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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Lupe
Plastiki - Der Plastik-Segler
Ein Problem, ein Boot und viele, viele Plastikflaschen sind die Zutaten für eine Umweltstory. Plastiki heißt das Boot, an dem ein Team drei Jahre lang schnitt, schraubte und klebte. Das Besondere: Das Boot besteht fast vollständig aus wiederverwertbarem Kunststoff.
Seit sechs Wochen ist die Plastiki nun schon auf dem Pazifik unterwegs. Über 3500 Meilen hat sie zurückgelegt auf ihrer Reise von San Francisco nach Sydney. Der Umweltaktivist und Bankierssohn David de Rothschild will mit der Reise auf ein Müllproblem hinweisen: "Vor dreieinhalb Jahren las ich einen Bericht über den Müll in den Ozeanen." Dann fing er an zu recherchieren und stellte fest, dass die Lösung für das Problem einfach ist. "Wir müssen nur unsere Wegwerfmentalität des einfachen Plastiks ändern."

Die Plastiki steuerte genau durch den Bereich, in dem sich Plastikmüll aus den USA und Japan sammelt. Ähnlich wie der Strudel eines Abflusses treibt die Meeresströmung den Abfall dort hin. Dieser Bereich ist fast 2000 Kilometer von Hawaii und der amerikanischen Westküste entfernt. Der große Müllfleck, heißt dieser Ort übersetzt. Fleck ist relativ. Die Ausdehnung entspricht der Größe Mitteleuropas.

Schwimmende Müllkippe
Das Forschungsschiff Alguita ist seit mehr als einem Jahrzehnt in der schwimmenden Müllkippe unterwegs. Die Wissenschaftler fischen täglich Abfälle aus dem Meer. Fast immer ist es Plastik. UN-Schätzungen gehen davon aus, dass 80 Prozent des Mülls in den Weltmeeren Kunststoffabfälle sind. Die großen sichtbaren Müllstücke sind nur das kleinere Übel.

Die Tragweite des Problems wird erst sichtbar, wenn die Wissenschaftler ihr feinmaschiges Schleppnetz einholen und analysieren. Von Jahr zu Jahr finden sie darin mehr Plastikstücke. Und sie werden immer kleiner, so klein wie Plankton. "Das Verhältnis von Plastik zu Plankton steigt weiter. Wir haben bereits Proben gehabt, in denen 1 Teil Plankton auf 40 Teile Plastik kam", erklärt Charles Moore von der Algalita Stiftung.

Dieser kleinteilige Kunststoff ist besonders gefährlich. Fische und Krebse, die eigentlich Plankton fressen wollen, nehmen stattdessen die Kunststoffreste auf. Wenn sie nicht direkt verenden, setzt der Kunststoff seinen Gang durch die Nahrungskette fort und landet am Ende auch beim Menschen. So kommt der Plastikmüll dann irgendwann zurück auf den Tisch.

Plastik statt Sand
Nicht nur im Pazifik, auch in den anderen Meeren wird der Müll immer bedrohlicher. Die Nordsee ist keine Ausnahme. Und dort findet sich Plastik nicht nur in Fischen, sondern auch in Vögeln wieder. Der niederländische Wissenschaftler Jan van Vraneker untersucht auf der Insel Texel tote Seevögel. Er kam zu dem Schluss, dass 95 Prozent aller untersuchten Seevögel Plastikreste im Magen hatten.

In Großbritannien wiesen Wissenschaftler im Küstensand Kunststoff nach. Jedes zehnte Sandkorn war aus Plastik. Strandreinigungen, egal ob an Nordsee- oder Pazifikstränden helfen nicht. Der meiste Müll wird über die Flüsse ins Meer gespült. Die Lösung des Plastikproblems in den Meeren liegt in der Vermeidung und der Wiederverwertung des Materials an Land.

Sendedaten
3satbörse
"Kunststoffe - Fluch und Segen"

Freitag, 30. April 2010
21.30 Uhr
Thema der Sendung
Kunststoffe - Fluch und Segen
Schwerpunkt
Umwelt - Nachhaltigkeit - Greentech
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weiterer Schwerpunkt
Wirtschaftsfaktor Ozean