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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Lupe
Die Wirtschaft wächst, die Slums auch
In der 15-Millionen-Metropole Manila sprießen die Wolkenkratzer in den Himmel. Das ist die eine Seite der Philippinen. Die andere: Das Wachstum reicht nicht aus. Gut die Hälfte der Einwohner Manilas lebt unter der Armutsgrenze.
Die Wirtschaft wächst, die Wolkenkratzer sprießen und in der 15 Mio- Einwohnermetropole Manila strahlen Gesichter von den riesigen Werbetafeln. Das ist die eine Seite der Philippinen, die andere sieht anders aus: Gut die Hälfte der Einwohner Manilas leben unter der Armutsgrenze. Das Wachstum reicht nicht aus, Geld verdienen kann man fast nur noch im Ausland.

Auch die Arbeitsbedingungen für das Millionenheer in den Slums und auf den Müllkippen sind vielfach unmenschlich. Wenn es heißt, die Wirtschaft sei im vergangenen Jahr leicht gewachsen, hilft das diesen Filipinos wenig. Das Land hat eine dynamische Elektronikbranche und einen stabilen Dienstleistungssektor. Die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei 7,5 Prozent – schwer zu glauben angesichts der überfüllten Slums.

Das Land strebt nach Fortschritt, doch gleichzeitig stehen die Menschen Schlange – für Reis. Das Grundnahrungsmittel ist für viele Filipinos zum Luxusgut geworden. Mit Milliarden-Subventionen verkauft die Regierung importierten Reis an die Bürger. Die eigenen Reisfelder werden vernachlässigt. Der Anbau lohnt sich nicht mehr. Stattdessen pflanzen die Bauern Blumen für den Export oder Rasen für die Wohlhabenden im In- und Ausland.

Keine Perspektiven im eigenen Land
Das Ausland ist auch die Adresse für geschätzte fünf Millionen Filipinos. Sie arbeiten in den Boomländern dieser Welt, viele auf den Baustellen der arabischen Halbinsel. Ihre Überweisungen in die Heimat machen zehn Prozent des philippinischen Bruttoinlandsprodukts aus. Doch mit der Weltwirtschaftskrise verloren zigtausende ihren Job, kamen zurück und wurden noch einmal enttäuscht. Ein Hilfsfonds für Überseearbeiter in Not half ihnen nicht.

Arlyn ist eine von ihnen, sie arbeitete in Taiwan. Jetzt ist sie zurück bei ihrer Tochter und den Eltern. Mit ihrem Geld lebte die Familie. Der Vater konnte sich Medizin kaufen. Das alles ist nun vorbei. Er muss selbst wieder mit seinem Mopedtaxi los. Arlyn träumt von einem Job in Manila, um bei ihrer Tochter zu sein, doch wahrscheinlich muss sie wieder ins Ausland.

Das Wachstum kommt nicht an
Der Großteil der weltweit beschäftigten Filipinos arbeitet in einfachen Jobs. Die Zukunft des Landes und seiner Bürger steht und fällt mit der Bildung. Gerade in den Slums kümmert sich der Staat nicht um die Kinder. Private Initiativen wie das rollende Klassenzimmer geben den Kindern dort die Chance auf eine bessere Zukunft. Doch es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn sie Glück haben, werden diese Kinder später irgendwo in Asien, Amerika oder Europa schuften, um mit dem Geld der Familie das Leben zu Hause etwas einfacher zu machen.

Denn Jobs für ungelernte Arbeiter im eigenen Land gibt es zu wenig und wenn, dann sind sie schlecht bezahlt. Die Männer, die die großen Werbeplakate in Manila aufhängen, setzen täglich ihr Leben aufs Spiel. Arbeitsschutz gibt es nicht. Ihr halsbrecherischer Job bringt gerade einmal sieben Euro am Tag. Auch wenn die philippinische Wirtschaft im vergangenen Jahr leicht wuchs, reicht das nicht, um die Bedingungen in dem Entwicklungsland grundlegend zu verbessern.

Sendedaten
3satbörse
"Südostasien"

Freitag, 5. Februar 2010
21.30 Uhr

Wiederholung
Samstag, 6. Februar, 6.30 Uhr

Wiederholung im ZDF
in der Nacht zum Samstag
Thema der Sendung
Südostasien
Schwerpunkt
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