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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Lupe
Heilung aus der Finsternis
Gegen Kopfschmerz oder schlechten Schlaf ist ein Kraut gewachsen und auch längst gefunden. Doch bei vielen Krankheiten gehen die Forscher wieder in die Natur, um Wirkstoffe zu suchen. Manchmal tauchen sie sogar ab.
Es ist wie die Suche nach dem Heiligen Gral oder nach der Nadel im Heuhaufen. Die Medizin sucht seit Jahrtausenden nach Wirkstoffen gegen die Krankheiten des Alltags. Eine Tauchgruppe macht sich auf den Weg nach unten. Je reichhaltiger die Tierwelt, umso interessanter ist das Revier auch für die Expedition. Ihr Ziel sind wirbellose Tiere und Mikroorganismen. Sie werden per Hand gefangen, abgepackt, dokumentiert und nach Spanien geschickt.

Vor den Toren Madrids forschen die Wissenschaftler von PharmaMar nach möglichen Wirkstoffen gegen Krebs. Sie suchen genau in diesen Lebewesen nach Substanzen, die in der Krebstherapie helfen können.

Langwierige Suche nach Wirkstoffen
Es ist eine langwierige und teure Suche. 20 Jahre und mehr als 400 Mio. Euro brauchte PharmaMar bereits. Doch selbst wenn die Wissenschaftler einen Wirkstoff finden, reicht das noch nicht. Der Wirkstoff müsse wirklich neu sein, um ihn patentieren lassen zu, können, sagt Jörg Landwehr von PharmaMar. Gegen Weichteilsarkome ist erst ein Medikament auf dem Markt. Weitere drei sind in der Erprobungsphase am Patienten.

Voraussetzung für die Verwendung der Wirkstoffe ist, dass sie künstlich hergestellt werden können. Denn sonst bräuchte man für ein Gramm des Krebsmittels Yondelis eine Tonne der Seescheide - das Tier, in dem der Wirkstoff entdeckt wurde.

Neben den wirbellosen Tieren schauen die Forscher auch bei den Mikroorganismen genauer hin. Denn Bakterien aus dem Meer gelten ebenfalls als Hoffnungsträger in der Krebsbehandlung. Nicht nur PharmaMar forscht an ihnen.

71.000 Proben im Tiefkühlfach
Das Leben im Meer ist für die Wissenschaft vielversprechend. Dennoch warnt PharmaMar vor zu hohen Erwartungen. Keine Firma könne von sich behaupten, dass sie die Krebsbehandlung revolutionieren werde, sagt Landwehr. Das wäre vermessen. Vielmehr handele es sich um einen schrittweisen Prozess, der sich über die kommenden Jahrzehnte fortsetzen werde.

Im Keller der PharmaMar-Zentrale lagern mehr als 71.000 Proben aus dem Meer - gut gekühlt bei minus 30 Grad. Mehrfach entdeckten die Wissenschaftler bei der Erprobung von Wirkstoffen überraschende Nebeneffekte. So habe man im Rahmen eines klinischen Versuches zur Krebsbehandlung zufällig festgestellt, dass ein Patient, der Psoriasis hatte, plötzlich geheilt war, erzählt Landwehr.

Ob Schuppenflechte, Krebs oder einfach nur ein Schnupfen - unter der Wasseroberfläche lagern Heilmittel gegen viele Krankheiten. Die Suche danach hat gerade erst begonnen.

Einschätzung von Walter Tissen
Börsenexperte Walter Tissen vom Frankfurter Börsenbrief, der die Pharma- und Gesundheitsbranche seit langem beobachtet, bewertet Zeltia (ISIN ES0184940817), ein Spezialist für Krebsmedikamente und Muttergesellschaft von PharmaMar, folgendermaßen:

  • Im Juli gab es einen bösen Kurseinbruch. Die US-Gesundheitsbehörde FDA sprach sich gegen das Präparat Yondelis aus, einem Mittel zur Behandlung von Eierstock-Krebs bzw. wollte mehr Informationen. Zwar konnte im Versuch (zusammen mit dem Mittel Doxil) eine leichte Absenkung des Krankheitsfortschritt s erzielt werden (ca. 6 Wochen), doch wurde in Frage gestellt, ob diese geringfügige Verbesserung die möglichen Nebenwirkungen (z.B. Herzprobleme, Leberschäden) rechtfertigen würde.
  • Vor ein paar Tagen gab es allerdings für das Präparat Yondelis eine positive Empfehlung von der European Medicines Agency. Somit erscheint es gut vorstellbar, dass die USA das einzige Land sein werden, wo es rotes Licht gibt.
  • Die Aktie schoß wieder steil nach oben. Allerdings dürfte das Papier in näherer Zeit wegen dieser zwiespältigen Ausgangslage zunächst ein wenig fest hängen, erwartet Tissen.
  • Für interessierte Anleger, die in den Pharmasektor investieren möchten, rät Tissen zu einem Blick auf UCB. Weiter Informationen zu diesem Unternehmen finden Sie in den Investmentideen zur Sendung "Im Rausch der Tiefe" (siehe Link).

Sendedaten
3satbörse
"Im Rausch der Tiefe"

Freitag, 2. Oktober 2009
Thema der Sendung
Im Rausch der Tiefe
Schwerpunkt
© apUnterwasser
Schwerpunkt
Wirtschaftsfaktor Ozean
Zeltia SA
Zeltia, die Muttergesellschaft der spanischen PharmaMar ist börsennotiert. Im Juli brach plötzlich der Kurs ein, nachdem die amerikanische Zulassungsbehörde FDA für ein Medikament zunächst den Daumen gesenkt hatte. Ende September gab es jedoch grünes Licht aus Europa. Der Kurs machte einen Satz nach oben. Dies verdeutlicht die große Abhängigkeit der Pharmaunternehmen von ihren Wirkstoffen.
Im Rausch der Tiefe
Investmentideen von Walter Tissen