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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Lupe
Norwegen setzt auf Fischfarmen. Nach vielen Problemen hat man endlich den Bogen raus. Die Fischbestände können sich erholen.
Lichtblick im Norden
Die Überfischung der Meere hinterlässt gähnende Leere. Die große Fischfangnation Norwegen hat daher früh auf Fischfarmen gesetzt. Doch auch die haben ihre Tücken. Immerhin: Die Betreiber lernen dazu. Man setzt auf Nachhaltigkeit.
Norwegen gehört zu den größten Fischerei-Nationen der Welt. Dorsch, Lachs, Hering und Makrele bringen zweistellige Milliardenbeträge in die Kasse. Jede 20. Öre verdient das Land mit dem Export von Meerestieren. Die kommen immer öfter nicht mehr aus Fischgründen im Meer, sondern aus hochtechnisierten Fischfarmen. Norwegen hat Erfahrung damit: Seit 30 Jahren wird hier industriell Fisch gezüchtet und die Methoden werden immer raffinierter. Die Norweger gelten als Pioniere der nachhaltigen Fischwirtschaft - auch beim traditionellen Fischfang.

Nachhaltiger Fischfang
Im Hafen von Tromsö herrscht reger Verkehr und die Fischer haben viel zu tun. Fischfang in Norwegen ist ein lohnendes Geschäft. Die Fanggründe im kalten Norden sind reichhaltig - auch, weil die Norweger auf nachhaltigen Fischfang setzen und dabei einiges anders machen als die EU. Beifang, also zu kleine Fische oder Arten, für die der Fischer schon seine Quote erfüllt hat, ist in Norwegen kein Abfall. Was sich in den Netzen verfängt, muss auch verarbeitet werden.

Noch an Bord kontrollieren Wissenschaftler den Fang. Denn was aus der Tiefe gezogen wird, gibt wertvolle Aufschlüsse über den Fischbestand - und ist die Grundlage für das Management der Fanggründe. Meeresbiologe Knut Korsbrekke erklärt, wie das funktioniert: „Man bekommt Informationen direkt aus der Fischerei. So kann man zum Beispiel in der Barentssee sehr schnell große Gebiete für die Fischerei sperren, wenn man zu viele kleine Fische in den Netzen hat.“

Wichtig sind auch die scharfen Kontrollen der Küstenwache. Sie überprüft rigoros Maschenweiten und Fangquoten. Und zwar bereits an Bord, nicht erst beim Anlanden. Bei Verstößen wird oft die ganze Ladung beschlagnahmt. Nicht alle Fischer freuen sich über den unangemeldeten Besuch. Doch der Erfolg überzeugt. 30.000 Menschen leben in Norwegen von der Fischindustrie. Die Ressourcen im Meer müssen deshalb gut gemanagt werden, um sie auf Dauer zu erhalten.

Fischfarmen: Man hat dazugelernt
Dazu gehören auch Fischfarmen. Ohne sie könnte der europäische Bedarf schon lange nicht mehr gedeckt werden. 40 Meter tief sind diese Käfige, in jedem tummeln sich hunderttausend Lachse oder Dorsche. Eine solche Anlage produziert dreitausend Tonnen Fisch pro Jahr. Und das fast ohne Antibiotika. Man hat dazugelernt. Bessere Pflege und mehr Platz zahlen sich aus.

Die heranwachsenden Fische ziehen öfter mal um - in einen größeren Käfig. Der Umzug flutscht routiniert über die Bühne - rein ins Fangnetz, ab ins Leitungsrohr, und sozusagen per Fisch-Wasserrutsche in den nächstgrößeren Käfig. Nur wenn die Käfige ausreichend groß sind und die Strömung im Wasser optimal ist, bleiben die Fische auch ohne viele Medikamente gesund.

Futtermangel
Espen Mickelsen ist Futtermeister der Anlage: Die automatische Fütterung überwacht er per Computer. Sensoren unter den Käfigböden melden, wenn die Pellets ungefressen herabsinken – dann sind die Fische satt. Trotzdem bleibt das Futter ein großes Problem für die Industrie. Denn es wird ebenfalls aus Fisch hergestellt. Auch die Farmen betreiben dadurch Raubbau an den Beständen im Meer. Der weltweit größte Lachszüchter, Marine Harvest, experimentiert deshalb mit vegetarischem Fischfutter. Das spart Kosten und schont die kollabierenden Fischgründe.

Öko-Siegel vom WWF
Das Seafood-Unternehmen aus Oslo verkauft seinen Lachs in alle Welt. Das Fisch-Management-Knowhow aus dem hohen Norden zahlt sich aus: Marine Harvest betreibt mittlerweile in 18 Ländern lukrative Fischfarmen. Der vegetarisch gefütterte Fisch der Norweger wird bald auch in den Regalen erkennbar sein: Nachhaltig gezüchteter Fisch bekommt künftig sogar ein Öko-Siegel vom WWF.

Dennoch: Es ist schwer, hohe Fischqualität bei gleichzeitig hohen Umweltstandards zu produzieren. Jüngst wurden Lachsfarmen in Chile von einem Fischvirus befallen. Die Produktion bei der zweitgrößten Lachs-Exportnation brach um mehr als 30 Prozent ein.

Auch die Marine Harvest-Aktie ging deshalb zunächst auf Tauchstation. Doch nun profitieren die Norweger von ihren kranken Konkurrenten - die Prognosen für die Zukunft sind gut. Denn trotz aller Probleme: Nirgendwo kennt man sich mit Fisch besser aus als im Norden Europas, und die Umsätze der norwegischen Fischindustrie steigen weiter. Alle Welt will Fisch essen - und Norwegen liefert ihn.

Sendedaten
3satbörse
"Schlachtfeld Meer"

Freitag, 6. November 2009
21.30 Uhr
Mediathek
Sehen Sie das Interview mit Volkmar Michler in unserer Mediathek.
Thema der Sendung
Fischerei: Schlachtfeld Meer
Aktie
Marine Harvest ASA
ISIN: NO0003054108
Ticker: MHG
Heimatbörse: Oslo
Schwerpunkte
Fischfang