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Vorschau
Sendung am 24. November
Marshallplan für Afrika
Entwicklungshilfe war gestern: Auf dem EU-Afrika-Gipfel Ende November 2017 sollen die Weichen für mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit gestellt werden.
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Rückblick
Sendung vom 10. November
Baustelle Bahn
Von München nach Berlin in weniger als vier Stunden. Das geht ab Dezember mit der Bahn. Doch reichen Prestigeprojekte wie dies, um die Bahn nach vorne zu bringen?
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Lupe
Die 35-jährige Cai Hongxias arbeitet seit 10 Jahren beim chinesischen LKW-Bauer Foton.
Die Frau am Fließband
Mao Zedong hat Chinas Frauen schon vor über 60 Jahren die Hälfte des Himmels versprochen. Auf Erden allerdings erledigen sie mehr als die Hälfte der Arbeit. So ist auch Chinas Autoindustrie schon lange keine reine Männerdomäne mehr.
Morgens halb acht in Peking: Die 35-jährige Cai Hongxias parkt ihren Roller auf dem Firmenparkplatz. Die nächsten acht Stunden wird sie in der Werkhalle des Staatsbetriebs Foton Außenspiegel an Lastwagen der Marke Aumann anbringen. Und das macht sie schon seit über zehn Jahren.

Cai arbeitet hier als einzige Frau am gut bezahlten Montage-Fließband. Obwohl es immer mehr weibliche Angestellte gibt, sind die Chefs, so wie in Deutschland auch, dagegen meist männlich.

Viel Lob für das Vorzeigeunternehmen
Lupe
Foton-Zugmaschinen auf dem Werksparkplatz bei Peking.
3000 Yuan verdient Cai im Monat. Das sind umgerechnet 350 Euro. Für jede Überstunde bekommt sie 60 Cent, genau das, was eine Mahlzeit in der werkseigenen Kantine kostet. Cai ist mit ihrem Gehalt und ihrer Arbeitsstelle zufrieden. "Die Behandlung und die Versorgung in unserer Firma ist sehr gut. Wir bekommen zu jedem Festtag ein Geschenk", erzählt sie.

Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen, die alle jünger sind als sie, verdient sie im Schnitt 15 Euro weniger. "Weil sie anstrengendere Arbeit verrichten als ich", so Cai. Die Aufgaben seien nicht die gleichen. Wenn ein Mann und eine Frau dieselbe Arbeit verrichten würden, dann bekämen sie auch dasselbe bezahlt, aber wenn nicht, dann sei das Einkommen eben unterschiedlich, argumentiert ein männlicher Kollege von Cai.

Wer hier klagt, tut es für chinesische Verhältnisse auf hohem Niveau. Im Gegensatz zu den meisten Betrieben der Privatwirtschaft, die in China inzwischen 60% des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften, bedeutet die Anstellung in einem Staatsbetrieb wie Foton eine relative soziale Sicherheit. "Uns Frauen geht’s hier ganz gut, hier läuft alles ordentlich nach staatlichen Regeln. Sie zahlen uns die ganzen Sozialversicherung, das ist sehr viel wert", so Xu Baorong, eine Arbeiterin bei Foton.

Unter dem strengen Blick Maos
Wie auch viele Frauen in Deutschland haben die Arbeiterinnen nach Ende ihrer Schicht noch lange kein Feierabend, denn sie sind zusätzlich für die Erziehung der Kinder und den Haushalt verantwortlich. Diese Doppelbelastung zerrt an den Nerven. "Als ich angefangen habe zu arbeiten, war ich wirklich gestresst. Die Arbeit selbst ist gar nicht so anstrengend, aber ich war die ganze Zeit so müde", so die 31-jährige Hong Ling, "Die Arbeitsstunden sind einfach zu lang. Und wenn ich dann nach Hause gehe, hat sich keiner die Hausaufgaben meines Kindes angeguckt."

Wenn Cai Hongxia, fast immer nach langen Überstunden, abends zu Hause ankommt, warten dort ihre Mutter und ihr Sohn auf sie. Ihr Mann arbeitet als Fahrer und hat daher sehr unregelmäßige Arbeitszeiten. Der zwölfjährige Chenchen will, ganz wie seine Mutter, einmal in einem Staatsbetrieb arbeiten. Seine Hausaufgaben macht er unter den strengen Blicken der zwei kommunistischen Staatsgründer, denn seine Eltern sowie seine Großeltern, sind Parteimitglieder. "Wir bewundern den Vorsitzenden Mao und Premier Zhou sehr, deswegen haben wir ihre Bilder in unserem Haus und hängen jedes Jahr neue auf", erklärt Cai.

Durch die Hilfe ihrer Mutter sei ihr Leben sehr angenehm, sagt Cai. Sonst wüsste sie nicht, wie sie die Doppelbelastung aushalten würde. "Ich glaube, dass arbeitende Frauen in Deutschland unter einem irren Zeitdruck stehen. Bei uns läuft doch alles noch sehr gemütlich." Tauschen würde sie daher nicht, auch wenn Deutschland so reich sei, viel reicher als China.



Sendedaten
makro
"China - Rivale oder Partner?"

Freitag, 06. Mai 2011, 21.30 Uhr
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Thema der Sendung
© DaimlerChina - Rivale oder Partner?
Längst ist China für die Exportnation Deutschland als neuer Absatzmarkt mit Milliarden Konsumenten nicht mehr wegzudenken. Doch es könnte anders weitergehen, als sich das Europa und die USA erhoffen.
Schwerpunkt
China
Der Aufstieg Chinas begann 1978 mit der wirtschaftlichen Öffnung unter Deng Xiaoping. Bis vor ein paar Jahren hat es niemand bemerkt. Jetzt sind die Chinesen plötzlich da: als zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt.
Schwerpunkt
Auto