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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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© REpower Lupe
Das Fertigstellung von Alpha Ventus ist der Startschuss für Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee.
Goldrausch auf hoher See
Der Ausstieg aus der Atomenergie bedeutet den Einstieg in die Offshore-Windkraft. Bisher ist diese mit großen technologischen Risiken, also hohen Kosten verbunden. Dennoch: Die Nordsee erlebt einen neuen Goldrausch.
Deutschland steigt aus der Atomkraft aus und setzt in Zukunft vor allem auf den Ausbau erneuerbarerer Energien. Bis zum Jahr 2020 soll deren Anteil an der bundesweiten Stromerzeugung 35% betragen, bis 2030 mindestens 50%. Wenn man von Exoten wie Neuseeland, das ebenfalls komplett auf regenerative Energien umsteigt, einmal absieht, ist Deutschland das erste wichtige Industrieland mit derart ehrgeizigen Plänen.

Die Technologie der Wahl ist die Windenergie. Photovoltaik ist in Deutschland nach dem heutigen Stand der Technik und auch auf absehbarer Zeit schlicht zu teuer und "rechnet" sich nur mit hohen Subventionen. Der Beitrag von Biomasse ist durch die begrenzte Anbaufläche für Energiepflanzen gedeckelt.

Mit geothermischen Resourcen ist Deutschland nicht gerade gesegnet, zu niedrig sind die Temperaturen und zu tief müsste man bohren, als dass dies wirtschaftlich darstellbar wäre. Auch Wasserkraft lässt sich bei uns kaum noch ausbauen - wer will schon zwangsumgesiedelt werden, wegen des Baus einer neuen Talsperre?

Repowering an Land
Was bleibt ist also die Windenergie. Modernen Anlagen an günstigen Standorten sind mit konventionellen Kraftwerken einigermaßen konkurrenzfähig, insbesondere, wenn man die zukünftigen Kosten für CO2-Verschmutzungsrechte bei Kohlekraftwerken berücksichtigt. Das sogenannte Repowering, also das Ersetzten kleiner, alter, wenig effizienter Windkraftanlagen durch große moderne Turbinen, birgt ein erhebliches Potential.

Zudem stehen heute in Baden-Württemberg und Bayern kaum Anlagen, weil dies politisch nicht gewollt war. Hier lässt sich also noch einiges bewegen. Allerdings: Niemand hat gerne eine riesige Windturbine hinter seinem Haus stehen. Insofern werden wohl viele windgünstige Standorte auch in Zukunft nicht genutzt werden.

Königsweg Offshore
Als Königsweg drängen sich große Offshore-Windparks auf. Eine Verspargelung der Landschaft jenseits des Horizonts fällt nicht weiter auf. Außerdem bläst der Wind auf hoher See kräftiger und gleichmäßiger als an Land. Doch auch hier gibt es einen Haken: Die Technologie ist mit erheblichen Risiken verbunden, da sie noch nicht über längere Zeiträume erprobt ist. Niemand kann mit Gewissheit sagen, ob auch nach 20 Jahren eine Offshore-Anlage einigermaßen wartungsfrei und damit kostengünstig arbeitet.

Es fehlen schlicht die Erfahrungswerte. Selbst in Dänemark, einem Offshore-Pionier der ersten Stunde, laufen kommerzielle Windparks noch nicht über die komplette Lebensdauer von erhofften 25 Jahren. Klar ist nur, dass das aggressive Salzwasser vor allem bewegliche Teile, z.B. das Getriebe, angreift. Immerhin bekommen die Anlagenbauer diese Schwierigkeiten zunehmend in den Griff, auch indem sie auf Getriebetechnologien mit weniger beweglichen Teilen setzen (Direct Drive).

Große Wassertiefe
Eine weitere große Herausforderung ist die große Wassertiefe, in der die Anlagen verankert werden müssen. Im Gegensatz zu alten Offshore-Parks vor der dänischen Küste entstehen die neuen Projekte wesentlich weiter draußen auf See. Für die Fundamente gibt es verschiedene technologische Ansätze wie Monopiles, Tripods, Schwerkraftfundamente oder gar schwimmende Anlagen.

Was sich da letztlich durchsetzten wird, ist unklar. Klar ist nur: Wenn ein Windparkbetreiber hunderte von Millionen oder gar mehrere Milliarden Euro in die falschen Fundamente steckt, und sich nach 15 Jahren herausstellt, dass die Dinger nicht halten, dann ist das eine Katastrophe.

Energieversorger machen ernst
All diese Risiken führen zu hohen Kosten. Und genau das ist der Grund, warum der typische kleine oder mittelständische Onshore-Windparkbetreiber bisher bei Offshore-Projekten kein Land gesehen hat. Es gab einfach keine Finanzierung von den Banken. Erst seit die Finanzkrise abklingt, das Geld der Banken wieder etwas lockerer sitzt und die Bundesregierung mit dem überarbeiteten Erneuerbare-Energien-Gesetz eine generöse Offshore-Vergütung beschlossen hat und damit den Betreibern das Risiko abnimmt, kommt Bewegung in die Sache.

Und erst jetzt machen die großen Energieversorger Eon, RWE und Iberdrola ernst und forcieren jene Projekte im Gigawatt-Bereich, die Deutschlands Energiewende erst möglich machen.

Sendedaten
makro
"Strom für Europa"

Freitag, 10. Juni 2011, 21.30 Uhr
Thema der Sendung
© DaimlerStrom für Europa
Deutschland macht ernst mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien und möchte damit Vorreiter sein in Europa. Das bedeutet den Durchbruch für Offshore-Windparks und schlaue Netzte. Am Ende könnte alles schneller gehen als gedacht.
Schwerpunkt
Umwelt - Nachhaltigkeit - Greentech