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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Maritime Wirtschaft
Sendedaten
3satbörse 14. November 2008 um 21.30 Uhr
Einschätzungen von Bernhard Klinzing
Jahrelang brummte das Geschäft auf den Weltmeeren. Immer mehr Güter wurden auf immer mehr Schiffen um die Welt gefahren. Werften hatten volle Auftragsbücher, Reederein freuten sich über lukrative Frachtraten und Häfen über hohe Umschläge. Damit ist jetzt Schluss. Die Rezession trifft die Branche hart, die Stimmung ist im Eimer: Werften produzieren auf Halde, Frachtraten sind im Keller, Banken verweigern Kredite, Schiffe fahren extra langsam, um Treibstoff zu sparen und operieren dennoch oft defizitär.

Bernhard Klinzing vom Frankfurter Börsenbrief bringt Licht ins Dunkel und sagt, ob noch Hoffnung besteht.
Info
Bernhard Klinzing
Frankfurter Börsenbrief

Vor dem Hintergrund einer sich verschärfenden Rezession ist das Wachstumspotential begrenzt. Der Frankfurter Börsenbrief rechnet mit einem weltweit um mindestens zwei Prozent rückläufigen Frachtaufkommen. Grundsätzlich sind die Hafenbetreiber wie Hamburger Hafen (ISIN DE000A0S8488), Eurokai oder auch DP World (ISIN AEDFXA0M6V00) gut aufgestellt. Gegen rückläufige Einnahmen gibt es aber wenig Mittel.

Es wird zu einem verschärften Kampf und die Kunden kommen. Das drückt auf die Margen. Insofern werden Anbieter interessant, die ein konjunkturresistentes Geschäftsmodell aufweisen. Hier kommt Great Lakes Dredge & Dock ins Spiel. Schwerpunkt von Great Lakes ist das Ausbaggern von Seefahrtwegen. Gerade in Hamburg war die Elbvertiefung ein Politikum. In jedem Hafen der Welt sammeln sich allerdings mit der Zeit Schlamm und Schlick. Das Sediment muss regelmäßig ausgebaggert werden, damit der Hafen überhaupt benutzbar bleibt. Für Klinzing ein krisensicheres Geschäft.
Thema der Sendung
Geschäfte auf hoher See
Mediathek

Great Lakes Dredge & Dock Corp.
Great Lakes ist der größte Anbieter in den USA zur Vertiefung von Schiffahrtswegen, Landrückgewinnung und Reparatur an Küsten- und Uferlinien. 25 % des Geschäfts wird außerhalb der USA, vornehmlich im mittleren Osten generiert. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 23 % auf 142,8 Mio Dollar. Das Geschäft mit dem Ausbaggern stieg um 32 %, im Ausland verdreifachte es sich sogar. Der operative Gewinn stieg um 74 % auf 6,5 Mio Dollar. Der Nettogewinn verdoppelte sich auf 1,2 Mio Dollar.

51 % der Aufträge für das kommende Jahr sind Erhaltungsprojekte, also die regelmäßige Wartung von Fahrwegen. Das Auftragsvolumen ist nach neun Monaten schon fast so hoch wie im gesamten Vorjahr. Aus Bahrein kommt zusätzlich ein Auftrag über 453 Mio Dollar. Wenn man abschließend noch in Betracht zieht, dass diverse Regierungen, u.a. in den USA zur Stimulierung der Konjunktur Infrastruktur-Programme erwägen, sei man mit Great Lakes hervorragend aufgestellt, so Klinzing.
Info
Great Lakes Dredge & Dock Corp.
ISIN: US3906071093
Kürzel: GLDD
Stop-Buy: 5,15 USD
Stop-Loss: 4,20 USD
Kurs

Der Baltic Dry Index, der die Frachtraten für Schüttgutfrachter mißt, ist im letzten halben Jahr um 93 % in die Tiefe gestürzt. Vor kurzem mußten noch 120.000 Dollar Tagescharter entrichtet werden, nun sind es nur noch 7000 Dollar. Wenn wir gleichzeitig sehen, dass der Betrieb eines solchen Schiffs 8000 Dollar pro Tag kostet, ist ein ruinöser Wettbewerb vorprogrammiert. Insbesondere in einem rezessiven Umfeld. Bei Tankern und Containern ist die Situation analog zu sehen.
Links

Info
HSC Frachtraten Protect Zertifikat III auf Baltic Dry Index
ISIN: DE000BC1BGF6
Typ: Garantie-Bonus-Zertifikat
Emittent: Barclays
Laufzeit: 30.03.2012
Stop-Buy: 860 Euro
Stop-Loss: 820 Euro

Es wäre falsch zu sagen, Offshore Windparks seien das gleiche wie an Land nur im XXL Format. Denn die Herausforderungen sind ungleich höher. Es sind riesige Anlagen nötig, die häufig 100 Meter hoch sind und den harten Wetterbedingungen auf hoher See trotzen müssen. Das stellte enorme Anforderungen nicht nur an den Bau, sondern auch die Wartung der Anlagen. In Großbritannien beispielsweise laufen die Anlagen im Durchschnitt bei nur bei 35% ihrer Kapazität.

Daneben gibt es in der Öffentlichkeit Gesprächsbedarf über die Umweltverträglichkeit der Anlagen, die Gefährdung des Schiffsverkehrs und Einschränkungen für die Fischereiindustrie. Alles wichtige Fragen, die aber schon mit adäquater Standortwahl gelöst werden können.
Schwerpunkt
Geldanlage

Scottish Power plant 2400 Anlagen
Die Sorge über die Realisierbarkeit solcher Projekte ist allerdings aus Sicht des Frankfurter Börsenbriefes unberechtigt. Natürlich sind die Anlagen unglaublich teuer, mit Umsetzung der Projekte werden sie aber durch Skaleneffekte immer billiger. Vor 15 Jahren konnte sich auch niemand vorstellen, dass Sonnenenergie konkurrenzfähig zu nutzen sein würde. Damals kostete die Kilowattstunde noch zwei Euro in der Produktion, inzwischen haben sich durch die Massenproduktion die Kosten geviertelt. Ähnliches steht auch bei der Offfshore-Windenergie zu erwarten.

Der Anstoß ist bereits gegeben. China baut vor der Küste von Shanghai bereits eine Wind-Farm. 267 Mio kWh werden ab 2010 die Stadt versorgen. Vor der Küste Großbritanniens will ein Konsortium um Scottish Power sogar eine Kapazität von 6000 MW errichten (2400 Turbinen). Das reicht für etwa 7 Mio Haushalte. Die Vorbereitungen haben bereits begonnen.
Schwerpunkt
Schifffahrt

Kreditklemme bremst Ausbau
Der Sektor wächst schon jetzt um 30% pro Jahr. Allerdings wird sich dies eher verlangsamen, weil ein Großteil der Projekte kreditfinanziert sind. Trotz staatlicher Garantien haben sich die Banken ins Schneckenhaus zurückgezogen und sind mit der Vergabe sehr vorsichtig geworden. Die 15-16 weltweit auf diesen Bereich spezialisierten (!!!) Banken, haben bereits ihre Bücher geschlossen und geben keine Darlehen mehr heraus.

Nichts desto weniger findet Klinzing die Kursabschläge in der Branche übertrieben. Mit dem jetzigen Niveau werde nur noch ein Wachstum von sechs Prozent bezahlt. Das wird selbst ganz ohne Kredite übertroffen werden. Der Markt ist übersichtlich. Vestas (ISIN DK0010268606) aus Dänemark, Gamesa (ISIN ES0143416115) aus Spanien, FPL aus den USA und Suzlon aus Indien sind die wichtigen Spieler. Daneben existieren noch ein paar Spezialanbieter wie Iberdrola Renovables aus Spanien und Novera aus UK.

Deutsche Unternehmen hinken in diesem Sektor, was die Größenordnung angeht, drei Schritte hinterher: Enercon (nicht börsennotiert), Nordex und Repower bauen zwar sehr hochwertige Anlagen, kommen aber nur auf je 3% Weltmarktanteil. Die Empfehlung des Frankfurter Börsenbriefes ist Repower.

Repower Systems AG
Der Kurs war in jüngerer Vergangenheit deutlich eingebrochen. Maßgeblicher Hintergrund ist die Unsicherheit über den Großaktionär Suzlon. Dieser gilt als hochverschuldet und musste dem Vernehmen nach eine geplante Kapitalerhöhung über 390 Mio Dollar wegen der Finanzmarktturbulenzen abblasen. Nun stellt sich die Frage, ob nicht auch ein Teil der bereits gehaltenen 65,8 % an Repower verkauft werden könnten bzw. müssten. Sollte dies notwendig werden, so erscheint es gut vorstellbar, dass dieses Paket bei Investoren aus dem arabischen Raum platziert werden könnten, womit der jüngere Kursabsturz eine negative Übertreibung wäre.

Die jüngsten Zahlen lesen sich ordentlich: Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres gelang es, den operativen Gewinn von 7,6 Mio EUR im Vorjahreszeitraum auf 22,7 Mio EUR zu verbessern. Die Gesamtleistung betrug 531,1 Mio EUR, was etwa eine Verdoppelung darstellt, der Umsatz legte um 92,5 % zu. Damit ergibt sich zwar eine dünne Marge, aber gleichwohl ein hohes Wachstumstempo in einer perspektivisch interessanten Branche.
Aktie
Repower Systems AG
ISIN: DE0006177033
Stop-Buy: 126 EUR
Stop-Loss: 90 EUR

Clipper Windpower
Sehr hohe Chancen bei sehr hohem Risiko sieht der Frankfurter Börsenbrief bei Clipper Windpower. Das Unternehmen hat ein negatives Eigenkapital und ist damit eigentlich pleite. Man hat aber 11 vielversprechende Patente, ist Technologieführer bei Turbinen und hat eine starke Kundenbasis. Mit BP Alternative Energy wurde eine Liefervertrag über 2,5 MW Windturbinen geschlossen. Darüber hinaus gibt es eine prinzipielle Einigung mit Edison Missioon über 112 Turbinen. Mit FPL Energy wurde eine Vereinbarung über die Lieferung von 40 Einheiten getroffen. 2007 wurden 825 Turbinen gefertigt nach 370 in 2006. Aktuell enthält das Auftragsbuch 1500 Anlagen.
Info
Clipper Windpower Plc.
ISIN: GB00B09H7Z56
Kürzel: CWP
Kurs