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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Welcome to Nollywood
Die Filmindustrie Nigerias, auch Nollywood genannt, ist von der Anzahl der Filme die größte der Welt. Die 2000 Filme, doppelt so viel wie in Hollywood, erzielen einen Jahresumsatz von 200 Millionen Dollar - ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Landes.
Das Filmbudget liegt im Schnitt bei 10.000 Dollar. Mehr als 14 Drehtage für einen 90-Minuten-Streifen sind dabei nicht drin. Meist sind es Liebes- und Actionfilme für den riesigen afrikanischen Markt. Durch Videotheken und Straßenverkäufer werden pro Film 50.000 bis 100.000 Kopien verkauft. Eine DVD kostet umgerechnet 2 Euro.

Peace Anyiam Fiberesima ist als Filmemacherin und Produzentin eine Kennerin der Szene. Sie produziert Spiel- und Dokumentarfilme und moderiert eine eigene Fernsehshow. "In Afrika ist die Kinokultur, wie es sie früher mal gab, fast verschwunden", sagt sie. "Heute schauen die meisten Leute zu Hause unsere Filme. Und diesen Trend unterstützen wir."

Mini-Budget
Lupe
Peace Anyiam Fiberesima ist als Filmproduzentin und Fernsehmoderatorin erfolgreich.
Auf diese Weise hat Nollywood in den letzten Jahren ein sehr großes Publikum erreicht. Einer der die Branche kennt, ist Mahmood Ali-Balogun, Filmdozent in Lagos: "Nollywood hat mit dem Mythos aufgeräumt, dass Filmemachen nur mit einem enormen finanziellen Aufwand möglich ist. Wir haben bewiesen, dass man auch mit kleinem Budget Geschichten erzählen und Kino machen kann."

In der Zeitung stehen Sätze wie: "Ich danke dem Herrn, was er aus mir gemacht hat. Ich danke Gott, dass er mich nach 16 Jahren Heimsuchung von einer Geisterfrau befreit hat. Dem Herrn sei Dank für das Visum, das er mir erteilt hat." Von solchen Begebenheiten handeln die nigerianischen Filme. Für die Gesellschaft dort ist das alltäglich, also wird es thematisiert.

Das Streben nach Freiheit
Zu Nollywood gehört auf jeden Fall auch Oladjo Anikalapo. Er ist ein sehr kreativer Mensch. Er schreibt Filmkritiken, macht Dokumentarfilme. Nollywood repräsentiert für ihn das Bedürfnis nach Freiheit. Nigeria hat eine lange Militärdiktatur durchlebt, in der es weder Meinungs- noch Versammlungsfreiheit gab. "Wir konnten nicht einfach auf die Straße gehen und Filme drehen", erzählt Anikalapo. "Nicht einmal Fotokameras waren erlaubt. Sie wurden konfisziert." Aber dann kam Nollywood. Zu einer Zeit, als alle genug hatten von der Militärdiktatur und der Wunsch nach Demokratie groß war.

Ein großes Problem hat Nollywood jedoch: Die Piraterie. "Man sagt uns Nigerianern zu Recht nach, dass wir sehr intelligent sind", sagt die Filmemacherin Peace Anyiam Fiberesima. Überall auf der Welt finde man Nigerianer, die in der Lage seien, innerhalb von 2 Tagen jeden Kopiercode zu knacken.

"Lagos ist schön, schmutzig und roh. Das alles gehört dazu", erzählt sie. "Manchmal wird probiert, Lagos aufzuräumen. Aber das Besondere dieser Stadt wird immer bleiben. Das ist das einzigartige, die rohe Energie von Lagos. Das spürt man auch in unseren Filmen. Schon allein, weil viele unserer Filmschaffenden hier als Straßenkinder aufgewachsen sind und ihre eigenen Geschichten erzählen."

Sendedaten
makro
"Nigerias schmutzige Geschäfte"

Freitag, 1. April 2011, 21.30 Uhr
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Thema der Sendung
Nigerias schmutzige Geschäfte
Nigeria gehört zu den ölreichsten Ländern Afrikas und alle wollen an dem Schwarzen Gold mitverdienen: Internationale Konzerne, Politiker und Schwarzhändler. Das Öl ist die Haupteinnahmequelle des Landes.
Schwerpunkt
Afrika