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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Öl- und Gasförderung
Viele Bohrinseln waren reif für die Verschrottung, denn die leicht zugänglichen Reserven sind weitgehend abgeschöpft. Dank des hohen Ölpreises lohnt es sich aber, mit neuer, teurer Bohrtechnik tiefere Öl- und Gasreserven zu erschließen. Unter Deutschlands größter Bohrinsel Mittelplate zum Beispiel schlummern zwei Drittel der förderbaren deutschen Ölvorkommen. Auch hier verlängert die neue Bohrtechnik die Lebensdauer der Bohrinsel.
Hightech am Meeresgrund
Uwe Balasus-Lange auf der Jagd nach den letzten großen Ölreserven in Deutschland. Der RWE-Ingenieur steuert die Bohrinsel Mittelplate im norddeutschen Wattenmeer an. Die größte Bohrinsel Deutschlands liegt 12 Kilometer vor Cuxhaven. Sie ist kleiner als ein Fußballfeld, spuckt aber die Hälfte des in Deutschland geförderten Erdöls aus. Balasus-Lange, Leiter der Bohrtechnik bei RWE, soll dafür sorgen, dass die Ölquellen in Mittelplate noch nicht so schnell versiegen. Dafür haben RWE und Dea 50 Millionen Euro in eine hochmoderne Bohranlage investiert. Gebohrt wird nicht mehr nur vertikal in die Tiefe sondern auch horizontal. Die Bohrer stoßen künftig vier und später sogar acht Kilometer weit unter das Meer vor.

„Mit dem Bohrprogramm, das wir für die nächsten 10 Jahre vorhaben, haben wir hier noch einiges zu tun. Es sind noch genügend Reserven in der Erde verbogen, von denen wir heute schon wissen. Und wir hoffen natürlich, auch mit dieser Anlage noch weitere Reserven hinzu zu gewinnen.“
(Uwe Balasus-Lange, RWE-Leiter Untertagetechnik)

Großbritannien bezieht sein Gas aus Norwegen
Weiter nördlich gibt es in der Nordsee neue Gas-Vorkommen. Über eine 1200 Kilometer lange Pipeline soll ab Oktober von Norwegen das erste Gas nach England fließen. Das zweitgrößte Gasfeld Norwegens, Ormen Lange, wird gerade erschlossen. Es liegt drei Kilometer unter dem Meeresspiegel. Die gigantischen Gasreserven sollen in den nächsten 40 Jahren die Energieversorgung Großbritanniens sichern. Anders als in Mittelplate wird es keine Plattform über der Wasseroberfläche geben. Aus Kostengründen will Norwegens Energieriese Norsk Hydro das Gas direkt auf dem Meeresboden fördern. Dafür wurden kleine, roboterartige Fabriken in 1.000 Meter Tiefe fest verankert. Jede wiegt über 1000 Tonnen. Acht Milliarden Euro verschlingt das gesamte Projekt.

Dagegen sind die 50 Millionen Euro für die neue Bohrtechnik in Mittelplate ein Klacks. RWE-Ingenieur Balasus-Lange sieht die Reserven dank neuer Bohrtechnik noch lange nicht erschöpft. Mit der Anlage können unterschiedliche Öllager gleichzeitig erschlossen werden, was die Wirtschaftlichkeit stark erhöht. Uwe Balasus-Lange zapft bereis aus neu gefundenen Lagerstätten Öl ab.

„Die Zukunft der Erdöl- und Erdgasförderung liegt meiner Ansicht nach sicherlich ganz klar im Submarinen, also im Meeres- und Tiefwasserbereich. Das ist völlig klar und die Tendenz geht international in diese Richtung. “
(Uwe Balasus-Lange, RWE-Leiter Untertagetechnik)

Neue Technik für ein langes Leben
In Norwegen gelangt das Gas von Ormen Lange über eine 100 Kilometer lange Pipeline auf das Festland. In diesem Werk befreit Norsk Hydro das Erdgas in riesigen Filteranlagen von Schlacke, Sand und Erde. So benötigt es weniger Platz für die Pipeline-Reise ins weit entfernte Abnehmerland Großbritannien. Der Aktienkurs von Norsk Hydro hat sich in den vergangenen drei Jahren fast verdreifacht. Kein Wunder, dass sich Analysten mit Kaufempfehlungen für den Öl- und Gasriesen aus Norwegen zurückhalten.

Auf der norddeutschen Bohrinsel Mittelplate war Uwe Balasus-Lange mit den Bohrergebnissen zufrieden. Er nutzt die Flut im Wattenmeer vor Cuxhaven, um wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen. Dank der neuen Bohrtechnik, die Balasus-Lange weiter optimieren wird, hat der kompakte Industriekoloss in der Nordsee wohl doch erst in 30 Jahren ausgedient.

In der Öl- und Gasindustrie geht es heute darum, mit neuer Technik Vorkommen zu finden, die mit bisheriger Technik nicht aufgespürt werden konnten, und aus bestehenden Resourcen wesentlich mehr herauszuholen. Dabei verlagert sich die Suche immer mehr in die Tiefsee, eine Region, die bis vor kurzem mangels entsprechender Technologien noch kaum untersucht werden konnte. Besonders hier gilt: Neue Verfahren zum Aufspüren von Öl- und Gasfeldern helfen, viel Geld zu sparen. Denn einfach mal drauflos bohren, in der Hoffnung, etwas zu finden, kann sich heute niemand mehr leisten. Eine Offshore-Bohrung kostet bis zu einer halben Million Dollar pro Tag.


Apache Corp US0374111054 APA Kurs
Dawson Geophysical Company US2393591027 DWSN Kurs
Devon Energy US25179M1036 DVN Kurs
EOG Resources US26875P1012 EOG Kurs
Schlumberger AN8068571086 SLB Kurs
Weatherford BMG950891017 WFT Kurs

Sendedaten
3satbörse am 15. Juni 2007 um 21.30 Uhr
Schwerpunkt
Unterwasser-Wirtschaft
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