sie im nagelneuen Frauentrikot. Bislang mussten sie in den Schlabber-Shirts der Männer kicken. Zumindest diese Zeiten sind passé.


Sendedaten
makro
"Frauen vor!"

Freitag, 24. Juni 2011, 21.30 Uhr
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Thema der Sendung
© DaimlerFrauen vor!
In deutsche Vorstandsetagen hat sich bis heute kaum eine Frau verirrt. Das System hält dicht. Warum ist das so? Andere Länder zeigen, wie es gehen kann: In Frankreich führt eine Frau den Atomkonzern Areva, in Indien die größte private Bank.
Schwerpunkt
Sport