Freitag 21.00 Uhr
Kalender
Dezember 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
27
28
29
30
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
Navigationselement
Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
Navigationselement
Lupe

Guter Fang fürs Depot
Börsenexperte Volkmar Michler ist abgetaucht, um Fischerei-Unternehmen zu finden. Die gibt es zwar wie Sand am Meer. Meistens jedoch betreiben sie Raubbau. Bei zwei Firmen immerhin kann der Anleger anbeißen.
Fisch bald nur noch im Zoo?
Könnte es sein, dass Fisch bald nur noch im Zoo zu bestaunen ist? Wissenschaftler und Umweltverbände sind sich einig: Wenn die Ozeane weiter so ausgeplündert werden wie bisher, wird spätestens 2049 die kommerzielle Fischerei am Ende sein. Dies ist eine Prognose der Food and Agriculture Organization (FAO), der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, die auch von der Fischerei-Expertin Heike Vesper des Internationalen WWF-Zentrums für Meeresschutz in Hamburg bestätigt wird: „Die Fischbestände können sich erst wieder zurückentwickeln, wenn man sie in Ruhe lässt“.

Leider passiert das Gegenteil. Weil die europäischen Fischbestände überfischt sind, jagen die Fangflotten zunehmend in fremden Gewässern den letzten Fischen hinterher, zum Beispiel vor den Küsten Westafrikas. „So werden die Probleme der Überfischung exportiert, anstatt sie zu lösen“, kritisiert der WWF.

Marine Harvest ASA

Pacific Andes International Holdings Ltd

Iglo GmbH

Gnadenlose Überfischung
Konkret: Weltweit können sich derzeit nur 1% der Fischbestände erholen, ein Drittel gelten bereits als überfisch (das bedeutet: sie stehen kurz vor dem Kollaps), über 50% der Fischbestände befinden sich an ihren biologischen Grenzen. Lediglich 20% werden als „unterfischt“ bezeichnet. „Das sind dann aber auch wirklich die allerletzten Reserven“, warnt Heike Vesper.

Das Problem ist nicht nur, dass weltweit die Nachfrage nach Fisch immer weiter zunimmt. Das Problem ist auch die unverantwortliche Fangquoten-Politik, die Vernichtung großer Lebensräume durch falsche Fangpraktiken sowie illegale Fischerei. Dabei „hängt unser Überleben von den Meeren ab“, schreibt zum Beispiel die Europäische Kommission und formuliert eine EU-Meeresstrategie: „Das Erreichen eines guten Zustands der Meeresumwelt bis 2021“.

Die Tage der herkömmlichen Fischerei sind gezählt
Wer nicht so lange warten will, kann schon jetzt etwas tun - sowohl als Anleger als auch als Verbraucher. Durch den knapper werdenden Fisch werden in Zukunft die Fischpreise wieder steigen, nicht nur aus saisonalen Gründen zum Jahresende. Das bestätigt zum Beispiel auch Peter Heim, Fondsmanager des weltweit einzigen Fischfonds WMP Fish Focus Equity Fund (siehe Infokasten).

Wenn sich die Fischbestände nicht nachhaltig erholen können, sind auch für Fisch-Fondsmanager Heim die Tage der herkömmlichen Fischerei gezählt. Stattdessen würde der Ausbau von Aquafarmen, also Fischzucht, verstärkt vorangetrieben. Mit seinem Fisch-Fonds investiert Heim überwiegend in Fischfarmen, Ausrüster und Fischfutterhersteller. Nachhaltigkeit sei zwar ein Kriterium, so Heim, „wir sind aber kein Nachhaltigkeitsfonds.“

Umdenken hat begonnen
Dafür können Verbraucher schon jetzt - und nicht erst 2021 - eine Menge tun, sagt Volkmar Michler. Statt sich zu beklagen oder darauf zu warten, was die Politik vorgibt, können Verbraucher längst bewusste Entscheidungen treffen. Zum Beispiel Fisch bewusster einkaufen. Denn längst gibt es umweltverträglich gefangene Fischprodukte, zum Beispiel von Edeka, Carrefour oder Iglo. Einen übersichtlichen Einkaufsratgeber hat zum Beispiel der WWF herausgegeben (siehe Infokasten).

Für die Fischindustrie wird das Thema „Nachhaltigkeit“ zunehmend zu einem Verkaufsargument, Überfischung wird zu mehr und mehr zu einem Imageproblem. Immer mehr Unternehmen sind bereit, zum Beispiel mit dem WWF eine Kooperation einzugehen. Das ist gut fürs Geschäft und damit auch gut für die Börse. Zum Beispiel auch Marine Harvest, der weltweit größte Lachszüchter aus Norwegen.

Sendedaten
3satbörse
"Schlachtfeld Meer"

Freitag, 6. November 2009
21.30 Uhr
Studiogast
Volkmar Michler, Chefredakteur des Börsenbriefes Taipan, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Investmentideen zu finden, die von den meisten Anlegern noch nicht entdeckt wurden.
Mediathek
Sehen Sie das Interview mit Volkmar Michler in unserer Mediathek.
Thema der Sendung
Fischerei: Schlachtfeld Meer
Schwerpunkt
Fischfang
WWF-Einkaufsratgeber
Der Einkaufsratgeber "Fische & Meeresfrüchte" des WWF gibt mit einem einfachen Farbsystem Orientierung, welcher Fisch bedenkenlos gegessen werden kann, welcher eher zweite Wahl ist und welche Fischsorte man besser ganz meiden sollten.
WMP Fish Focus Equity Fund
ISIN: LI0030483015
Ticker: WMPFFEA:LE