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Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Aktien mit Haken und Ösen
Könnte es sein, dass Fisch früher knapp wird als Öl? Wenn die Entwicklung so ungebremst weiter geht wie bisher, ist das nicht unwahrscheinlich. Der Unterschied ist nur: Öl steht als unerlässlicher Schmierstoff der Wirtschaft und Spekulationsobjekt im Mittelpunkt der Anleger. Volkmar Michler vom Börsenbrief Taipan stellt einige Anlagechancen auf der Pfanne.

Weltweit einziger Fisch-Fonds
Nur noch rund 4% der Weltmeere sind vom Menschen weitgehend unberührt. Mehr als 40% dagegen sind durch menschliche Eingriffe schon stark angegriffen. Das geht aus der ersten globalen Meereskarte zu dem Thema hervor, die am Donnerstag zum Auftakt der Jahrestagung des amerikanischen Wissenschaftsverbands AAAS in Boston vorgestellt wurde.

Auch der Fondsmanager Peter Heim ist der Ansicht, dass die Tage der herkömmlichen Fischerei gezählt sind und stattdessen sogenannte Aquafarmen, also Fischzucht, verstärkt kommen werden. Er hat den weltweit einzigen Fisch-Fonds aufgelegt, den WMP Fish Focus Equity Fund. Der Fonds investiert überwiegend in Fischfarmen, Ausrüster und Fischfutterhersteller.

Anders als Umweltminister Gabriel rechnet die Welternährungsorganisation FAO schon in wenigen Jahren, spätestens 2015 damit, dass Fischfarmen mehr produzieren werden als die klassische Fischerei – hohe Wachstumsraten sind vorprogrammiert.

Fischzucht verdrängt klassischere Fischerei
Allerdings müssen sich die Fischfarmen auch mit den Problemen der Massentierhaltung auseinander setzen. Die Haltung auf engem Raum macht sie anfälliger für Krankheiten, weshalb dem Futter häufig Medikamente beigemischt werden. Neben Antibiotika bleiben aber auch Kot und Futterreste als Rückstände in den Zuchtbecken. Diese belasten die Umwelt und müssen kostenintensiv entsorgt werden. Vor diesem Hintergrund sieht zum Beispiel die Umweltorganisation Greenpeace „erhebliche Probleme der Aquakulturen“.

Der chilenische Meeresbiologe Dr. Jaime Orellara sieht jedoch langfristig zu Speisefischen aus Zuchtanlagen keine Alternative. Er entwickelt für eine deutsche Firma Wasseraufbereitungsanlagen für Aquakulturen sowie schonende Technologien für den Lebendtransport von Lachsen. Das Ergebnis ist ein ökologisch hergestellter Biotech-Hightech-Fisch, der kaum belastet ist.

Vor allem norwegische Firmen haben bei der Lachszucht in den letzten Jahren massiv in Forschung und Entwicklung investiert und sind mittlerweile weltweit führend auf diesem Gebiet. Die hohen Bestände an norwegischem Zuchtlachs sowie chilenischem Lachs, der ebenfalls auf den Weltmarkt drängt, haben sogar zu fallenden Lachspreisen geführt.

Fondsmanager Peter Heim rechnet aber in Zukunft wieder mit steigenden Lachspreisen. Zum einen steht die chilenische Lachszucht aufgrund verseuchter Bestände vor dem Zusammenbruch. Zum anderen findet unter den Lachsfarmen eine Konsolidierung statt. „Viele wurde aus dem Markt gedrängt, übernommen oder fusionieren“, so Heim. Der Marktanteil der verbleibenden Firmen ist dadurch gestiegen. Die 3 größten Lachszüchter kommen zusammen auf einen Marktanteil von über 40%. Das dürfte sich bald auch in höheren Preisen für Speisefische aus Zuchtanlagen widerspiegeln.

Wenn Anleger nicht selbst die Angel nach spannenden Einzeltiteln auswerfen wollen, bietet dieser weltweit einzige Fisch-Fonds eine hervorragende Alternative, findet Michler. Derzeit sind die meisten Fisch-Aktien völlig unbekannt und auch niedrig bewertet. Allerdings bleibt Fisch einen Nischeninvestment. Ein Risiko bei der Ausrichtung des WMP Fish Focus Equity Fund auf Zuchtfarmen und Ausrüster bleiben Krankheiten. Deshalb sollten Anleger einen Anlagehorizont von 3 bis 5 Jahren mitbringen, betont Michler.

Antizyklische Kaufchance
Auch sonst hat der WMP Fish Focus Equity Fund einen Haken. Der in Liechtenstein domizilierte Fonds ist nämlich nicht in Deutschland zum Vertrieb zugelassen und auch nicht börsennotiert. Er unterliegt aber für deutsche Anleger keinen steuerlichen Nachteilen. Der Fonds kann nach Auskunft von Fondsmanager Peter Heim über jede Bank oder direkt bei WMPartners Vermögensverwaltungs AG in Zürich bezogen werden. Ein bei Fonds üblicher Ausgabeaufschlag fällt nicht an, so Michler. Allerdings sollten mögliche Bankgebühren sowie eine jährliche Verwaltungsvergütung berücksichtigt werden. Dividende werden zu 100% reinvestiert und kommen daher dem Anleger zugute.

Wer viel riskiert, der fällt auch mal auf die Nase. Was hier so flapsig formuliert ist, hat einen ernsten, ja dramatischen Hintergrund: Marine Harvest, der weltweit größte Lachszüchter, hat sich gewaltig im Netz der chilenischen Fischzucht verheddert.

Mit rund 8.500 Mitarbeitern angelt Marine Harvest weltweit nach Fischen: In Schottland, USA, Kanada, Irland, Frankreich, Polen, Belgien, Niederlande, Italien, Spanien, Südkorea, China, Japan, Taiwan und Singapur. Doch erhebliche Probleme bereiten Marine Harvest die Fischfarmen in Chile. Dort ist das Lachsvirus ausgebrochen und hat innerhalb kurzer Zeit Hunderte Tonnen an Fisch vernichtet. Auf engstem Raum wurde zu völlig inakzeptablen Bedingungen eine Fisch-Infrastruktur hochgezogen, die nur ein Ziel hatte: möglich billig produzieren. Schon vor dem Ausbruch des Lachsvirus war die chilenische Lachzucht durch den massiven Einsatz von Antibiotika und Reinigungsgiften in Verruf geraten. Jetzt mussten bereits mehrere Produktionsanlagen geschlossen werden.

Für den chilenischen Meeresbiologen Dr. Jaime Orellara steht die chilenische Lachszucht nach dem Zusammenbruch jetzt vor einem Neuanfang. Das kann auch für Anleger eine Riesenchance bedeuten.

Aktienkurs am Meeresboden
Zunächst einmal hat Marine Harvest die Katastrophe in Chile aber mit voller Wucht getroffen. Der Aktienkurs dümpelt zurzeit auf dem Meeresboden vor sich hin, nachdem er von seinem Hoch bei knapp 8 NOK auf zeitweise unter 3 NOK regelrecht abgetaucht ist. Aufgrund der verheerenden Situation im Andenstaat hat das ansonsten profitable norwegische Fischunternehmen jetzt auch unerwartet im ersten Quartal einen Verlust von 630 Mio NOK ausgewiesen. Im entsprechenden Vorjahresquartal gab es noch einen satten Gewinn von 419 Mio NOK.

Das Unternehmen sagte vor wenigen Tagen in einer Pressemitteilung dazu: „Die biologische Situation in Chile bleibt für Marine Harvest eine Herausforderung, langfristig bleiben wir aber optimistisch.“ Zumindest ist jetzt die Zahl der neu infizierten Lachse zurückgegangen. Um die Probleme in Chile anzugehen, will Marine Harvest die Kosten reduzieren und hat dazu eine Fischfabrik geschlossen und rund 900 Mitarbeiter entlassen. Mit Kosten reduzierenden Maßnahmen ist es allein aber nicht getan, betont Michler. Marine Harvest muss die Chance zum Neuanfang in Chile nutzen. Das ist nicht nur besser fürs Image, sondern auch für den Umsatz.

Schneller Profit mit verseuchtem Billig-Lachs
Doch es gibt auch positive Nachrichten. Im April 2008 hat Marine Harvest mit der renommierten Umweltstiftung WWF eine „historische Kooperation“ abgeschlossen. Ziel ist es, die schädlichen Umwelteinflüsse der Fischzucht zu reduzieren und ökologische Zuchtmethoden zu entwickeln. Die Norweger sind ohnehin schon auf einem guten Weg. Denn weltweit haben sie mit das beste Know-how. Sie haben aus den Problemen der Vergangenheit gelernt und massiv in Forschung und Entwicklung investiert. Lachs aus norwegischer Zucht kann man deshalb ohne Bedenken genießen. Das gilt aber leider nicht für chilenischen Lachs. Um hier schnellen Profit mit billig produziertem Lachs zu machen, haben einzelne norwegische Firmen, darunter auch Marine Harvest, bewusst die Schädigung von Umwelt und Verbrauchern in Kauf genommen.

Öko-Kooperation mit dem WWF
Die jetzt gemeldete Kooperation mit dem WWF ist deshalb ein wichtiges Signal – hoffentlich auch in Richtung Chile. Wer sich von der guten Qualität des norwegischen Lachses überzeugen will, kann in Norwegen auch zu McDonalds gehen. Denn dort gibt es seit August 2007 den salmon wrap aus der Zucht von Marine Harvest, gefangen in Norwegen, verarbeitet in Belgien.

Aufgrund des Chile-Desasters spielen diese positiven Nachrichten aber an der Börse derzeit überhaupt keine Rolle. Mutigen Anlegern liefert das nach Einschätzung von Volkmar Michler eine günstige Einstiegsgelegenheit.

Obwohl Marine Harvest der größte Lachszüchter weltweit ist, kennt die Aktie in Deutschland so gut wie niemand. Das Handelsvolumen tendiert deshalb auch gegen null. Wer mit Mut in diese Aktie einsteigen will, sollte deshalb für Käufe an die Börse Oslo ausweichen. Wenn sich abzeichnet, dass die Probleme mit der chilenischen Lachszucht gelöst werden können, kann der Aktienkurs von Marine Harvest sofort wieder in Richtung 5 NOK springen, erwartet Michler. Dort stand er bereits im November 2007.

Das amerikanische Unternehmen Omega Protein ist in der seltenen Position, gleich von zwei Trends zu profitieren: Agrar und gesunde Ernährung. Das kleine Unternehmen aus Texas ist in den USA der größte Produzent von Omega-3-reichen Fischölen, Fischmehl und Fischsäuren. Hinter dem unspektakulären Geschäftsmodell verbirgt sich eine hochinteressante Investmentchance. Fisch ist einer der Agrar-Rohstoffe, der völlig außerhalb der Wahrnehmung der Anlegermassen liegt, da es dafür keinen populären Future-Markt gibt, wie für Weizen oder Orangensaft. Doch jeder Ernährungsexperte wird bestätigen, dass Fisch eines der gesündesten Nahrungsmittel ist, da er viele gesunde Proteine und Fettsäuren enthält.

So ist die ungesättigte Fettsäure Omega-3 schon seit Jahren im Bereich der gesunden Ernährung ein unverzichtbarer Bestandteil. Denn der menschliche Körper kann Omega-3 nicht selbst produzieren. Omega-3 fördert die Regulierung des Blutdrucks und hilft bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Omega-3 kann nur aus Pflanzen oder Fisch gewonnen werden.

Die Nr. 1 für Omega-3-reiche Fischöle
Omega Protein produziert eine breite Palette an Omega-3-haltigen Fischölen. Doch das ist eben nicht alles. Das Fischmehl und die Fischöle von Omega Protein werden zudem in der Fischzucht und in der Viehzucht als Nahrungsergänzungsstoffe eingesetzt. Vor allem bei der Ernährung von Schweinen werden die Fischprodukte als Zusätze dem normalen Futter beigemischt. Damit sind die Texaner, die während der Fischereisaison bis zu 1.000 Mitarbeiter beschäftigen, de facto ein „Ausrüster“ der Agrarbranche.

Für sein Geschäft betreibt Omega Protein an der amerikanischen Atlantikküste und an der Golfküste eine eigene Fischfangflotte von 40 Schiffen und 35 Suchflugzeugen. Die firmeneigenen Häfen und Verarbeitungsanlagen befinden sich im Süden der USA in den küstennahen Staaten Louisiana, Mississippi (Gold von Mexiko) sowie in Virginia (Atlantik).

Das Besondere ist, dass die Flotte von Omega Protein ausschließlich den Menhaden-Fisch fängt. Der Menhaden ist sehr zahlreich vor der Atlantik- und der Golfküste zu finden, wird aber nicht als Fischnahrung für den menschlichen Verzehr eingesetzt. Das bedeutet: Omega Protein nimmt der Welt also für seine Fischöl- und Fischmehl-Produktion keine Nahrungsmittel weg. Im Gegenteil: Durch die Anwendung als Nahrungsergänzungsmittel in der Fischzucht und in der Viehzucht hilft Omega Protein sogar, die weltweite Nahrungsmittelknappheit zu bekämpfen.

Gewinnexplosion um über 230%
Ein Blick auf die Geschäftszahlen veranschaulicht, in welchem Boommarkt Omega Protein tätig ist. Im 1. Quartal 2008 konnten die Umsätze um 16,1% auf 36,1 Mio. US$ gesteigert werden. Der operative Gewinn explodierte jedoch von 1,2 Mio. US$ im 1. Quartal 2007 auf jetzt 4,0 Mio. US$. Das ist eine Steigerung um 233,3%. Der Grund, wie bei allen Agrarunternehmen: Durch die Preissteigerungen konnte die Gewinnmarge deutlich ausgeweitet werden. Beim Nettoergebnis konnte man in den ersten 3 Monaten 2008 einen Gewinn von 1,9 Mio. US$ verbuchen. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 2,3 Mio. US$ angefallen.

Aktie immer noch niedrig bewertet
Für 2008 erwarten die Analysten eine Gewinnverdopplung von 0,70 US$ pro Aktie auf dann 1,40 US$. Für 2009 rechnet Michler konservativ mit einem Gewinnanstieg von 20% auf 1,68 US$ (die Analysten rechnen sogar mit 1,90 US$). Damit ergibt sich für 2008 ein günstiges KGV von 10,4 und für 2009 sogar ein ultra-niedriges KGV von nur 7,4. Darmit ergibt sich für 2009 ein sehr niedriges PEG von 0,43, welches meilenweit vom fairen Wert 1,0 entfernt ist. Auch das Kurs-Umsatz-Verhältnis bestätigt mit 1,3 für 2008 und 1,1 für 2009 die attraktive Bewertung von Omega Protein. Derartig günstige Bewertungen findet man nach dem jüngsten Boom heute kaum noch bei einem Agrarwert.

Die Fischsaison von Omega Protein läuft von April bis Dezember und hat also gerade erst begonnen. Damit sei nun der richtige Zeitpunkt, um in den Wert einzusteigen, so Michler. Wenn es gute Meldungen zu den Fischfangergebnissen gibt, werden immer mehr Anleger auf diesen Agrarwert aufmerksam werden, vermutet er.

Sendedaten
3satbörse 30. Mai 2008 um 21.30 Uhr
Info
Interview mit Volkmar Michler, Chefredakteur des Börsenbriefes Taipan. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, unbekannte Wachstums-Aktien zu entdecken, bevor es alle tun. (www.taipan-online.de)
Thema der Sendung
Fisch
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Marine Harvest ASA
ISIN: NO0003054108
Ticker: MHG
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Omega Protein Corp
ISIN: US68210P1075
Ticker: OME
Kursziel 21,00 US$
Stop-loss: 10,05 US$
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