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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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© dapd
Wohin mit den Schulden?
Die griechische Tragödie stellt Europa, ganz besonders natürlich Griechenland selbst, vor eine Lose-lose-Situation. Wir haben also die Wahl zwischen einer schlechten Lösung und einer schlechten Lösung. Ein Überblick.
1.) Reformen
In jedem Fall sind Reformen unausweichlich. Die griechische Krankheit, ein überbordender Staatsapparat, ineffiziente Verwaltung und fehlende Wettbewerbsfähigkeit, sind strukturelle Defizite, die zu beheben Jahre dauern wird. Diese Herkulesaufgabe ist am ehesten mit dem langwierigen und schmerzhaften Wiederaufbau Osteuropas nach der Wende zu vergleichen.

Die Regierung muss sich jetzt bewegen und endlich das vereinbarte Konsolidierungsprogramm umsetzen. Der aufgeblähte Beamtenapparat muss dringend reformiert werden. Das Rentensystem erneuert und die Einahmen aus Steuern erhöht werden.

2.) Privatisierungen
Griechenland muss sein Tafelsilber verkaufen. Mit Privatisierungen will die Regierung 50 Milliarden Euro einnehmen. So sollen zum Beispiel die Häfen in Piräus und Thessaloniki verkauft werden. Für den Flughafen in Athen gibt es mit dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport sogar schon einen Kaufinteressenten. Das Problem ist nur: Der Staatsbesitz ist nicht einmal genau erfasst. der Verkauf könnte sich also noch lange hinziehen, Zielmarke ist das Jahr 2015.

3.) Euro-Austritt und Abwertung der Währung
Die drastischste Maßnahme wäre der Euro-Austritt. Das hieße zurück zur alten Drachme und mehr Spielraum für die Währungspolitik. Damit könnte der Export angekurbelt werden. Spielraum bedeutet für den Sparer konkret: Spielraum nach unten. Ein Blick nach Island zeigt, wo die Reise hingehen kann: Die Staatspleite nach dem Lehman-Crash 2008 hat die isländische Krone 45% an Wert gegenüber dem Euro verlieren lassen. Seither hat sich die Währung auf einen Verlust von "nur" noch 50% erholt.

Aus Angst um die Ersparnisse wäre ein Run der Griechen auf ihre Banken wahrscheinlich. Jeder Grieche, der laufen kann, würde sofort sein Geld abheben oder auf ein schnell eingerichtetes ausländisches Konto überweisen. Die griechischen Banken wären sofort pleite.

Außerdem würden sich Waren aus der Eurozone und dem Dollarraum verteuern, die Preise steigen und die Kaufkraft der Bürger schmälern. Griechenland wäre von den hohen Importpreisen besonders hart getroffen, da die Handelsbilanz klar negativ ist (viele Importe, wenige Exporte). Auch die Auslandsschulden würden, in Drachmen gerechnet, schlagartig in die Höhe schnellen. Die Situation wäre deutlich verschärft. Ohne Schuldenschnitt wäre die Lage noch aussichtsloser.

4.) Umschuldung / Schuldenschnitt
Bleibt noch die Umschuldung. Beim sogenannten "Haircut", wird einfach ein Teil der Schulden weggeschnitten, sprich erlassen. Die Schuldenprobleme würden entschärft, ohne die Konjunktur abzuwürgen. Die Regierung könnte den Spielraum nutzen, um zum Beispiel die Steuern zu senken.

Das Problem: Auch private Gläubiger müssen Ausfälle hinnehmen. Vor allem griechische Banken und die Europäische Zentralbank wären betroffen. Die EZB ist dementsprechend dagegen und fürchtet eine Bankenkrise vom Ausmaß der Lehmann-Pleite.

Wahrscheinlicher ist deshalb eine sanfte Umschuldung bei der die Laufzeiten für Kredite verlängert und die Zinsen gesenkt werden.

Sendedaten
makro
"Europa im Stresstest"

Freitag, 27. Mai 2011, 21.30 Uhr
Thema der Sendung
© DaimlerEuropa im Stresstest
Dachten wir wirklich, die Probleme in Griechenland seien irgendwie ausgestanden? Das Land sei mit Hilfe der milliardenschweren Hilfspakete auf dem Weg der Besserung?
Schwerpunkt
Finanzkrise
Das Platzen der amerikanischen Immobilienblase brachte ein gewaltiges Kredit-Kartenhaus zum Einsturz. Die folgende Pleite der Investmentbank Lehman Brothers führte das Weltfinanzsystem an den Rand des Kollaps. Bis heute zahlen wir an den Folgen.