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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Lupe
Hou Haijin ist der Vize-Chef von Foton. Der 38-jährige leitet die beiden Pekinger Werke des Lastwagen-Herstellers.
Auf der Überholspur
Höher, weiter, schneller: Die Arbeitsgeschwindigkeit in Chinas Autoindustrie wird immer schneller, der Druck und die Konkurrenz in der Branche immer größer. Und das Limit ist noch lange nicht erreicht.
Hou Haijin ist der Vize-Chef von Foton. Der 38-jährige leitet die beiden Pekinger Werke des Lastwagen-Herstellers Foton und betreut 8000 Angestellte. Zuvor war er beim US-Unternehmen Buick.

Der studierte Geo-Physiker und Autoingenieur ist sich sicher: Forschung und Entwicklung, Management und die Maschinen sind in China mindestens so modern wie im Westen. Um diesen Status zu erhalten, ist es besonders wichtig, die Arbeitsabläufe weiter zu optimieren und die Qualität zu steigern. Was Hou Haijin verdient, will er nicht verraten, doch Manager seiner Position verdienen in China normalerweise etwa 10.000 Euro im Monat. Seine Arbeiter dagegen kommen gerade mal auf 300.

Abwarten und Tee trinken? Von wegen!
Seinen Arbeitstag beginnt Hou stets mit einer Tasse Tee, denn auf Chinas Teekultur mit ihrer viele Jahrtausend alten Geschichte ist er besonders stolz. In seinem riesigen, sparsam eingerichteten Büro beherrscht deshalb ein traditionelles chinesisches Tee-Service seinen Schreibtisch. Doch Abwarten und Tee trinken kann sich in der rasenden Arbeitsgeschwindigkeit niemand leisten. "Der Druck in der Branche ist sehr groß, aber wir kommen jeden Tag voran", so Hou. "Diese Fabrik ist wirklich sehr groß. Trotzdem denke ich täglich, dass sie noch nicht stark genug ist. Ich möchte das gesamte Produktionssystem verbessern. Wir wollen die Nummer eins in dieser Branche werden, national und international."

Lupe
Die 35-jährige Cai Hongxias arbeitet seit 10 Jahren beim chinesischen LKW-Bauer Foton.
Ausruhen gilt hier als Fremdwort, Fortschritt und Weiterentwicklung als oberstes Ziel. So ist die Qualität der Linie Foton bereits von 30 auf 85% gestiegen. Doch damit gibt sich Hou Haijin nicht zufrieden. "Ich möchte, dass die Arbeiter glücklich sind, während sie hier arbeiten. Und das gesamte System soll besser werden." Das Wort Konkurrenz nimmt Hou dagegen nicht gern in den Mund. Bei dem bevorstehenden Joint Venture von Foton mit Mercedes scheint ihn vor allem eins zu interessieren: der Name, bei dem hundert Jahre Automobilgeschichte mitschwingt.

Die Illusion vom Sozialismus
Hou ist schon fast sein halbes Leben lang Mitglied der Kommunistischen Partei, denn ohne Parteimitgliedschaft ist es in einem Staatsunternehmen wie Foton kaum denkbar, in die Führungsebene vorzustoßen. Auf die Frage, ob er das Gefühl habe, in einem kapitalistischen oder einem sozialistischen System zu leben, antwortet er nur knapp: "Hier gibt es keinen Kapitalismus, in China wird darüber gerade nicht gesprochen."

Spätestens seit der Finanzkrise haben viele in China das schöne Gefühl, dass ihr Wirtschaftssystem besser funktioniert. Der kapitalistische Markt sei wie ein frei rennendes Pferd, der sozialistische Markt aber sei geführt wie ein Unternehmen. "Wenn dieses große Unternehmen aus der Spur gerät, dann gibt es ein Verwaltungskommittee, das ihm den Weg weist. Wir vertrauen nicht nur auf den Markt sondern auch auf das Eingreifen der Regierung", erklärt Hou.

Der Tee und die Systemfrage
Seine Generation, sagt Hou, sei auf der Welle des chinesischen Aufstiegs geschwommen. Für ideologische Grübeleien war da keine Zeit. Seine Frau und sein Sohn leben in Shanghai, so kann Hou hemmungslos arbeiten - und in seiner Freizeit Tee trinken gehen. Tee-Experte zu sein ist die jüngste Mode unter patriotischen Chinesen. "Es ist wie mit den unterschiedlichen Teesorten. Unterschiedliche Länder sind wie unterschiedliche Menschen. Und alle fragen sich, wie man erfolgreich sein kann. Ich finde, man sollte die Länder in Ruhe ihren Weg gehen lassen, so lang ihre Entwicklung harmonisch ist und sie Fortschritte machen. Alle Wege führen nach Rom", so Hou.



Sendedaten
makro
"China - Rivale oder Partner?"

Freitag, 06. Mai 2011, 21.30 Uhr
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Thema der Sendung
© DaimlerChina - Rivale oder Partner?
Längst ist China für die Exportnation Deutschland als neuer Absatzmarkt mit Milliarden Konsumenten nicht mehr wegzudenken. Doch es könnte anders weitergehen, als sich das Europa und die USA erhoffen.
Schwerpunkt
China
Der Aufstieg Chinas begann 1978 mit der wirtschaftlichen Öffnung unter Deng Xiaoping. Bis vor ein paar Jahren hat es niemand bemerkt. Jetzt sind die Chinesen plötzlich da: als zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt.
Schwerpunkt
Auto