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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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© dpa Lupe
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Das Internet-Herz
Karlsruhe ist als medienwirksam glitzernder Hightech-Standort bisher noch nicht auffällig geworden. Was kaum einer weiß: In einem Hochsicherheitsgebäude mitten in der Stadt steht das größte Internet-Rechenzentrum Europas.
Karlsruhe - die Gerichtsstadt im Musterländle Baden-Württemberg. Zweitsprache der rund 300.000 Einwohner ist badisch. Wenige Arbeitslose und eine Vielzahl erfolgreicher Unternehmen. Was sicher kaum einer weiß: In Karlsruhe schlägt Europas Internet-Herz.

In der Brauerstraße mitten in Karlsruhe schlägt das Internet-Herz der Stadt. Denn dort ist der Sitz der 1&1 Internet AG mit seinem größten Rechenzentrum, über das ein Drittel aller deutschen Websites und die Hälfte aller deutschen E-Mail-Postfächer laufen. Von außen ist das Gebäude bewacht wie ein Hochsicherheitstrakt, denn den 200 Kameras entgeht nichts. Eine Woche lang werden alle Videoaufnahmen gespeichert.

Im Kontrollzentrum überwachen Techniker die Rechenzentren und Standorte der 1&1 Internet AG, wie das im amerikanischen Lenexa, in London, Bukarest und in Cebu auf den Philippinen. Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Eine kleine Personenschleuse ist der einzige Zugang zum Rechenzentrum im Keller. Dort wird man gewogen und vermessen, so auch 1&1 Pressesprecher Andreas Maurer. Nur wenn die Daten mit den zuvor gespeicherten übereinstimmen, öffnet sich die Schleuse nach innen und man betritt das größte Internet-Rechenzentrum Europas.

90 Prozent Spam
In elf Rechnerräumen sind mehr als 25.000 Server aufgereiht. Weltweit haben nur noch Google und Intel mehr solcher Server im Einsatz als der deutsche Internet-Dienstleister 1&1. "Wir haben hier in diesem Rechenzentrum etwa 80 Millionen Postfächer, die wir verwalten", erzählt uns Andreas Maurer. "Und von diesen 80 Millionen Postfächern werden jeden Monat rund 5 Milliarden E-Mails versandt und empfangen." Hinzu kommen 100 Milliarden Spam-Mails die gar nicht erst versandt werden. Das heißt, mittlerweile sind weit über 90 Prozent aller Mails Spam.

Auf dem Dach befindet sich die Lebensversicherung des Rechenzentrums: Klimaanlage und Notstromaggregate sind mehrfach abgesichert. Plötzlich ohne Strom oder ohne Kühlung zu sein wäre eine Katastrophe. So halfen die gewaltigen Diesel-Schiffsmotoren aus, als 2009 in Karlsruhe 45 Minuten lang der Strom ausfiel.

Daumendicke Glasfaserkabel
Mit 210 GigaBit pro Sekunde, so schnell wie 30.000 DSL-Anschlüsse gleichzeitig, werden die Daten rausgejagt. Über zwei daumendicke Glasfaserkabel ist das Rechenzentrum mit der Welt verbunden, denn Karlsruhe hängt als Internetknoten am Deutschland- und Europa-Ring, den Datenautobahnen. Weitere Rechenzentren betreibt 1&1 auch in Großbritannien, Frankreich, den USA, Spanien, Österreich und Polen.

Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen: Die größte Gefahr für die Rechenzentren kommt aus dem Internet. Torsten Kraft, zuständig für Missbrauchsbekämpfung bei 1&1, wehrt mit seinem Spezialistenteam täglich mehrere Hacker-Angriffe ab. Kraft erklärt, dass diese Angriffe aus den unterschiedlichsten Regionen kommen und nur zum Teil aus Deutschland stammen. Wenn es Angriffe aus Deutschland gäbe, dann zumeist ferngesteuert - mit Umweg über die Ukraine, Russland, China oder Brasilien.

Server-Hochburg als Talentschmiede
Die Rechenzentren müssen Schritt halten mit dem rasanten Wachstum des weltumspannenden Internets. Täglich werden deshalb neue Server installiert, auch für neue Geschäftszweige. "Wir haben bei 1&1 eher im Privatkunden-Segment angefangen. Mittlerweile sehen wir ein großes Wachstumspotential bei klein- und mittelständischen Unternehmen, also wirklich Firmen mit 5 oder 10 Mitarbeitern", beschreibt Andreas Maurer die neue Geschäftsidee von 1&1. Es gebe in Deutschland weit über zwei Millionen Firmen, die im Internet noch keine Präsenz haben. "Die versuchen wir hier zu erreichen", so Maurer.

Der Nachwuchs für die Server-Hochburg kommt von der Universität in Karlsruhe. So ist das Internetzentrum Talentschmiede für zahllose kleine und große Internet-Firmen, die über das Stadtgebiet verstreut sind. Schnell war Karlsruhe in Sachen Internet jedoch schon immer, denn vor zwei Jahren feierte Europas Internet-Herz das Jubiläum "25 Jahre erste E-Mail Deutschlands". Die landete nämlich 1984 aus den USA in Karlsruhe.

Sendedaten
makro
"Der Mittelpunkt Europas"

Freitag, 15. April 2011, 21.30 Uhr
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Thema der Sendung
Der Mittelpunkt Europas
Von wegen London, Berlin, Paris! Der Mittelpunkt Europas heißt Gelnhausen-Meerholz. Ausgerechnet auf einem Acker am Rande dieser hessischen Kleinstadt haben Wissenschaftler die geographische Mitte der EU ausfindig gemacht. Doch wo schlägt das wirtschaftliche Herz des Kontinents?
Schwerpunkt
IT & Hightech