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Vorschau
Sendung am 20. Oktober
Knappe Medikamente
Antibiotika, Impfstoffe oder Krebsmedikamente - Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind immer häufiger. Viele Medikamentenhersteller sind von einzelnen Zulieferern abhängig.
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Rückblick
Sendung vom 6. Oktober
Schöne neue Landwirtschaft?
Der Kauf des Gentechnikspezialisten Monsanto ist für die Bayer AG ein zweischneidiges Schwert: schlechte Reputation gegen gute Gewinne. Trotzdem: Der Mega-Deal könnte die Zukunft der Landwirtschaft erheblich verändern.
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Lupe
Strand auf Tahiti
Wolken über dem Paradies
Französisch-Polynesien liegt mitten im Pazifik, gehört aber zur Grande Nation. Neben dem Tourismus ist die Zucht schwarzer Perlen Haupteinnahmequelle Tahitis. Doch auch in der Südsee schlägt die Rezession zu
Wenn die Südsee verführerisch mit den Hüften schwingt und die Touristen bezaubert, lässt auch Günther Hellberg seine Perlen in der Sonne glänzen. Dann sitzen die Brieftaschen locker auf Fakarava. Das kleine Südseeatoll liegt mitten im Pazifik und gehört zur polynesischen Inselgruppe Tahiti.

Einige tausend Euro nimmt der Deutsche schon mal an einem Vormittag ein. An zwei Tagen in der Woche stellt er sich mit seinen Perlen an den Strand. Spätestens jetzt könnte man neidisch werden: viel Geld, viel Zeit, und das Ganze auch noch mitten in der Südsee. Das klingt nach Paradies.

Schwarze Tahitiperle - Schatz in der Auster
Lupe
Tahiti ist die Hauptinsel Französisch-Poynesiens
Für sein Paradies arbeitet Hellberg allerdings 10 Stunden am Tag auf seiner Perlenfarm. Immerhin muss er Betriebskosten von 25.000 Euro im Monat zahlen. Die Idee zur Perlenzucht kam dem studierten Architekten eher zufällig. Nach zwei Jahren Weltreise lernte er auf Tahiti seine Frau kennen und blieb. „Wir haben uns gesagt, dass wir uns irgendwann für unser Rentnerleben in Farakava niederlassen. Um die 80er, 90ger Jahre gab es einen Boom für Perlenfarmen, da habe ich eine finanziert“, sagt Hellberg.

Hellbergs Frau Hinano hilft in dem kleinen Betrieb mit. Sie hat ein Auge für die besten schwarzen Perlen. Auf der Farm selbst arbeiten rund 200.000 Austern und 15 Angestellte für Hellberg. Doch was sich viel anhört, reicht nicht fürs ruhige Altenteil, denn die Konkurrenz ist groß. Und es ist immer auch ein Glücksspiel, ob am Ende eine Perle aus der Auster kommt.

Dennoch: Die Perlen-Industrie ist einer der wenigen Erwerbszweige, die so richtig boomen im Insel-Paradies. Tahiti hat sich in den letzten Jahren zum Zentrum des Handels mit schwarzen Perlen entwickelt. Das Mutterland Frankreich fördert die Perlenzucht deshalb nach Kräften.

Subventionen aus Paris
Für Frankreich ist Tahiti ein Prestige-Objekt: Immerhin geht es um rund fünf Millionen Quadratkilometer Pazifik, die Französisch-Polynesien unter Anrechnung der 200-Meilen-Zone umfasst. Eine Fläche so groß wie Europa. Die will man nicht ohne weiteres aufgeben.

Steuervorteile, Subventionen - rund eine Milliarde Euro spendiert das Mutterland seinen Südsee-Inseln jedes Jahr. Angesichts der Pariser Großzügigkeit ist es kein Wunder, dass die Bürger Tahitis meist nur ganz leise nach völliger Unabhängigkeit rufen. Die Außenhandelsbilanz ist dick im Minus. Hier gibt es auch den Franc hier noch - wenn auch nur den polynesischen. Der CFP-Francs (franc des Colonies françaises du Pacifique) ist mit einem festen Verhältnis an den Euro gekoppelt (1000 CFP-Francs : 8,38 Euro).

Luxus-Tourismus am Ende der Welt
Lupe
Trauminsel vor Tahiti
Jeder vierte Franc wird auf Tahiti mit dem Luxus-Tourismus verdient. Vor allem auf Bora-Bora - an der definitiv schönsten Insellagune der Welt. Ein Zimmer im polynesischen Stil kann leicht einige tausend Euro kosten. Das Preisniveau ist aber auch anderswo auf Tahiti sehr hoch. Auch weil die Inseln alle Konsumgüter importieren müssen. Es lebt sich teuer im Paradies. Landwirtschaft lohnt sich kaum - die meisten Polynesier arbeiten lieber in der Perlen-Industrie. Das ist lukrativer.

Auch Günther Hellberg bereut seine Entscheidung für die Perlenfarm nicht - trotz der harten Arbeit. Ein Leben im Paradies? Sicher. Sorglos ist es aber nicht. Bisher halten den Schwarzwälder noch seine Perlen auf Tahiti. Aber wenn das Geschäft erst mal genug abwirft, dann will sich der 50jährige auf jeden Fall noch eine Traumreise erfüllen: nach Deutschland.

Sendedaten
3satbörse
"Frankreichs Übersee-Départements"

Freitag, 17. Juli 2009
21.30 Uhr

Wiederholung
Samstag, 18. Juli, 6.30 Uhr

Wiederholung im ZDF
in der Nacht zum Samstag
Thema der Sendung
Frankreichs Übersee-Départements
Französische Überseegebiete
Wirtschaft
Das Geschäft mit dem Tourismus in Tahiti macht 25% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Mit dem zweiten wirtschaftlichen Standbein neben dem Tourismus, dem Handel mit Perlen, verdient die Inselgruppe 12 Milliarden CFP-Francs (100 Millionen Euro).
Politik
Eines der langfristigen Ziele des neuen Präsidenten von Französisch-Polynesien, Oscar Manutahi Temaru, ist die Souveränität Tahitis vom Frankreich. Seit 1842 ist die Inselgruppe französisches Protektorat. Mit einer schnellen Abkoppelung von Frankreich könnten jedoch auch die Finanzhilfen des Mutterlandes versiegen. Das wäre sehr problematisch für die lokale Wirtschaft. Als neue Einnahmequelle setzt Temaru auf die Fischerei. Das allein wird jedoch nicht reichen, um die rund 1,4 Milliarden Euro polynesischer Haushaltsausgaben zu bestreiten.
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Frankreich
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