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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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© dpa Lupe
Gesundbeten hilft nicht
Griechenland wird seine Schulden nicht zurückzahlen können. An einer Umschuldung in der einen oder anderen Form führt kein Weg vorbei. Die Frage ist nur noch wie und wann. Und wie die Märkte darauf reagieren.
Die Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff haben das Buch zum Thema geschrieben. Es trägt den schönen Titel "This Time Is Different" – eine Einschätzung, die noch den Weg hin zu einer jeden Blase, einer jeden Pleite und eines jeden wirtschaftlichen Totalschadens gepflastert hat. Der ernüchternde Untertitel "Eight Centuries of Financial Folly" lässt erahnen, dass sich an grundsätzlichen Mechanismen menschlichen Verhaltens in der Vergangenheit wenig verändert hat. Das Buch ist hoch gelobt, viel zitiert und gilt als die gründlichste Auseinandersetzung mit der Geschichte von Staatspleiten.

Lektion 1: Zahlungsunfähigkeiten von Staaten sind historisch betrachtet keineswegs selten oder beschränkt auf Bananenrepubliken, auch wenn das Gros der Experten in den letzten Jahren genau diesen Eindruck vermittelt hat.

Lektion 2: Ab einer Verschuldungsquote von 80 bis 90% der Wirtschaftsleistung wird es richtig, richtig eng. Ist die Verschuldung höher, endet es meistens böse.

Nicht zu schaffen
Griechenland wird, trotz aller Anstrengungen, in wenigen Jahren eine Verschuldungsquote von 150 bis 160% haben. Mindestens. Wenn man Reinhart und Rogoff glauben darf, ist in einem solchen Fall nichts mehr zu machen. Diese Schuldenlast wird Griechenland nie zurückzahlen können.

Länder, die es geschafft haben, eine hohe Verschuldung abzutragen, sind nicht unbedingt mit Griechenland vergleichbar. Belgien, zum Beispiel, hatte 1993 noch eine Schuldenquote von 135% und schaffte es, diese bis 2007, also vor der Finanzkrise, auf 84% abzubauen. Nur: Belgien hat eine wettbewerbsfähige Wirtschaft und verdient gut mit dem Export seiner Güter.

Kanada hatte 1995 ebenfalls eine relativ hohe Verschuldung, mit der Folge, dass 35% der Steuereinnahmen für den Schuldendienst draufgingen. Heute sind es nur noch 13%. Aber auch Kanada hat wettbewerbsfähige Unternehmen, eine effiziente Verwaltung und verfügt mit dem Export von Rohstoffen über Güter, die die Welt braucht. Griechenland hingegen wird sich mit dem Verkauf von Oliven und der Privatisierung des ein oder anderen Bahnhofes nicht aus der Malaise befreien können.

Falsche Medizin
© Kapitalmarkt Monitor Lupe
Die Umlaufrendite von griechischen Staatsanleihen ist seit Anfang 2010 kontinuierlich gestiegen.
Als die Griechenlandproblematik im Mai 2010 zum ersten Mal hochkochte, glaubte die Staatengemeinschaft noch, das Thema mit einem 110-Milliarden-Rettungspaket vom Tisch zu kriegen und hegte die Hoffnung bis 2013 sei das Land wieder soweit auf der Spur, dass es sich am Kapitalmarkt selbst mit den nötigen Finanzmitteln versorgen könnte.

Daraus wird nichts. Die Finanzmärkte verlangen für 10-jährige griechische Staatsanleihen rund 16% Zinsen, Tendenz steigend. Das ist nicht bezahlbar. Erst bei 5-6% Verzinsung lohnt es sich überhaupt, über einen Gang an den Kapitalmarkt nachzudenken. Doch mit einer so geringen Risikoprämie für griechische Anleihen geben sich die Märkte auf absehbare Zeit nicht zufrieden.

Solvenzproblem
Sie haben längst erkannt: Griechenland hat kein Liquiditätsproblem, das sich mit dem europäischen Rettungskredit überbrücken ließe, sondern ein Solvenzproblem. Mit anderen Worten: Bevor Griechenland nicht seine Strukturprobleme in den Griff kriegt – was Jahre brauchen wird - und seine erdrückend hohe Verschuldung loswird, wird es kein Geld vom Kapitalmarkt geben. Ein Teufelskreis.

Barry Eichengreen von der University of California, Berkley, sagt, ein Schuldenschnitt von 40%, also eine Absenkung der Gesamtverschuldung auf 100% der Wirtschaftsleistung, gäbe Griechenland wenigstens eine gewisse Hoffnung, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

An einer Umschuldung in der einen oder anderen Form führt kein Weg vorbei.

Sendedaten
makro -
Wirtschaft in 3sat

Freitags, 21.30 Uhr
Thema der Sendung
© DaimlerEuropa im Stresstest
Dachten wir wirklich, die Probleme in Griechenland seien irgendwie ausgestanden? Das Land sei mit Hilfe der milliardenschweren Hilfspakete auf dem Weg der Besserung?
Schwerpunkt
Finanzkrise
Das Platzen der amerikanischen Immobilienblase brachte ein gewaltiges Kredit-Kartenhaus zum Einsturz. Die folgende Pleite der Investmentbank Lehman Brothers führte das Weltfinanzsystem an den Rand des Kollaps. Bis heute zahlen wir an den Folgen.