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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Lupe
Der Tempel von Angkor Wat ist die größte Touristenattraktion des Landes.
Im Schatten der Killing Fields
Kambodscha gehört mit seinen 13 Millionen Einwohnern zu den kleinsten Ländern Indochinas. Die Folgen der Schreckensherrschaft der Roten Khmer, die ein Drittel der Bevölkerung ermordet haben, sind allgegenwärtig: Dem Land fehlt die geistige Elite.
Umso schwieriger ist es für die Kambodschaner, die Folgen der Wirtschaftskrise zu verkraften. Vor allem die so wichtige Textilindustrie ist betroffen, weil die Nachfrage aus den USA und Europa schwindet.

Jedes Jahr versammeln sich zum traditionellen Wasserfest hunderttausende Kambodschaner am Ufer des Mekong. Beim Drachenbootrennen kämpfen unzählige Mannschaften um den Sieg. Für viele Menschen eine seltene Abwechslung zum Alltag, der in dem Land sehr hart ist.

Kambodscha zählt zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. 35% der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze, muss mit weniger als einem halben Dollar am Tag auskommen. Dabei ist die Wirtschaft vor der globalen Krise durchaus gewachsen. Jetzt aber sind Schlüsselbranchen wie der Tourismus oder die Textilindustrie massiv eingebrochen.

Die Last der Vergangenheit
Es ist aber auch die Vergangenheit des Landes, die eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in der Gegenwart schwierig macht. Vor 30 Jahren hatten die Roten Khmer ihre Schreckensherrschaft errichtet. Sie wollten Kambodscha radikal in einen Agrarstaat verwandeln. All die Menschen, die nicht in die Vision dieses neuen Staates passten, wurden ermordet. Insgesamt ein Viertel der Bevölkerung, darunter die gesamte geistige Elite.

Die Welt schaute damals zu, ohne einzugreifen und erst jetzt haben erste Prozesse gegen die Verantwortlichen begonnen. Noch heute fehlt es Kambodscha aufgrund der Massaker an qualifizierten Arbeitskräften. Lehrer sind eine Berufsgruppe, an der es besonders mangelt.

Korruption und Prostitution
Die schlechte Schulbildung ist eines der größten Probleme des Landes. Und eine Ursache für die enorme Armut. Noch immer arbeiten viele Kinder als Prostituierte. Offiziell ist das zwar verboten, doch Polizei und Behörden verdienen kräftig mit in diesem Geschäft.

Denn Korruption ist ebenso verbreitet wie staatliche Willkür. Das merken die Kambodschaner, die aus ihren Häusern vertrieben werden, weil das Land so begehrt ist. Regierungsnahe Unternehmen reißen die Häuser ab und bebauen die Flächen neu. Die Bewohner haben keine Rechte.

Kambodschas Ministerpräsident Hun Sen steht wegen seines Regierungsstils international in der Kritik. Im Moment auch, weil Thaksin Shinawatra, der gestürzte thailändische Ex-Premier in Kambodscha politisches Asyl erhalten hat. Die Regierung in Phnom Penh hat den geschassten Regierungschef zum Berater ernannt. Zum Leidwesen der Thais. Darunter leiden die Wirtschaftsbeziehungen.

Wenige Hoffnungsschimmer
Dabei wollten beide Länder vor allem in der Öl- und Gasförderung eng zusammenarbeiten, ein Projekt, von dem sich besonders Kambodscha wirtschaftlichen Auftrieb erhofft. Vor der kambodschanischen Küste wurde Erdöl gefunden, das ab 2011 gefördert werden soll. Jetzt aber droht Thailand, sich aus diesem Projekt zurückzuziehen. Die größte wirtschaftliche Hoffnung der Kambodschaner liegt in der Landwirtschaft. Vor allem in der Produktion von Bioreis ist das Land inzwischen sehr erfolgreich, exportiert ihn auch nach Europa. Aber selbst der Bioanbau wurde aus der Not geboren, denn viele Reisbauern sind sehr arm, können sich Dünger und Pestizide nicht leisten. Das zahlt sich jetzt aus, denn für Bioreis bekommen die Bauern 20% mehr als für herkömmlichen Reis. Es ist ein kleiner Hoffnungsschimmer für ein Land, das nicht nur wirtschaftlich vor einer schwierigen Zukunft steht.

Sendedaten
3satbörse
"Südostasien"

Freitag, 5. Februar 2010
21.30 Uhr

Wiederholung
Samstag, 6. Februar, 6.30 Uhr

Wiederholung im ZDF
in der Nacht zum Samstag
Thema der Sendung
Südostasien
Schwerpunkt
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