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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Lupe
Trauriges Ende eines stolzen Meeresbewohners.
Der Kampf um den letzten Thun
Sushi ist ein Alptraum. Zumindest für den Blauflossenthunfisch. Seine wichtigsten Laichgründe liegen im Mittelmeer. Und dort wartet der Tod in Form hochindustrialisierter Fangflotten. 2012 werde der Edelfisch dort ausgerottet sein, prognostiziert der WWF.
Eigentlich ist ja kaum etwas so japanisch wie Sushi. Doch die Kreationen aus Reis und rohem Fisch haben längst einen Siegeszug um die ganze Welt gemacht. Der Verlierer dieser Globalisierung ist der Blauflossenthunfisch. Keinen anderen Fisch haben die Japaner so zum Fressen gern. Eine Liebe, die den großen Fischen zum Verhängnis werden kann. Der Thun ist vom Aussterben bedroht.

Nachdem die Japaner den Pazifik nahezu leer fischten, kaufen sie nun die Weltmeere auf. Die Händler auf dem Tokioter Fischmarkt sehen, dass sie damit am Ast sägen, auf dem sie sitzen. „Alle sollten die Menge ihres Fischfangs jetzt reduzieren,“ sagt Thunfischhändler Tsunenori Lida. „Dann müssten wir eine Durststrecke von vielleicht 5-10 Jahren aushalten, in denen sich die Bestände wieder erholen können.“

Jagd auf den König
Ohne diesen Schutz hat der König der Meere keine Chance. Eigentlich ist der Thun ein wahres Kraftpaket. 80 Stundenkilometer schnell, bis zu 4 Meter lang. Doch seine Verfolger sind unerbittlich. Auf dem Weg zu seinen wichtigsten Laichgründen im Mittelmeer lauern ihm hochindustrialisierte Fangflotten mit Radar, Ultraschall und Echolot auf. Mit kilometerlangen Netzen fangen sie oft viel zu junge Fische, die sich nicht einmal fortgepflanzt haben.

Es ist die Konsequenz einer verfehlten Fischereipolitik. Mit bis zu einem Drittel der Kosten subventionierten EU und Anrainerstaaten jahrelang den Aufbau immer modernerer Flotten. Sie alle beuten die Bestände nun bis zur totalen Erschöpfung aus. Vor Ort sieht man die Täter woanders.

„Schuld daran hat diese japanische Invasion im Mittelmeer“, klagt ein sizilianischer Fischer. „Die beuten alles aus mit ihren großen Schiffen. Unser früheres, traditionelles Mit-der-Hand-Fischen entnahm dagegen nur so viel, wie man wirklich brauchte, wie man auch essen konnte.“

Leere Netze
Doch die traditionelle Fangmethode vor Sizilien, gehört fast schon der Vergangenheit an. Das blutige Spektakel findet immer seltener statt, oft bleiben die Netze leer. Nicht nur Umweltschützer fordern schon lange ein Handelsverbot, damit sich die Bestände erholen.

Doch nicht mal innerhalb Europas kam dafür bislang eine Mehrheit zustande, geschweige denn global. Doch ohne diesen umfassenden Schutz könnte der Thun nach Ansicht des WWF im Mittelmeer schon 2012 ausgestorben sein.

"Fishnapping" im Kinderzimmer
Alle Hoffnungen ruhen nun auf riesigen Zuchtanlagen im Mittelmeer. Doch Thun lässt sich nicht in Gefangenschaft züchten. Die Fische hierfür wurden als Jungtiere im offenen Meer gefangen. Fischhändler schleppen sie dann in riesigen Netzen zu den Zuchtfarmen und päppeln sie dort in Gefangenschaft so lange auf, bis sie für den japanischen Markt die richtige Größe haben.

In den Käfigen werden diese Thunfische ein bis zwei Jahre lang gemästet. „Da werden dreimal täglich frische Fische reingeworfen und zwar Speisefische, Sardinen, Makrelen u.ä.“, erklärt Rainer Froese vom Kieler Institut für Meereswissenschaften. „Und im Endeffekt muss man etwa 20 mal so viele Fische rein werfen, wie man an Zuwachs bekommt.“

Ökologisch völlig sinnlos. Doch solange auf dem Tokioter Fischmarkt Rekordsummen für die letzten Thunfische aus dem Mittelmeer gezahlt werden, wird die Jagd auf den König der Meere weitergehen.

Sendedaten
3satbörse
"Schlachtfeld Meer"

Freitag, 6. November 2009
21.30 Uhr
Mediathek
Sehen Sie das Interview mit Volkmar Michler in unserer Mediathek.
Thema der Sendung
Fischerei: Schlachtfeld Meer
Schwerpunkt
Fischfang