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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Lupe
Kümmerlicher Rest
An Spaniens Küsten sind die Fischbestände drastisch zurückgegangen. Schuld sind die Fangmethoden. Spanische Fischreikonzerne bilden da keine Ausnahme. Im Gegenteil. Jetzt können sie die große Nachfrage nur noch mit Zuchtanlagen befriedigen. Doch diese sorgen für unangenehme Nebeneffekte.
Salvador Fernandéz ist Fischer. Täglich ist er vor der Nordküste Spaniens unterwegs. Er fängt Krustentiere auf die traditionelle Art, das heißt mit kleinen Reusen. Doch die Arbeit wird immer schwieriger: „Für uns, aus der Sicht des kleinen Fischers, ist die Nachhaltigkeit wichtig, dass morgen und für unsere Kinder auch noch Fische zum Fangen da sind. Das ist völlig gegensätzlich zur Sichtweise der großen Flotten, die einzig und allein die Rentabilität interessiert.“

Leute wie Salvador Fernandéz stellen in Spanien den größten Teil der Fangflotte von insgesamt 11.000 Schiffen und 20.000 Fischern. Allerdings spielen die kleinen Boote und ihre Fangmengen kaum mehr eine Rolle. Wenige große Schiffe, geben längst den Ton an. Auf allen Weltmeeren sind die Spanier unterwegs. Die eigene Küste ist ihnen schon vor Jahren zu fischarm geworden. Sie suchen ständig nach neuen Fanggründen, in denen noch genug Fisch zu holen ist. In Spanien selbst sind die Fischbestände so arg geschrumpft, dass etwa die Flotte der Sardellenfischer im Nordatlantik seit Monaten gar nicht mehr auslaufen darf. Solche Fangverbote oder reduzierte Fangquoten sind Gründe, warum immer mehr kleine Fischer aufgeben.

Fisch vom Land
Morgens vor Sonnenaufgang sind hunderte Händler auf dem Fischgroßmarkt in Madrid unterwegs. Es ist der zweitgrößte der Welt, nach Tokio. Und die Nummer Eins bei der Auswahl. Die Ware hier kommt genauso von der eigenen Küste wie aus dem indischen Ozean, per LKW oder Flugzeug nach Madrid. Allerdings sieht man auch auf dem Madrider Großmarkt immer öfter Fisch und Meeresfrüchte aus Aquakultur. Der Hunger nach Produkten aus dem Meer kann schon lange nicht mehr aus natürlichen Ressourcen gedeckt werden. Waren es anfangs vor allem Miesmuscheln und Austern, so werden jetzt von der Dorade bis zum Thunfisch alle möglichen Sorten gezüchtet. Ein Drittel des Konsums stammt in Spanien aus der Zucht.

Statistisch isst jeder Spanier jährlich fast 37 Kilogramm Meeresprodukte. Obwohl das Land Fisch fängt und produziert wie kein anderer europäischer Staat reicht das nicht zur Deckung des Bedarfs. Die Nachfrage ist hoch. Spaniens größtes Unternehmen der Fisch-Branche, Pescanova, wächst deshalb kontinuierlich. Die Nordspanier haben auch die Zucht längst für sich entdeckt und investieren Millionen in neue Anlagen im eigenen Land, in Portugal und Lateinamerika.

Nachhaltig ist anders
Die Expansionspläne von Pescanova und anderen Unternehmen werden innerhalb der EU jedoch gebremst. Lokale und regionale Behörden verweigern Genehmigungen für neue Fischfarmen. Gustavo Larrazabal vom Verband Europäischer Fischfarmer erklärt: „Einige Länder haben in ihrer Gesetzgebung die Aquakultur überhaupt nicht vorgesehen. Es gibt zwar Gesetze für die Nutzung der Gewässer, doch da dachte man an andere Aktivitäten, nicht jedoch an die Fischzucht."

Besonders in Küstennähe sorgen die Fischfarmen allerdings für unangenehme Nebeneffekte. Fäkalien der Zuchtfische zerstören das Leben in der Umgebung. Außerdem gilt für alle Fischfarmen, dass das Futter zu einem großen Teil wiederum Fisch ist, gefangen im offenen Meer. Von der Nachhaltigkeit sind die industrielle Fischproduktion und der industrielle Fang also noch weit entfernt. Die Lösung hat Fischer Salvador Fernandéz parat: Er kann nur eine begrenzte Menge einholen. Mit Booten wie seinem wären dem Fang und Konsum natürliche Grenzen gesetzt.

Sendedaten
3satbörse
"Schlachtfeld Meer"

Freitag, 6. November 2009
21.30 Uhr
Mediathek
Sehen Sie das Interview mit Volkmar Michler in unserer Mediathek.
Thema der Sendung
Fischerei: Schlachtfeld Meer
Schwerpunkt
Fischfang